Vierte Streikwelle:

Schleusenwärter in NRW im Ausstand

[Update 12.30 Uhr] DUISBURG - Die Lichter vor den Schleusen stehen wieder auf Rot. Bis Samstag wollen Schleusenwärter und ihre Kollegen in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung streiken. Die Schifffahrt beklagt einen Millionenschaden. Und fordert ein Machtwort der Kanzlerin.

Ein Streik der Schleusenwärter trifft wieder die Schifffahrt im Ruhrgebiet. Etwa 450 Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) in Nordrhein-Westfalen seien in den Ausstand getreten, sagte Uwe Reepen, Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, am Dienstag. Mit Beginn der Frühschicht um 6.00 Uhr begann die Arbeitsniederlegung, die bis Samstag dauern soll. Streikschwerpunkt sind die Schleusen an den Kanälen im Ruhrgebiet. Der Streik ist bereits der vierte in Nordrhein-Westfalen seit Anfang Juli. Die letzte Streikwelle hatte etwa 150 Schiffe im Ruhrgebiet ausgebremst.

Die streikenden WSV-Mitarbeiter wollen erreichen, dass die Bundesregierung einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung vereinbart und darin betriebsbedingte Kündigungen und Versetzungen ausschließt. Durch eine Umstrukturierung der oft dezentral arbeitenden WSV könnten nach Angaben von Verdi 3000 der bundesweit 12 000 Arbeitsplätze bedroht sein.

Am Donnerstag wollen etwa 1000 WSV-Beschäftigte aus NRW und Niedersachsen in Minden demonstrieren. Dort wird auch der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske zu den Streikenden sprechen.

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt forderte erneut ein Machtwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Der streikbedingte Schaden in der Schifffahrtsbranche, die mit dem Tarifkonflikt nichts zu tun habe, gehe in die Millionen. "Es trifft den Mittelstand und überwiegend Familienbetriebe", sagte Jörg Rusche, Geschäftsführer des Verbandes, am Dienstag. Je nach Größe des Schiffs betrage der Schaden zwischen 1500 und 2000 Euro am Tag.

Die Schifffahrt könne den bestreikten Bereich nicht umfahren. "Es gibt keine Ausweichmöglichkeit", erklärte Rusche. Betroffen sind Güterschifffahrt und Ausflugsschiffe, aber auch Hobby-Kapitäne. Nach Gewerkschaftsangaben wird am Dortmund-Ems-Kanal, dem Datteln-Hamm-Kanal, dem Wesel-Datteln-Kanal sowie dem Rhein-Herne-Kanal und dem Mittellandkanal gestreikt. Nordöstlich des Ruhrgebiets, etwa in Münster und am Mittellandkanal, wird nach Angaben des Schifffahrtsverbandes täglich aber während einer Schicht geschleust. - lnw

Quelle: wa.de

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