Flüchtiger JVA-Häftling zu elf Jahren Haft verurteilt

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Zahnlücke als Erkennungsmerkmal: Der 42-jährige Nadiem Ralf Mahfouz wurde in Hamburg von der Polizei gejagt. Das Bild zeigt ihn beim Geldabheben in einer Hamburger Bank.

WERL/HAMBURG - Im Prozess gegen Nadiem Ralf M., der im Frühjahr nach einem Hafturlaub nicht in die JVA Werl zurückkehrte, ist ein Urteil gesprochen worden. Demnach muss der ehemalige Werler Häftling für elf Jahre in Haft.

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Außerdem wurde die Unterbringung in eine Entziehungsanstalt (nach dreieinhalb Jahren Haft) und die Sicherungsverwahrung verhängt, so Carsten Rinio, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hamburg, auf Anzeiger-Anfrage. Verurteilt wurde M. wegen versuchten Mordes, schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und „versuchten Raubes mit Todesfolge“ in Tateinheit.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig – es ist ein Mix aus den Forderungen der Staatsanwaltschaft (Freiheitsstrafe von 13 Jahren und zusätzlich Anordnung der Sicherungsverwahrung) und Verteidigung (Freiheitsstrafe von unter zehn Jahren zuzüglich Unterbringung in einer Entziehungsanstalt).

Die Verteidigung prüft eine Revision vor allem hinsichtlich der Mordmotivik und der ausgeschlossenen Verminderung der Schuldfähigkeit. „Das ist eine Abwägungsfrage“, sagt Verteidiger Frank-Eckhard Brand auf Anfrage. Nadiem Ralf M. stand vor Gericht, nachdem er auf seiner Flucht in Hamburg im Café Lissabon eine Frau niedergestochen und lebensgefährlich verletzt hatte, um an Geld zu kommen. - bus

Quelle: wa.de

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