Warnung vor Krankenhauskeimen

ESSEN - Wissenschaftler fordern strengere Hygienestandards in deutschen Krankenhäusern. Patienten sollten bereits bei der Aufnahme auf multiresistente Keime getestet werden, um andere Patienten nicht zu gefährden.

Dies forderte Jan Buer, Präsident der 63. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), am Montag in Essen. Vorbild sind die Niederlande, wo Patienten bei einem sogenannten Eingangs-Screening auf Erreger getestet und wenn nötig isoliert werden.

In Deutschland hätten die Universitätskliniken zwar die Eingangsuntersuchung eingeführt, allerdings hinkten Krankenhäuser in kleineren Städten noch hinterher.

Das sei im Vorhinein aber günstiger für ein Krankenhaus als bei einem Infektionsausbruch. Eingangstests und die Isolation von Patienten allein reichten aber nicht aus, sagte Iris Chaberny, Leiterin der Krankenhaushygiene am Institut für Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Krankenhausmitarbeiter und Besucher sollten sich immer wieder die Hände desinfizieren. „Es klingt zwar banal, aber im Alltag geht das immer wieder unter.“ Saubere Hände seien wichtig. Häufig würden in Krankenhäusern Keime über die Hände übertragen.

Die Antibiotikaresistenz der Keime nehme immer mehr zu, so Buer. „Heute haben wir noch ein bis zwei Substanzen, auf die wir ausweichen können. Wenn die versagen, stehen wir mit dem Rücken an der Wand. Ganz wohl ist uns als Experten dabei in unserer Haut nicht“, sagte er. Laut Buer entwickelt die Pharmaindustrie schon lange keine neuen Antibiotika.

Die 63. Jahrestagung der DGHM findet bis zum 28. September in Essen statt. Rund 800 nationale und internationale Experten tauschen sich über die Erkennung, Verhütung und Therapie von Infektionserkrankungen aus. - dpa

Quelle: wa.de

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