Unwetter über NRW - Ticker und Bilanz

So wüteten in Westfalen die Sommergewitter

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Auf der B236 in Werdohl waren zwei Bäume auf einen fahrenden Sattelschlepper gefallen.

NRW - Der Himmel verdunkelt sich, es donnert heftig. Wenig später: überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume. In NRW haben am Donnerstag die ersten Sommergewitter gewütet. Wir schauen ins Land und in die Region.

Heftige Gewitter mit gewaltigen Regenmassen haben den schwül-heißen Tagen in Nordrhein-Westfalen ein jähes Ende gesetzt und viele Schäden angerichtet. Am Donnerstag zogen die Unwetter von Südwesten kommend nach NRW und trafen hier zunächst den Raum Bonn. Straßen wurden überflutet, Unterführungen liefen voll. Bei der Polizei meldeten sich etliche besorgte Anrufer. Ein Polizeisprecher in Bonn mahnte, nur noch den Notruf zu wählen, wenn Menschen in Gefahr seien. Die Wetterdienste gaben immer neue Warnungen heraus - bis sich die schwarzen Gewitterwolken weiter nach Nordosten verzogen.

 

19.10 Uhr: Für den Märkischen Kreis haben die Kollegen nun auch eine Zusammenfassung online gestellt; diese lesen Sie hier.

19.05 Uhr: In Bergkamen musste die Feuerwehr neben dem Unwetter auch mit einem Ölalarm fertig werden.

19 Uhr: Ausnahmezustand iIn Lüdenscheid: Dort hat die Feuerwehr einen kompletten Stadtalarm ausgelöst.

19 Uhr: Kierspe wurde vom Unwetter schwer gebeutelt. Hier gibt's die Bilanz online.

18.40 Uhr: Aus Körbecke wird ein Blitzschlag gemeldet, der einen Brand zur Folge hatte.

18.25 Uhr: Auch die Redaktion in Werdohl hat eine Unwetter-Bilanz online.

18.19 Uhr: Die Redaktion in Bönen bilanziert erschrocken: Das Unwetter hinterlässt heftige Spuren.

18.06 Uhr: Münster vermeldet zahlreiche Schäden: Ein entwurzelter Baum am Haus des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe sorgte nach Auskunft der Polizei für den größten Einsatz der Rettungskräfte. Der Baum stürzte um und traf ein fahrendes Auto mit vier Insassen und einen Rollerfahrer. Alle fünf Beteiligten wurden dabei verletzt.

18.05 Uhr: Der Bahnverkehr wurde in NRW auf 14 Strecken lahmgelegt, berichtet die dpa. Betroffen war vor allem der Nahverkehr. Gleise wurden unterspült, Äste fielen auf Oberleitungen, Erdreich wurde auf Gleise gespült. Wasser drang in elektronische Signal- und Weichensteuerungsanlagen und sorgte für Ausfälle. Auf mehreren Strecken kamen Ersatzbusse zum Einsatz. Wann die Sperrungen wieder aufgehoben werden, war zunächst unklar. Betroffen waren unter anderem die Regionen Bonn, Gummersbach und Dortmund-Münster. Züge des Fernverkehrs verspäteten sich.

18 Uhr: Die Redaktion Werl bilanziert entspannt und spricht von einer "Randnotiz".

Entwurzelter Baum in Drensteinfurt.

17.10 Uhr: In Drensteinfurt hat sich alles wieder normalisiert. "Die Vögel zwischern wieder und die ersten Passanten gehen bummeln", melden die Kollegen dort. Hier gibt's eine Bilanz zu lesen.

17.08 Uhr: Die Polizei in Hamm vermeldet, man habe elf Einsätze infolge des Unwetters gefahren. Hier lesen Sie den aktuellen Artikel.

16.36 Uhr: Auf der Ruhr-Sieg-Strecke ruht der Bahnverkehr zwischen Letmathe und Werdohl. Das Unternehmen Abellio meldet, dass in Kürze ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet wird. Es könnten noch keine Angaben darüber gemacht werden, wann die Strecke wieder befahrbar sei.

16.27 Uhr: Update aus Meinerzhagen: "Uns hat's wirklich erwischt..."

16.25 Uhr: Update aus Altena: An seiner privaten Wetterstation hat Dietmar Flusche die Niederschlagsmenge gemessen: Innerhalb einer halben Stunde fielen 45 Liter Regen pro Quadratmeter - ein außergewöhnlich hoher Wert. Die Rahmedestraße war wegen einer kritischen Sitution in Hohe des Netto-Marktes bis gegen 16 Uhr gesperrt. Dort hatte ein stark angeschwollener Bach an einer Brückenbaustelle ein Fundament eunterspült, auf dem ein Baukran stand. Er drohte umzustürzen und wurde eiligst abgebaut. Inzwischen fließt der Verkehr wieder. Die Feuerwehr ist nach wie vor im Dauereinsatz und kann noch keine Unwetterbilanz geben. Im Krankenhaus kam es an mehreren Stellen zu Wassereinbrüchen, selbst der OP-Bereich war betroffen. Die Funktionsfähigkeit sei aber zu keiner Zeit beeinträchtigt gewesen, hieß es. Mehr aus Altena gibt's hier.

16.17 Uhr: Die Kollegen in Drensteinfurt geben folgende Zwischenmeldung: Eine gute halbe Stunde herrschte "Weltuntergangsstimmung". Mehrere Bäume entwurzelten und mussten von der Feuerwehr zersägt werden. Eine alte Linde erwischte es an der Schlossallee. Der Baum stürzte dabei auf eine Garage und beschädigte das Dach. Die Feuerwehr sperrte den Teil der Schlossallee ab. Einen weiteren Baumeinsatz hatte die Feuerwehr in Rinkerode: An der Straße zwischen der Salzlagerhalle und der Gaststätte "Schwatten Holtkamp" sind durch den starken Sturm zwei Bäume entwurzelt und mehrere Äste abgebrochen. Dort hat die Feuerwehr die Straße gesperrt und wird sich am Freitag um den Schaden kümmern. Im Stadtgebiet fielen mehrere - auch dickere - Äste auf die Straßen. Teilweise mussten sie weggeräumt werden, weil sie den Straßenverkehr behinderten. Allerdings sind nach dem starken und heftigen Gewitter keine Keller vollgelaufen oder Dächer abgedeckt worden. Menschen kamen nicht zu Schaden.

16.15 Uhr: Aktuelle Infos aus Neuenrade gibt's hier.

16.10 Uhr: Unsere Redaktion Werne hat einen Artikel zu den Schäden in der Stadt online. Lesen Sie ihn hier!

Der Lüdenscheider Rathausplatz am Donnerstagmittag.

15.50 Uhr: Unsere Redaktion in Lüdenscheid informiert: Innerhalb weniger Minuten geriet Lüdenscheid gegen 13 Uhr durch ein heftiges Unwetter kurzfristig in einen Ausnahmezustand. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei waren im Dauereinsatz. An der Klamer Brücke geriet ein Fahrzeug unter einen umgestürzten Baum. Zwei Personen wurden eingeklemmt. Mehrere Straßen waren gesperrt. Auf der Herscheider Landstraße bildete sich ein langer Rückstau, weil auch hier Bäume auf die Fahrbahn kippten. In einem Neubaugebiet fielen gerade errichtete Mauern wie Dominosteine um. Die Sachschäden sind zum Teil immens.

15.33 Uhr: Unsere Redaktion in Halver gibt eine Zwischenbilanz: Straßen unter Wasser, Baum droht auf Straße zu stürzen, die Feuerwehr arbeitet in der Leitstelle die zahlreichen Einsätze ab. Alles zum Unwetter in Halver lesen Sie hier.

15.21 Uhr: Die Unwetter haben auch für Behinderungen bei der Bahn gesorgt, meldet dpa. Betroffen war vor allem der Regionalverkehr. Die rechtsrheinische Strecke bei Bonn wurde zwischen Niederdollendorf und Rhöndorf gesperrt. Hier seien Gleise überspült worden. Züge mehrerer Regionallinien mussten an der Stelle wenden; die Störung sollte am Donnerstag bis etwa 17 Uhr dauern. Im östlichen Ruhrgebiet gab es Oberleitungsschäden. Einzelne Bäume fielen in die Gleise.

15.14 Uhr: Auf der B236 in Werdohl sind zwei Bäume auf einen fahrenden Sattelschlepper gefallen. Die Straße zwischen Altena und Werdohl ist gesperrt.

15.09 Uhr: Auch in Altena ging zeitweise nichts mehr. Der Starkregen spülte Kanaldeckel auf die Straße. Hier eine Zusammenfassung unserer Altenaer Redaktion.

15.07 Uhr: Die Zugverbindungen von Hamm nach Münster sind unterbrochen - es liegen Äste auf den Oberleitungen.

In Meinerzhagen standen die Straßen unter Wasser.

15.06 Uhr: Meinerzhagen und Kierspe hat das Unwetter mit voller Wucht erwischt. Alle Feuerwehreinheiten sind im Dauereinsatz. Unsere Redaktion berichtet hier fortlaufend.

Video aus dem südlichen Märkischen Kreis:

Vier Menschen mussten aus diesem Auto Werkshagen befreit werden.

15.05 Uhr: Update aus Werkshagen: Die vier Personen, die zwischen Lüdenscheid und Meinerzhagen in ihrem Auto eingeklemmt waren, wurden befreit. Sie erlitten leichte Verletzungen. Die Feuerwehr musste sich von beiden Seiten mit der Motorsäge vorkämpfen.

14.58 Uhr: Das Landesliga-Relegationsspiel des SVF Herringen am Donnerstagabend ist abgesagt: Das Ostringstadion in Datteln ist nach dem Unwetter unbespielbar - neuer Termin ist am Freitag um 19 Uhr.

14.55 Uhr: An der Gottfried-Herder-Straße in Werne sind nach ersten Informationen mehrere Bäume auf ein Haus gestürzt. Ein Reporter unserer Zeitung ist vor Ort, wir berichten später ausführlich.

14.50 Uhr: Chaos auch auf der Schiene: Es kommt speziell im Fernverkehr zu langen Verspätungen. Die Intercity-Verbindungen durch das Ruhrgebiet verspäten sich am Hammer Hauptbahnhof bis zu zwei Stunden.

14.48 Uhr: Aus einigen Städten kommen Meldungen, dass Handynetze und der Fernsehempfang gestört waren.

14.43 Uhr: Auf der A1 zwischen Hamm und Bergkamen liegen mehrere große Äste auf der Fahrbahn. Autofahrer sollten ihre Geschwindigkeit unbedingt anpassen!

14.30 Uhr: In Hamm sind mehrere Bäume umgestürzt, unter anderem auf der Dortmunder Straße in Herringen - die Straße ist dort gesperrt.

Video aus der Hammer Innenstadt:

14.29 Uhr: In Halver fährt die Feuerwehr zahlreiche Einsätze. Unter anderem steht ein Spielcasino unter Wasser. Die Kollegen berichten hier fortlaufend.

14.22 Uhr: Die Deutsche Presse-Agentur sendet eine erste Zwischenbilanz: Bis Donnerstagmittag zogen die Unwetter von Südwesten kommend nach NRW und trafen hier zunächst den Raum Bonn. Straßen wurden überflutet, Unterführungen liefen voll. Bei der Polizei meldeten sich etliche besorgte Anrufer. Ein Polizeisprecher mahnte aber, nur noch den Notruf zu wählen, wenn Menschen in Gefahr seien. Im Laufe des Tages sollten die Gewitter weiter Richtung Nordwesten ziehen. Die Wetterdienste gaben immer neue Warnungen heraus.

14.19 Uhr: Ein Reporter unserer Zeitung steckt zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid fest. Ein Baum ist auf einen Wagen mit drei Insassen gestürzt. Die Feuerwehr versucht zur Unfallstelle zu kommmen.

14.15 Uhr: Das Wetter sorgt für Sendeprobleme beim Lokalradio Lippewelle Hamm. Die Techniker versuchen die Störungen zu beheben.

14.00 Uhr: Im Märkischen Kreis hat das Unwetter zahlreiche Bäume umstürzen lassen. In Hagen waren die Hagelkörner daumengroß.

Aktuelle Warnungen finden Sie auf www.unwetterzentrale.de

13.57 Uhr: Heftige Gewitter mit viel Regen haben im Raum Bonn größere Schäden angerichtet. Bei der Polizei in Bonn meldeten sich am Donnerstag etliche besorgte Anrufer. Keller liefen voll, Unterführungen wurden überflutet. Ein Sprecher der Polizei bat allerdings darum, nur noch den Notruf zu wählen, wenn Menschen in Gefahr seien. Auch im Rhein-Sieg-Kreis kämpften Polizei und Feuerwehr mit Wassermassen. So sei die Autobahnauffahrt Lohmar-Nord zur A3 überflutet worden. Einzelheiten konnten die Rettungskräfte zunächst nicht nennen. "Wir haben an allen Ecken und Enden zu tun", hieß es bei der Polizei in Siegburg.

Meteorologe: "Explosive Mischung"

In Köln-Porz befreiten Einsatzkräfte einen Mann aus einer überfluteten Tiefgarage. Der 71-Jährige hatte seine Katze im Wasser gesucht. In Köln waren besonders die südlichen Stadtteile und die rechtsrheinischen Gebiete betroffen. Behinderungen gab es auch bei der Bahn: In der Nähe von Bonn wurde über Stunden die rechtsrheinische Strecke zwischen Niederdollendorf und Rhöndorf gesperrt. Nach Bahn-Angaben wurden hier Gleise überspült. Für Regionalzüge mehrerer Linien gab es kein Durchkommen. Im östlichen Ruhrgebiet machten der Bahn Oberleitungsschäden zu schaffen. Außerdem fielen vereinzelt Bäume auf die Gleise.

"Alle sollten auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände achten", hieß es in einer Mitteilung der Stadt Bonn, auf deren Internetseite von einer "Extremwetterlage" die Rede war. Die Stadtwerke Bonn machten ein Servicecenter dicht - Wasser habe die Elektrik beschädigt. Der Straßenbahnverkehr war beeinträchtigt; in Bad Godesberg gab es Stromausfälle. Der Entsorgungsbetrieb Bonnorange kündigte eine Sperrmüll-Sonderschicht für Unwetter-Betroffene an.

Polizei und Feuerwehr kämpften etwa auch im Rhein-Sieg-Kreis und im Rheinisch-Bergischen Kreis gegen die Wassermassen. Gullideckel wurden hochgespült; Erdreich rutschte ab. Auch die Autobahnauffahrt Lohmar-Nord zur A3 wurde überflutet. "Wir haben an allen Ecken und Enden zu tun", hieß es bei der Polizei in Siegburg. Auch von Hagel berichteten Wetterbeobachter.

Am Nachmittag meldete der Oberbergische Kreis 300 Einsatzstellen. "Bei zwei - vermutlich witterungsbedingten - Verkehrsunfällen auf der A4, zwischen Gummersbach und Reichshof, wurden mehrere Menschen leicht verletzt", hieß es.

Die Unwetter kamen nicht überraschend. Meteorologen warnten für Donnerstag sogar, dass sich lokal begrenzt Tornados bilden könnten. Beim Wetterdienst Meteomedia in Bochum sprach Experte Fabian Ruhnau von einer "explosiven Mischung". Kalte Luft, die von Frankreich heranziehe, treffe auf die schwül-heiße Luft, unter der NRW seit zwei bis drei Tagen geschwitzt hat.

Auch in Düsseldorf oder Dortmund schüttete es später wie aus Eimern, der Himmel wurde dunkler und dunkler. Passanten flüchteten sich in Geschäfte und unter Dächer. Es donnerte so heftig, dass einige junge Mädchen schrien. Die Meteorologin Rebekka Krampitz twitterte, in Bochum-Weitmar seien zwischen 13 und 14 Uhr fast 46 Liter Regen auf einen Quadratmeter gekommen.

Bereits am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag hatte es erste Regionen in NRW getroffen. In Gütersloh standen nach Polizeiangaben rund 120 Keller und Tiefgaragen unter Wasser. Bäume stürzten um, Äste brachen ab. Im lippischen Lage kam ein 19 Jahre alter Autofahrer leicht verletzt davon, als er auf einer mit Schlamm verschmutzten Straße ins Schleudern kam und gegen einen Baum rutschte.

Die Gewitter sorgten aber auch für Abkühlung, nachdem viele Menschen in NRW wieder eine Tropennacht hinter sich hatten - das heißt: Die Temperaturen sanken vielerorts nicht unter 20 Grad, vor allem am Rhein. "Die Luftfeuchtigkeit ist das Maximale, was bei uns im Sommer möglich ist", sagte Meteorologe Ruhnau. Ihm zufolge ging die relative Luftfeuchtigkeit auf 85 bis 98 Prozent hoch. An diesem Freitag dürften die Temperaturen bei Regenschauern auf nicht mehr als 25 Grad steigen. - lnw

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Quelle: wa.de

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