Hochsaison in NRW

Wespennester halten Kammerjäger in Atem

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Eine Wespe sitzt auf einer Brombeere. Für die Schädlingsbekämpfer hat die Hochsaison begonnen, denn viele Eigenheimbesitzer klagen über Wespennester. Die verbreitete Vorstellung, Wespen würden am liebsten Süßes fressen, ist falsch: Mit den Proteinen aus Fleisch ziehen die Wespen ihren Nachwuchs auf, deshalb umringt häufig ein ganzer Schwarm den Grill.

ESSEN - Kaum ein Picknick ohne tierische Begleiter: Wespen sorgen derzeit wieder für so manch wilden Tanz am Kaffeetisch im Garten. Wenn dann noch ein ganzes Nest unterm Dach klebt, muss der Kammerjäger ran. Die Zunft der "Schädlingsbekämpfer" hat Hochsaison.

Sommerzeit - Wespenzeit. Die Freude über das schöne Wetter wird derzeit nicht selten durch die neugierigen schwarz-gelben Hautflügler getrübt. "Nach einem verregneten Frühling legen viele Tiere jetzt richtig los", erklärt der Essener Kammerjäger Michael Eckhardt. Für die Schädlingsbekämpfer hat die Hochsaison begonnen: Viele Eigenheimbesitzer klagen derzeit über Wespennester.

Eckhardts Firma beseitigt bis zu 20 Nester am Tag. Es kommt darauf an, die Königin zu erwischen: "Während Sie draußen eine Wespe töten, wachsen innerhalb des Nestes 40 neue." Eckhardt bestäubt die Wespen deshalb außerhalb des Nestes mit einem langsam wirkenden Pulver. Sie tragen das Gift dann nach innen und vergiften so auch die Königin.

Ein Wespennest verdirbt schnell den Spaß am eigenen Garten. Der Kammerjäger warnt jedoch davor, selbst in den Kampf zu ziehen: "Oft rufen die Leute erst an, nachdem sie bei einem Selbstversuch übel gestochen wurden". Ein Wespenstich sollte zunächst schnell gekühlt werden und ist in der Regel ungefährlich. Ein echter Notfall ist jedoch ein Stich im Mund- und Rachenraum. "Wenn die Wespe in der Nähe der Luftröhre zugestochen hat, kann das lebensgefährlich sein", warnt der Pressesprecher des Malteser Hilfsdiensts, Klaus Walraf.

Doch eine große Wespenpopulation ist vor allem ein Zeichen für ein gesundes Ökosystem. Nach Angaben der NRW-Stiftung für Natur, Heimat und Kultur sind nur wenige Wespenarten aggressiv und potenziell gefährlich. Nur zwei der 450 Unterarten der Wespe haben genug Kraft und Gift, um Menschen zu stechen. Trotzdem kann Kammerjäger Eckhardt von ungewöhnlichen Wespenerlebnissen erzählen: "Vor ein paar Tagen habe ich einen Gartenstuhl aus hartem Plastik gesehen, der von innen völlig zerfressen war. Wespen kriegen alles klein". - dpa

Quelle: wa.de

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