Voyeur in Hagen und Iserlohn aktiv

Mini-Kamera in Shampooflaschen: Mann filmt Frauen im Schwimmbad und lädt Clips ins Internet

Ein tatverdächtiger Mann soll mehrere Frauen im Märkischen Kreis in NRW unter der Dusche mit versteckten Kameras gefilmt haben.
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Ein tatverdächtiger Mann soll mehrere Frauen im Märkischen Kreis in NRW unter der Dusche mit versteckten Kameras gefilmt haben. (Symbolbild). 

Wegen heimlicher Filmaufnahmen im Saunabereich des Westfalenbads in Hagen sowie während Besuchen in einem Massagesalon in Iserlohn ermittelt die Kriminalpolizei Hagen gegen einen 62-Jährigen aus dem Lennetal.

  • Ein Mann (62) aus dem Märkischen Kreis hat Frauen in einem Schwimmbad gefilmt. 
  • Unter einem Synonym hat er die Filme im Internet hochgeladen.
  • Er soll Mini-Kameras in Shampooflaschen versteckt haben. 

Märkischer Kreis/NRW - Anschließend habe der Voyeur unter dem Synonym „Hodenkobold 4711“ die Videoclips auf einschlägigen Plattformen im Internet hochgeladen. Wie viele Frauen gefilmt wurden, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Das sichergestellte Videomaterial sei noch nicht zur Gänze ausgewertet, sagte Polizeisprecher Tino Schäfer auf Anfrage von come-on.de*.

Heimliche Aufnahmen im Schwimmbad in Hagen: 248 Videodateien gefunden

Insgesamt 248 Videodateien wurden bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung des Mannes im Lennetal sichergestellt, schreibt die Hagener Westfalenpost, die zuerst über die Ermittlungen gegen den Spanner berichtete. Darunter sind auch die Aufnahmen von Frauen aus dem Saunabereich im Westfalenbad, die im Januar 2018 überwiegend an den Duschen entstanden sind. 

Ein Internetnutzer hatte die Videoclips auf einem Portal entdeckt und die Örtlichkeit wiedererkannt. Er schaltete die Polizei ein, die die Ermittlungen aufnahm. 

Tatverdächtiger ist wegen ähnlicher Delikte polizeibekannt

Dem 62-Jährigen kamen die Kripo-Beamten schnell auf die Spur. Er war den Behörden wegen ähnlicher Delikte bereits als Voyeur bekannt. 

Umgehend veranlasste die Polizei die Löschung der Videosequenzen von den einschlägigen Plattformen.

Mini-Kamera war in präparierten Shampooflaschen versteckt

Weitere bei der Hausdurchsuchung gefundene Beweisstücke zeigen, mit welcher kriminellen Energie der Mann die zumeist jungen Frauen bloßstellte. Gefunden wurden unter anderem daumennagelgroße Mini-Kameras, die er in Shampooflaschen versteckt haben soll. Auch ein Kulturbeutel war präpariert. 

Eine weitere Kamera integrierte der Spanner in einer Kappe, die er in einem Erotik-Thai-Massage-Salon in Iserlohn auf dem Tisch ablegte, bevor er sich von den Prostituierten befriedigen ließ. Auch diese Aufnahmen landeten im Internet. 

Neben der Polizei versucht auch ein Privatdetektiv den Mann zu überführen

Als die Betreiberin des Etablissements davon Wind bekam, engagierte sie einen Privatdetektiv, um den Spanner zu überführen. Im Zeitraum von Januar bis September 2018 überwachte der Detektiv laut Westfalenpost-Bericht den Massage-Salon und dokumentierte dabei auch das Vorgehen des Stammkunden

Schließlich brachte er die Taten des 62-Jährigen aus dem Lennetal bei der Polizei in Iserlohn zur Anzeige. 

Zweite Anzeige wegen eines Verdachtsfalls in Iserlohn

Weil in Hagen bereits das Verfahren gegen den Mann wegen der Aufnahmen aus dem Westfalenbad lief, gab die Kreispolizeibehörde des Märkischen Kreises den Fall an die Kripo in Hagen ab. 

Ermittelt wird gegen den 62-Jährigen wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen sowie der Verbreitung pornographischen Materials.

Polizei: 62-Jähriger "Hodenkobold" war bislang nicht körperlich übergriffig

Nach bisherigen Erkenntnissen verfolgte der Mann ausschließlich voyeuristische Motive, keine finanziellen. Für die Veröffentlichung der Videoaufnahmen soll er keine Zahlungen erhalten haben.

 „Wir haben auch keine Hinweise darauf, dass er in der Vergangenheit körperlich übergriffig wurde.“, sagte Polizeisprecher Schäfer. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen

Derzeit wird versucht, bereits gelöschte Videodateien wiederherzustellen. Aufgrund vieler Kinderpornographie-Ermittlungen in der Region, die ein Großteil des Personals beanspruchten, könnten sich die Ermittlungen aber noch hinziehen, sagte der Polizeisprecher. 

Der Tatverdächtige befindet sich auf freiem Fuß.

Westfalenbad Hagen wurde in die Ermittlungen nicht mit einbezogen

Das Westfalenbad in Hagen ist eine beliebte Freizeiteinrichtung in der Region. Mehr als 500.000 Besucher erholen sich jedes Jahr in der Anlage. 100.000 davon nutzen den Wellness- und Saunabereich. Der Betreiber des Westfalenbads, die Hagenbad-GmbH, zeigte sich gegenüber der Westfalenpost erstaunt über die Ermittlungen. 

Offenbar hatte die Polizei die Einrichtung nicht vorab informiert. Man habe erst durch die Recherchen der Westfalenpost von den heimlichen Aufnahmen unter der Dusche erfahren. Grundsätzlich, hieß es, seien aber alle Mitarbeiter geschult, um Aktivitäten von Voyeuren zu erkennen.

Erst in dieser Woche hat der Bundestag das sogenannte Upskirting - also das Fotografieren unter den Rock oder in den Ausschnitt unter Strafe gestellt*. Experten sind sich uneins, ob durch das neue Gesetz das Problem gelöst werden kann. Auch in Aachen in NRW soll ein Mann eine Frau heimlich beim Umziehen in einem Schwimmbad gefilmt haben*. 

In der Nähe von Göttingen sorgte die Nachricht von einem Spanner bei einer Frauenfußballmannschaft für Aufruhr. Täter war ausgerechnet der Trainer*, der von seiner Frau entlarvt wurde. *come-on.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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