Vorsichtige Entwarnung beim Schmallenberg-Virus

SOEST/RECKLINGHAUSEN - Das Schmallenberg-Virus hat bisher in Nordrhein-Westfalen weniger Schäden angerichtet als befürchtet. Bei knapp 500 Tierhaltern wurde die Krankheit in den Beständen nachgewiesen.

"Obwohl sich die Lage im Moment entspannt hat, geben wir aber noch keine komplette Entwarnung", sagte Peter Schütz vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV). Das Virus habe sich fast flächendeckend in NRW verbreitet. Vermutlich seien viele Bestände immunisiert.

Nachdem das Virus zunächst im Frühjahr bei Schafhaltern für bis zu 30 Prozent missgebildet geborene Lämmer gesorgt hatte, waren auch große Ausfälle bei Rindern befürchtet worden. Das habe sich glücklicherweise nicht bestätigt, sagte Schütz.

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Schmallenberg-Virus im Kreis Soest erfolgreich gestoppt

Das Abebben der Erkrankungswelle bestätigt der Soester Kreisveterinär Wilfried Hopp. Die letzte Erkrankung sei bereits vor zwei Wochen gemeldet worden. Insgesamt seien im Kreis Soest seit dem 1. März 2500 Kälber geboren worden. Nur neun Tiere in sieben Betrieben seien vom Schmallenberg-Virus betroffen gewesen.

Hopp geht davon aus, dass das Virus durch seinen eigenen Erfolg gestoppt worden ist: "Eine umfangreiche Untersuchung auf Antikörper gegen das Schmallenberg-Virus hat eine Massen-Durchseuchung belegt. Der Erreger hat sich also 2011 in fast allen Beständen ausgebreitet, aber so auch gleichzeitig dafür gesorgt, dass eine flächendeckende Immunisierung eintrat."

Nun hoffen die Experten, dass diese Immunisierung nachhaltig ist. Dabei lege man ein besonderes Augenmerk auf die Ablammzeit im Herbst, sagte Schütz. Besonders Schafzüchter sind aber weiter besorgt. "Wir hoffen natürlich auch, dass die Bestände immun sind, aber es könnte auch sein, dass die Ausfälle in diesem Frühjahr nur das Vorspiel waren und es im kommenden Jahr richtig losgeht", sagte der Geschäftsführer des Schafzuchtverbandes NRW, Ernst Brüggemann.

Einige der 270 betroffenen Schafhalter hätten bis zu einem Drittel ihrer Lämmer verloren. Noch hoffe der Verband, dass das Land eine Möglichkeit finde, den besonders Betroffenen finanziell unter die Arme zu greifen.

Dass es in absehbarer Zeit einen Impfstoff gegen das Virus geben wird, hält der Schafzuchtverband für unwahrscheinlich. "Bei der Blauzungenkrankheit hat es eine Impfpflicht gegeben. Das hat die Entwicklung eines Impfstoffes vorangebracht. Beim Schmallenberg-Virus sehen wir das bisher nicht." - lnw

Quelle: wa.de

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