Vertauschte Graburnen: Geldstrafe zur Bewährung

DETMOLD/BLOMBERG - Ein Bestatter vertauscht zwei Urnen. Angehörige bemerken die falschen Behälter, den ägyptische Muster statt Röschen zieren. Jetzt ist der Fall abgeschlossen. Der Bestatter darf sich bewähren.

Der wegen eines Etikettenschwindels mit zwei vertauschten Graburnen verurteilte Bestatter aus Blomberg darf sich bewähren. Das Landgericht Detmold bestätigte am Mittwoch zwar die Verurteilung wegen Störung der Totenruhe. Zugleich setzte das Gericht die Geldstrafe auf zwei Jahre zur Bewährung aus. Der 60 Jahre alte Bestatter hatte in der Verhandlung die Berufung auf die Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 80 Euro beschränkt. Das Urteil sei rechtskräftig, teilte eine Gerichtssprecherin mit.

Schon bei der Beisetzung fiel den Trauernden auf, dass die Urne keine Röschen sondern ägyptische Muster hatte. Die Exhumierung offenbarte: Es war die falsche Urne mit der falschen Asche. Der Bestatter hatte die Gefäße verwechselt und sogar die Spezial-Etiketten entfernt, die eine Identifizierung erleichtert hätten, hieß es im Urteil des Amtsgerichts Blomberg vom 14. April. Das Motiv blieb allerdings unklar.

Das Gericht sah es aber als erwiesen an, dass der Bestatter im Juli 2012 zwei Urnen verwechselte und - um seinen Fehler zu vertuschen - die Etiketten entfernte. Der Angeklagte selbst hatte angegeben, die Etiketten hätten sich durch die sommerliche Hitze gelöst und so die Verwechslung verursacht. Ein Gutachter hatte diese Möglichkeit allerdings so gut wie ausgeschlossen. - lnw

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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