Nach Unwetter: Welle der Solidarität schwappt durch Münster

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In Münster hat das große Aufräumen begonnen.

MÜNSTER/GREVEN - Die Arbeiten nach dem schweren Unwetter Anfang der Woche im Münsterland werden nach Einschätzung der Städte Münster und Greven noch Monate in Anspruch nehmen. Deshalb haben die Münsteraner auch beschlossen sich selbst zu helfen und dafür eine Facebook-Gruppe ins Leben gerufen.

Diese trägt den passenden Namen "Regen in Münster" und schon fast 6000 Menschen sind Mitglied. Das Prinzip ist denkbar einfach: Jeder der Hilfe bei den Aufräumarbeiten braucht, sendet eine Anfrage über die Facebook-Seite.

"Meine Eltern bräuchten wohl morgen Abend einige helfende Hände zum Ausräumen des Kellers. Ist da wer, der noch Kraft und Zeit hätte????" So oder so ähnlich lauten die Postings auf der Seite. Und die Menschen in Münster machen mit, stellen immer wieder bereitwillig ihre Arbeirskraft zur Verfügung oder kommen sogar mit einem kleinen Imbiss vorbei.

"Ein große Welle der Solidarität schwappt durch Münster", sagte eine Pressesprecherin der Stadt Münster auf Anfrage beeindruckt. Statt auf Hilfe von außen zu warten, helfen sich die Münsteraner nun generationsübergreifend einfach selbst. 

Die ersten Einsatzkräfte rücken wieder ab

Auch die Feuerwehren sind immer noch in großer Zahl unterwegs, hatten am Donnerstag aber zumindest alle akuten Einsätze weitestgehend abgearbeitet. Einsatzkräfte aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens fuhren deshalb in ihre Heimatstädte zurück. In Münster rückten nach dem Unwetter nach Angaben der Stadt rund 3500 Helfer zu Einsätzen an mehr als 3100 Orten aus. In Greven waren 2000 Einsatzkräfte vor Ort.

Anwohner stellten in Münster in den vergangenen Tagen Sperrmüll in mannshohen Bergen auf die Fußwege. Die Stadtreinigung will die Müllmenge mit Sonderabfuhren in den Griff bekommen. Zudem können Bürger ihren Restmüll ausnahmsweise auch kostenlos an allen Recyclinghöfen der Stadt abgeben.

Stadt richtet Spendenkonto ein

Unter dem Betreff "Unwetterhilfe Münster" bietet die Stadt Münster zudem  ab sofort ein Spendenkonto an bei der Sparkasse Münsterland Ost (Kontonummer 752, BLZ 400 501 50) an. Die Erlöse kommen direkt den von den Unwetterschäden Betroffenen zugute. "Die Hilfsbereitschaft in Münster ist nach wie vor enorm", wird Oberbürgermeister Markus Lewe in einer Pressemitteilung zitiert.

Langfinger nutzen offen stehende Türen

Unrühmliche Ausnahmen gibt es allerdings auch in Münster. So nutzten Langfinger nach dem schweren Unwetter offen stehende Türen für Diebstähle. Am Dienstag sei ein Täter durch eine geöffnete Haustür in eine Küche gelangt und habe ein Portemonnaie gestohlen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Am Mittwoch klaute ein Mann Leergut aus einem Mehrfamilienhaus und trug es in einer großen Einkaufstasche davon. Er wurde festgenommen.

In der ganzen Stadt standen in den vergangenen Tagen nach Wasserschäden Haus- und Kellertüren offen. Auch Sperrmüll stand vor den Häusern. Dies versuchten am Mittwoch zwei weitere Männer auszunutzen: Sie luden zwei Fahrräder auf einen Anhänger. Ein Nachbar alarmierte die Polizei. Den Beamten sagten die Männer, sie hätten die Räder für Sperrmüll gehalten - obwohl diese abgeschlossen an einer Hauswand abgestellt waren.

"Fahrrad-Autobahn" weiter teilweise gesperrt

Die "Fahrrad-Autobahn" Münsters, die Promenade, war am Donnerstag weiterhin teilweise wegen Baumschäden gesperrt. Auch einzelne Straßen und Wege waren noch wegen Überflutung gesperrt.

Der Zugverkehr zwischen Münster und Greven war am Donnerstag weiter beeinträchtigt. Züge der Westfalenbahn verkehrten einmal stündlich. Fernzüge wurden umgeleitet und verspäteten sich um 45 Minuten. Grund für die Störung war weiterhin das Stellwerk in Greven, das am Montag durch einen Wassereinbruch beschädigt worden war. - dpa/WA

Quelle: wa.de

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