Investoren konkretisieren Planungen

FOC Werl soll eine Erlebnis-Einkaufswelt werden

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Sebastian Sommer und Ulrich Canisius (rechts)

WERL - Viele Häuser, Straßen, eine „Mall“ als Haupteinkaufsstraße für den Laufweg, kleine „Marktplätze“ für die Aufenthaltsqualität, verstreute Gastronomie: So soll das Factory-Outlet-Center (FOC) in Werl aussehen. Die architektonische Ausgestaltung des Komplexes steht kurz vor der Endfassung.

Von Gerald Bus

In einigen Wochen sollen erste Bilder gezeigt werden. Schon jetzt aber ist klar: Die Investoren streben für die rund 80 Geschäfte eine individuelle und baulich kleinteilige Lösung an. Keine Kopie einer Stadt, aber der Bau eines „Village“-Typs, Spielbereiche und Kinderbetreuung inklusive. Und sie glauben an die Realisierung: „Wir sind nicht nur verhalten optimistisch“, sagt Sebastian Sommer.

„Von der Architektur her hat es das noch nicht gegeben – und wird es auch nicht woanders geben“, sagt der Geschäftsführer des Investors Neinver Deutschland beim Besuch in der Anzeiger-Redaktion.

Keine großen Einzel-Geschäfte

 Zeitlos, aber modern und „mit lokalen Besonderheiten“ – das sind die Schlagworte. Es werde dabei keine großflächigen Einzelgeschäfte geben, vielmehr teilen sich die rund 80 Läden die 13 800 Quadratmeter Verkaufsfläche auf kleinen Einheiten. Sommer stellt unmissverständlich klar: Die Investoren stehen zu 100 Prozent hinter der Planung für das FOC Werl. Und sie sind „vorbereitet“ darauf, dass der Weg zur Realisierung wohl über eine Klage führen wird.

Auch wenn Werls Wirtschaftsförderer Ulrich Canisius hofft, „dass es eine Lösung gibt, die eine Klage überflüssig macht“ – auch Sommer ist sich im Klaren: „Das wird nicht einfach, aber wir wissen, dass Werl das wert ist.“ Dazu ist vorgesehen, eine höhere zweistellige Millionensumme in Werl im Bereich der A 445-Abfahrt Werl/Büderich zu investieren.

Dabei betont der Neinver-Chef, dass die Händler quasi Gewehr bei Fuß stehen. „Sie warten nur auf den Grundriss und dass wir die Pläne fertig machen.“ Leerstände werde es im FOC Werl nicht geben, mit Ausnahme von einer guten Handvoll größerer Marken, die bewusst erst ein gutes Jahr später einziehen, wenn das FOC angelaufen ist. Für sie hält man Ladenflächen bereit. „Das ist bei Outlet-Centern üblich.“

Der Bereich der A 445-Abfahrt Werl/Büderich: Hier soll das FOC Werl gebaut werden.

Einer der ersten Schritte sei gewesen, die rund 1000 Marken, mit denen Neinver in anderen Centern Mietverträge habe, zu kontaktieren. Das Feedback auf die Frage, wie der Standort Werl bewertet werde, sei durchweg positiv gewesen. Theoretisch habe man ein Einzugsgebiet von gut 19 Millionen Menschen.

Für die werden rund 1 400 Parkplätze benötigt, ebenerdig um das FOC Werl herum. Weder sind Parkhäuser geplant, noch Tiefgaragen. Die letzten Auswertungen zu den Verkehrsgutachten laufen, schließlich muss der Verkehr fließen können. Die Ergebnisse werden positiv sein, so Sommer. So wie das Gutachten zur Verträglichkeit, zu dem schon vor längerer Zeit durchgesickert war, dass die Auswirkungen auf die Nachbarkommunen „verträglich“ sein werden.

Der Besatz der Läden soll in der Hauptsache aus den Bereichen Bekleidung, Lederwaren, Accessoires, Sport und Schuhe kommen. Man habe nationale und internationale Topmarken im Verkauf, aber nicht nur Designer-Waren. Ein eigenes Hotel oder gar Vergnügungsstätten werde es nicht geben. „Wir wollen keine ‘Disneyisierung’“, sagt Sommer. Einkaufen als Erlebnis ja – aber mit klaren Strukturen und Angeboten, das sei das Ziel. Dabei suche man gezielt die Verknüpfung mit Angeboten in der Region, sei es Hotels oder Tourismus. Auch die Stadt Werl soll direkt angebunden werden über die Präsenz der Stadtinfo oder einen Busverkehr in die Stadt. „Wir bündeln das Paket an die Region“, verspricht der Geschäftsführer von Neinver.

„Appetit auf die Innenstadt“

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Dass die Investoren die architektonische und räumliche Verknüpfung mit Werl suchen, begrüßt Ulrich Canisius ausdrücklich. Wenn es gelinge, „Appetit auf die Innenstadt“ und die Region zu machen, habe jeder etwas vom FOC Werl. Auch sei man froh, dass es keine „Box“ geben wird, sprich einen massiven Baukörper am Stadtrand, der alle Geschäfte unterbringt. Das Einkaufen im FOC Werl soll unter freiem Himmel stattfinden, allerdings werde der Regenschutz mit bedacht, sagt Sommer.

Am Montag fand ein Abstimmungsgespräch im Werler Rathaus statt. Dabei ging es auch um die Auflösung des Joint Ventures zwischen „Neinver und MAB Development (wie berichtet). Auch da betonte Sommer, dass das keine Auswirkung auf die Planungen für das FOC Werl haben werde. Allerdings sorgt das für einen Zeitverzug, da die MAB-Ergebnisse eingearbeitet werden müssen. Daher werde man auch nicht wie geplant zum 20. April in den Planungsausschuss gehen können, sondern in den ersten Ausschuss nach der Wahl. Dann wird es um die frühzeitige Beteiligung der „Träger öffentlicher Belange gehen“.

Quelle: wa.de

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