Bei Lüdenscheid

Wegelagerer auf der A45: Falscher Polizist lotst Frau nachts auf Rastplatz

ARCHIV - Beamte der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit (MKÜ) der Bundespolizei kontrollieren am 14.11.2015 in Kehl (Baden-Württemberg) an der Europabrücke in der Nacht Fahrzeuge. Einer Beamter hält dabei seine Haltekelle in die Höhe. Bei einer Serie von Terroranschlägen in Paris wurden mindestens 120 Menschen getötet. Foto: Patrick Seeger/dpa (zu lsw Vorausmeldung: "Landtag debattiert über Folgen der Pariser Anschläge" vom 18.11.2015)
+
Mit einer Anhaltekelle lotste der falsche Polizist eine Frau auf den nächsten Rastplatz.

Falsche Polizisten lauern nachts Autofahrern an der A45 bei Lüdenscheid auf, um angebliche Geschwindigkeitsverstöße zu ahnden und bar zu kassieren. Jetzt meldete sich ein weiteres Opfer. Auch im Ruhrgebiet hielt ein falscher Polizist einen Verkehrsteilnehmer an - allerdings den aus seiner Sicht denkbar schlechtesten.

Wie die Polizei im Märkischen Kreis mitteilte, meldete sich nach den Berichten über falsche Polizeibeamte auf der A45 bei Lüdenscheid ein weiteres Opfer bei der echten Polizei: Am Dienstagabend vor einer Woche, gegen 23 Uhr, setzte sich auf der Sauerlandlinie ein schwarzer 5er BMW mit BP-Kennzeichen vor den Wagen einer 25-jährigen Frau aus Lüdenscheid, hielt einen Anhaltestab aus dem Dachfenster und lotste den Wagen auf den nächsten Rastplatz. Der 5er BMW mit BP-Kennzeichen war auch schon in anderen Fällen im Bereich Lüdenscheid sowie an der A1 bei Unna aufgefallen.

AutobahnA45
Länge257 km
Bauzeit1961 bis 1974

Der Fahrer stieg aus und erklärte der 25-jährigen Frau aus Lüdenscheid, er sei von der Polizei. Die Frau sei zu schnell gefahren und müsse nun 150 Euro Verwarngeld in bar zahlen. Die Frau hatte aber nicht so viel Geld dabei und zahlte einen Teilbetrag von 100 Euro. Der falsche Polizist kündigte ihr gegenüber an, dass sie einen Zahlschein über die Restsumme zugeschickt bekomme. Erst Tage später las sie einen Bericht über ähnliche Fälle. Deshalb erstattete sie nun Anzeige bei der echten Polizei. Gut möglich, dass es weitere Opfer des falschen Polizisten gibt.

Die Beschreibung des Tatverdächtigen:

  • - männlich, schlank,
  • - Ca. 1,65 bis 1,70 Meter groß
  • - ca. 20 bis 30 Jahre alt
  • - blonde, kurze Haare, mit Gel nach hinten frisiert
  • - Blaue Augen
  • - FFP2-Maske
  • - Jeanshose und dunkelblaues T-Shirt mit weißer Polizeiaufschrift auf dem Rücken
  • - Waffenholster an der Hüfte.

Das rät die echte Polizei für diese Fälle: Echte Polizeibeamte verlangen eigentlich nie Bargeld. Die Polizei rät: Lassen Sie sich einen Überweisungsträger aushändigen. Fährt ein ziviles Streifenteam vor Ihnen, halten die Beamten Sie niemals ausschließlich mit der roten Polizeikelle an. Hinten im Heckfenster ist mindestens auch die LED-Matrix mit den Worten „STOPP - Polizei - Bitte folgen!“ zu sehen. Die zivilen Polizeibeamtinnen und -beamten von der Autobahnpolizei zeigen nach dem Anhalten sofort und unaufgefordert den Dienstausweis vor. Merken Sie sich das Kennzeichen des Fahrzeuges, das Sie angehalten hat. Sollten Sie auch nur den geringsten Zweifel haben, fragen Sie nach der Dienststelle und rufen Sie dort an. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Amtsanmaßung.

Eine weiteren Fall meldete unterdessen die Polizei Bochum aus Herne. Gegen 20.15 am 27. Juli fuhr ein 53-jähriger Mann aus Herne mit seinem Kleinkraftrad auf der Horsthauser Straße in Richtung Kanal. Vor ihm hielt ein silberner Audi A3 an einer roten Ampel. Nachdem es grün wurde, fuhr der Pkw jedoch nicht an, sodass der Zweiradfahrer an dem Auto vorbeifuhr.

Kurz darauf hörte der Herner ein Hupen und sah hinter sich blaues Blinklicht aus dem Frontbereich des gerade „überholten“ Autos sowie ein DIN-A4 großes Schild mit der Aufschrift „Einsatzfahrzeug“. Scheinbar handelte es sich um eine Zivilstreife der Polizei, sodass der Rollerfahrer anhielt.

Der Fahrer des Autos gab sich dann auch gleich als „zivile Streife“ aus, woraufhin der Kradfahrer um das Vorzeigen eines Dienstausweises bat. Dem kam der angebliche Polizist, ein 24-jähriger Herner, nicht nach. An dieser Stelle war es dann Zeit, dass sich der 53-Jährige auswies. Er ist nämlich ein echter Polizist aus Herne und ein echtes Urgestein. Den 24-jährigen vermeintlichen „Kollegen“ hatte er noch nie gesehen und verständigte dann auch eine echte Streife.

Eine Anzeige wegen Amtsanmaßung kommt auf jeden Fall auf den jungen Mann zu. Warum er sich extra ein Blaulicht an sein Fahrzeug gebaut und dann eine Verkehrskontrolle durchgeführt hat, ist nun Gegenstand der Ermittlungen.

Ein seltsames Angebot machte ein Raststätten-Mitarbeiter einer Lkw-Fernfahrerin an der A45. Ein mit Redbull beladener Lkw stürzte auf der A45 um und sorgte für einen Verkehrschaos.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare