Vertauschte Urnen: Geldstrafe für Bestatter

BLOMBERG/DORTMUND  - Ein Bestatter vertauscht zwei Urnen, setzt sie im jeweils falschen Grab bei - die Spezialetiketten sind entfernt. Dafür hat ihn das Amtsgericht Blomberg nun zu einer Geldstrafe verurteilt.

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Schon bei der Beisetzung fiel der trauernden Familie eine Unstimmigkeit auf. Statt einer silbernen Urne mit Röschen stand dort eine Urne mit ägyptischem Muster. Die Exhumierung zeigte schließlich: Es war die falsche Urne mit der falschen Asche. Der Bestatter hatte offenbar die Gefäße verwechselt und sogar die Spezial-Etiketten entfernt, die eine Identifizierung erleichtert hätten. Warum? Das bleibt auch nach der Verhandlung am Amtsgericht Blomberg weiter unklar.

Das Gericht hat den 58-jährigen Bestatter aus Blomberg am Montag wegen Störung der Totenruhe und Urkundenunterdrückung in jeweils zwei Fällen zu einer Gesamtgeldstrafe von 90 Tagessätzen à 80 Euro (insgesamt 7200 Euro) verurteilt. Es blieb damit hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft zurück. Die Ankläger hatten insgesamt 12 000 Euro Geldstrafe gefordert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Bestatter im Juli 2012 zwei Urnen vertauschte und - um seinen Fehler zu vertuschen - die Etiketten entfernte. Der Angeklagte selbst hatte angegeben, die Etiketten müssten sich durch Hitzeeinwirkung bei sommerlichen Temperaturen gelöst haben - dadurch sei die Verwechslung erst möglich geworden.

Ein Gutachter allerdings schloss diese Möglichkeit so gut wie aus. Er testete laut Angaben des Gerichts die Spezial-Etiketten bis zu Temperaturen von 120 Grad Celsius. Auch der Leiter des Krematoriums hielt die Darstellung des Angeklagten vor Gericht für unwahrscheinlich. Zeugenvernehmungen von Familienangehörigen des Bestatters, ob auch andere Personen Zugriff auf die Urnen gehabt hätten, verliefen am letzten Prozesstag laut Angaben des Gerichts eher unergiebig. Am Ende stand der Schuldspruch.

Gegen das Urteil können noch Rechtsmittel eingelegt werden. - lnw

Quelle: wa.de

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