Nachwuchsmangel: Ruhrbistum schließt Priesterseminar

ESSEN - Wegen Nachwuchsmangels verlagert das Bistum Essen im Herbst seine Priesterausbildung nach Münster und schließt sein Priesterseminar in Bochum. Das teilte ein Bistumssprecher am Donnerstag mit.

In dem Bochumer Seminar lebten derzeit nur noch fünf angehende Priester in einem Haus mit 57 Zimmern, hieß es in der Mitteilung. Das gemeinsame Leben mit täglichem Gebet und Diskussionen in der gut siebenjährigen Ausbildungs- und Studienzeit gehöre aber zur Vorbereitung auf den Beruf. Dies sei in der wesentlich größeren Gemeinschaft in Münster besser zu gewährleisten.

Die Entscheidung könnte auch die katholische Fakultät der Ruhr Universität Bochum - die einzige katholische Hochschulfakultät im Ruhrgebiet - gefährden, hieß es aus Kirchenkreisen. Dort studieren allerdings nur noch wenige junge Männer mit dem Ziel des Priesterberufs und die meisten auf Bachelor oder Master. Am Donnerstagabend wollte Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck zu dem Thema mit Hochschulvertretern sprechen.

Die Zahl junger Priester ist im Ruhrbistum - wie überall in der katholischen Kirche - stark rückläufig. 1994 hatten im Ruhrbistum 42 Kandidaten für den Priesterberuf studiert. Heute sind es - einschließlich auswärtig eingesetzter oder studierender Priesterkandidaten - insgesamt 11. Bundesweit sank die Zahl der angehenden Priester von 1104 im Jahr 2001 auf 764 im vergangenen Jahr. - lnw

Quelle: wa.de

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