Rätsel um Verschwinden eines toten Säuglings

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HERNE - Das Verschwinden eines toten Babys aus einer Klinik in Herne stellt die Ermittler weiterhin vor ein Rätsel. "Für uns ist es völlig unerklärlich, wo das Baby geblieben ist. Leider", sagte ein Sprecher der Bochumer Polizei am Montag.

Befragungen des Krankenhauspersonals hätten bislang ebenfalls noch keine weitere Spur ergeben. Das Mädchen, eine extreme Frühgeburt, war am Montag vor einer Woche nach einer Notoperation im Herner Marienhospital gestorben. Als der Leichnam am Freitag von einem Bestatter zur Beerdigung abgeholt werden sollte, war das Bettchen in der Leichenhalle leer. Eine weitere Kinder- oder Babyleiche gab es dort nicht, sagte der Polizeisprecher.

Wie die Klinik am Montag mitteilte, war das Kind nach nur sechs Monaten im Mutterleib am 8. Januar mit einem Gewicht von 550 Gramm in Wuppertal zur Welt gekommen und in die Herner Kinderchirurgie verlegt worden. "Die erfahrenen Spezialisten konnten das Leben des kleinen Mädchens nicht retten", heißt es in der Mitteilung. Nach Angaben der Klinik hat eine Krankenschwester das tote Baby gemeinsam mit einem Stoffbärchen in ein Tuch gewickelt und in die Leichenhalle gebracht.

Die Vorkommnisse in Herne bezeichnete der Bestatterverband Nordrhein-Westfalen als "Katastrophe". Ein Kind durch eine Frühgeburt zu verlieren, sei für die Eltern und Angehörigen schon schlimm genug. "Wenn sie ihr Kind nun nicht wie vorgesehen bestatten können, wird die Trauerbewältigung umso schwerer, weil ihr der Ort fehlt", sagte Jürgen Salm, Sprecher des Verbandes, am Montag. Der Gesetzeslage zufolge müssten Frühgeborene, die schwerer sind als 500 Gramm, bestattet werden, sagte Salm. - lnw

Quelle: wa.de

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