Oberhausener Fronleichnamskirmes

Menschliches Versagen: Ursache für Kirmes-Unfall geklärt

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Polizisten stehen am Samstag in Oberhausen auf der Fronleichnamskirmes vor dem Fahrgeschäft "Love Express".

[Update 14.25 Uhr] Oberhausen - Menschliches Versagen war der Grund für den schweren Unfall auf einem Kirmes-Karussell in Oberhausen. Die Ermittlungen von Polizei und externen Sachverständigen haben ergeben, dass das Fahrgeschäft nicht ordnungsgemäß aufgebaut worden war.

Bolzen am Karussell seien nicht durch die nötigen Splinte - das sind stiftähnliche Sicherungselemente für Maschinen und Fahrzeuge - gesichert gewesen, teilte die Polizei mit.

Durch die Vibration während des Betriebs hätten die Bolzen sich gelöst und vier Menschen schwer verletzt. Derzeit ermittelt die Polizei, wer für den Aufbau und die fehlerhafte Sicherung des Karussells verantwortlich ist.

Am "Love Express" hatten sich während der Fahrt Teile gelöst und mehrere Fahrgäste getroffen. Eine Frau wurde nach dem Unfall am Samstag auf der Intensivstation behandelt. Sie schwebe aber nicht in Lebensgefahr, teilte die Stadt Oberhausen am Sonntag mit. Zahlreiche Besucher des Jahrmarkts, die alles mit angesehen hatten, erlitten einen Schock und wurden von Psychologen betreut.

Die Polizei riegelte den Platz rund um den "Love Express" ab.

Die vielen bunten Glühbirnen an dem Fahrgeschäft blinkten am Samstag noch bis weit in die Nacht hinein, während Polizisten und Notärzte sich um die Verletzten und die Zeugen kümmerten. Ein Sichtschutz rund um das Karussell schützte die Opfer und die Helfer vor den Blicken der Schaulustigen.

Bis 21.30 Uhr waren noch Hunderte Kirmesbesucher mit dem "Love Express" gefahren und hatten sich im Kreis herumschleudern lassen. Doch dann lösten sich bei der rasanten Fahrt Teile und schleuderten direkt auf mehrere Fahrgäste.

Mehrere Fahrgäste verletzt

Drei Frauen und ein Mann im Alter von 19 bis 44 Jahren kamen ins Krankenhaus. Bei ihnen diagnostizierten die Ärzte unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma, einen gebrochenen Kiefer und eine gebrochene Schulter.

Während die Polizei den Platz rund um den "Love Express" weiträumig abriegelte, ging der Jahrmarkt, der sich auf mehrere Straßen im Stadtteil Sterkrade erstreckt, weiter. Allerdings habe es keine Musik und keine lauten Ansagen mehr gegeben, sagte ein Stadtsprecher. - dpa

Quelle: wa.de

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