Lüdenscheiderinnen (84/60) und Iserlohner (83/78) verlieren sehr viel Geld

Betrugsopfer löst Konto auf und wirft fünfstellige Summe aus dem Fenster!

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Märkischer Kreis - Vier verschiedene Maschen, vier Mal Beute bis zu einer sehr hohen fünfstelligen Höhe: Im Märkischen Kreis sind nach aktuellen Informationen der Kreispolizeibehörde erneut vier Mal Menschen Opfer von Trickdieben bzw. Betrügern geworden. Ein Rentner löste erst sein Konto auf und warf dann das Bargeld tatsächlich aus seinem Fenster vors Haus, wo die Täter es nur einsammeln mussten. Wir fassen hier die vier Fälle zusammen - abermals verbunden mit dem Hinweis: Warnen Sie immer wieder vor allem ältere Menschen in Ihrem persönlichen Umfeld!

Falscher Polizist in Iserlohn

Kaum zu glauben, aber wahr: Ein 83-jähriger Iserlohner hat Bargeld in hoher fünfstelliger Höhe am Dienstag im wahrsten Sinne des Wortes zum Fenster rausgeschmissen - vor die Füße eines falschen Polizeibeamten. 

"Er hatte die sehr hohe Geldsumme zuvor von der Bank abgehoben, um sie dann vermeintlich in die sichere Verwahrung des Betrügers zu geben. Erst am nächsten Morgen realisierte der Iserlohner seinen Fehler und erstattete Anzeige", so die Polizei.

Das Vorgehen der Betrüger ist mit Variationen immer wieder identisch: Angeblich wurde eine Einbrecherbande festgenommen und ein Notizbuch gefunden, in dem auch sein Name stehe, erklärte eine Anruferin dem Senioren.

"Doch die Betrügerin beruhigte: Man habe verdeckte Ermittler vor dem Haus postiert. Am nächsten Tag meldete sich ein angeblicher Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes. Er riet dem alten Mann dringend dazu, sein Tagesgeldkonto aufzulösen, weil ein Strohmann bei der Bank arbeite. 

Dem folgte der 83-Jährige und leerte am Dienstag in einer aufwändigen Aktion sein Konto. In der Folge überzeugten die Täter den Senior, dass er sich von seiner Bank Falschgeld habe andrehen lassen. 

Um 21.30 Uhr warf er auf die ausdrückliche Anweisung der Täter das Geld in einer Hülle aus dem Fenster auf eine Grünfläche vor dem Haus. Einige Minuten später war der Beutel weg, ohne dass der Mann jemanden gesehen hat. Die Täter meldeten sich am Mittwochmorgen noch einmal. Doch der Mann wandte sich an die echte Polizei."

Falscher Handwerker in Lüdenscheid

Eine 84-jährige Lüdenscheiderin wurde am Dienstag in ihrer eigenen Wohnung um eine fünfstellige Bargeldsumme gebracht.

Gegen 13.40 Uhr habe ein Unbekannter bei ihr in der Glatzer Straße geklingelt und behauptet, er müsse das Wasser überprüfen, so die Polizei. Und weiter: "Die Seniorin ließ ihn in die Wohnung. Nachdem er gegangen war, legte sich die Frau hin. Später stellte sie fest, dass ihre Schränke durchsucht wurden."

Es fehlen nach Angaben der Polizei "eine sehr hohe Geldsumme, ein Sparbuch sowie Schmuck". Auf Nachfrage unserer Redaktion konkretisierte ein Sprecher der Polizei diese Angaben dann dahingehend, dass unter einer sehr hohen Geldsumme eine fünfstellige Summe zu verstehen sei.

Der Unbekannte war etwa 30 Jahre alt, ca. 1,75 Meter groß und hatte eine normale Statur. Er habe mit einem nicht näher konkretisierten Akzent gesprochen und dunkelgraue wie grüne Handwerkerbekleidung getragen.

"Möglicherweise hat der falsche Handwerker die Tür offen stehen gelassen, damit ein Komplize unbemerkt die anderen Zimmer durchsuchen konnte", mutmaßt die Polizei zum Tathergang.

Erfundener Lottogewinn in Lüdenscheid

Ebenfalls eine Summe in fünfstelliger Höhe verlor eine 60-jährige Lüdenscheiderin an einen unbekannten Betrüger, der ihr laut Polizei einen Lottogewinn vorgegaukelt habe.

"Bereits vor vier Monaten hatte sich der Unbekannte zum ersten Mal gemeldet und behauptet, die Frau habe im Lotto gewonnen. Um den Gewinn zu erhalten, müsse sie jedoch zunächst eine Gebühr bezahlen. Die Zahlung sollte über Wertkarten am Telefon erfolgen", so die Ermittler.

Und tatsächlich: Die Frau sei der Anweisung gefolgt, habe die sogenannten "Steamkarten" besorgt und am Telefon die entsprechenden Code-Nummern durchgegeben. 

Fast unglaublich: "Vier Monate lang meldete sich der Betrüger immer wieder und forderte erfolgreich neue Codes. Zur vereinbarten Gewinnübergabe kam jedoch niemand!" Verdacht hatte die Lüdenscheiderin offenbar erst viel zu spät geschöpft...

Die Polizei warnt: "Wer an keinem Gewinnspiel teilgenommen oder nicht Lotto gespielt hat, der kann auch nichts gewinnen. Stellen angebliche Glücksboten erst einmal Forderungen, sollten alle Alarmglocken schrillen."

Falscher Versicherungsvertreter in Iserlohn

Vierte verschiedene Betrugsmasche in Iserlohn: Hier war es ein angeblicher Versicherungsvertreter, der am Dienstag kurz nach 10 Uhr an der Tür eines 78-jährigen Mannes an der Hövelstraße geklingelt hatte. 

"In einem unbeobachteten Moment muss der Unbekannte in eine Schublade gegriffen und eine Geldbörse herausgezogen haben", mutmaßt die Polizei.

Besonders bitter, weil dieser Fehler immer wieder gemacht wird: "Darin steckte nicht nur Bargeld, sondern auch eine EC-Karte samt der PIN-Nummer. Der Täter hob postwendend mehrere hundert Euro ab", so die Kreispolizeibehörde.

Der Unbekannte sei etwa 20 Jahre alt gewesen, habe mittellange Haare gehabt, war schlank und nur etwa 50 bis 60 Kilo schwer sowie 1,80 Meter groß. Er hatte nach Polizeiangaben weder Bart noch Brille und trug eine dunkelblaue Weste. Er habe Deutsch ohne jeden Akzent gesprochen.

Polizei hofft auf Hinweise

Die Polizei bittet in allen vier Fällen um Hinweise unter den Telefonnummern 02351/9099-0 (Lüdenscheid) bzw. 02371/9199-0 (Iserlohn).

Quelle: wa.de

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