23-jährige Werlerin Liesa Schulte vermisst - Polizei steht vor Rätsel

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Die vermisste Liesa Schulte aus Werl.

WERL - Die Ermittler stehen vor vor einem Rätsel. Was geschah in der Nacht zum Dienstag vor einer Woche, als die 23-jährige Liesa Schulte aus Werl-Westönnen nahezu spurlos verschwand?

Der inzwischen von der Polizei vernommene Ex-Freund der Vermissten hat angegeben, dass er sich in jener Nacht mit der 23-Jährigen getroffen hat. Dabei solle es eine Aussprache gegeben haben. Beide sind zusammen mit dem Twingo der Westönnerin gefahren, gab der Schwarzafrikaner an. Am Autobahnanschluss Werl-Süd habe er per Anhalter ins Ruhrgebiet fahren wollen, was aber erfolglos geblieben sei. Kein Wagen habe gehalten.

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Wer hat die vermisste Liesa Schulte gesehen?

Alle suchen Liesa Schulte - doch es feht weiter jede Spur

Suche nach Liesa Schulte wird weiter fortgesetzt

Schließlich, so gab er zu Protokoll, habe Liesa Schulte sich als Anhalterin versucht – mit schnellem Erfolg. Danach habe die junge Frau den Fahrer eines Kombis überredet, statt ihrer den Ex-Freund mitzunehmen, worauf der Kombifahrer sich auch eingelassen habe. Also habe er die junge Frau alleine im Dunkeln zurückgelassen, sagte der Ex-Freund aus, der in der Vorwoche lange von der Polizei verhört worden war, nach einer Nacht im Gewahrsam dann aber wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Laut Staatsanwaltschaft besteht „kein dringender Tatverdacht“.

Sollte sich der Kombifahrer finden, wäre der ein wichtiger Zeuge. „Wir sind sehr daran interessiert, diesen Fahrer zu finden“, sagt Staatsanwältin Sandra Müller-Steinhauer. Auch weitere Autofahrer, die den Schwarzafrikaner mit oder ohne Begleitung von Liesa Schulte gesehen haben, sind für die Polizei wichtige Zeugen und werden dringend gebeten, sich zu melden. „Wenn es so gewesen ist, müsste das aufgefallen sein“, so die Staatsanwältin.

Liesa Schultes Renault Twingo

Unterdessen läuft die Suche nach Liesa Schulte weiter. Zudem wird auch das Auto der Westönnerin mit dem Kennzeichen SO-A 433 auf Spuren untersucht. Allerdings habe die Staatsanwaltschaft überhaupt keine Kenntnis von der Behauptung, dass der gelbe Renault Twingo 30 Kilometer weit gefahren sein soll. „Das“, sagt Staatsanwältin Müller-Steinhauer, „entspricht nicht unseren Ermittlungen.“

Der Twingo war am 17. April morgens von Angehörigen am Motocrossgelände und damit in Nähe der Autobahnauffahrt gefunden worden; der Schlüssel steckte, der Tank war leer, der Wagen offen. "Eine Fahrt war damit nicht mehr möglich", sagt die Staasanwältin. Bei der Auswertung der Spuren im Wagen gibt es "Teilergebnisse", so Müller-Steinhauer. "Aber die sind nicht zielführend." Entscheidend weiter helfen sie den Ermittlern also bislang nicht. Aber auch hier laufe die Auswertung.

In der Nacht zum 17. April hatte Liesa Schulte das Elternhaus verlassen, offenbar vor dem Hintergrund eines Beziehungs-Konflikts.  

Einsatzkräfte der Polizei verteilten am Montagabend gegen 21.45 Uhr Fahndungsplakate im Bereich des Westönner Bahnhofs. Der Ex-Freund der Vermissten hatte angegeben, dass er mit dem Zug nach Westönnen gefahren ist. Weitere Plakate wurden am späten Abend in Werl und im Bereich der Anschlussstelle Werl-Süd (A44) aufgehängt. Man habe durchaus Menschen erreicht, bilanzierte Staatsanwältin Sandra Müller-Steinhauer vorsichtig. Ob sich daraus eine konkrete Spur ergibt, ist offen. Man werte die Aussagen noch aus. Derzeit gebe es aber "keine Rückmeldung oder Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Klärung beitragen".

Kurzfristig wird nun eine neuerliche Suchaktion nach der 23-Jährigen koordiniert. Per Hundertschaft wird aktuell nicht mehr geforscht, weil man keine weiteren Anhaltspunkte zur Suche hat. Die Polizei sucht weiter dringend Zeugen, die sich unter Telefon 0231/1327999 melden sollen. - bus

Quelle: wa.de

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