Urteil des Landgerichts Hagen

Vergewaltigung in JVA Schwerte: Täter verurteilt

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Symbolfoto

HAGEN - Das Hagener Landgericht hat einen Häftling wegen Vergewaltigung und Geiselnahme zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Die Richter ordneten außerdem an, dass der einschlägig vorbestrafte Dortmunder anschließend in der Sicherungsverwahrung für unbelehrbare und gefährliche Wiederholungstäter untergebracht wird.

Der 34-Jährige hatte zugegeben, im August vergangenen Jahres in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Schwerte eine Angestellte in deren Büro eingesperrt, bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt, mit einer Rasierklinge bedroht und zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Erst nach einer Stunde konnte die Frau den Tatort verlassen; ihr Peiniger stieß sich noch im Büro seines Opfers die an einen Zahnbürste montierte Rasierklinge mehrfach in den Hals, erlitt aber lediglich oberflächliche Verletzungen.

Das Vergewaltigungsopfer hege „keinen Groll gegen den Täter“ hatte ihr Rechtsbeistand in dem Strafverfahren erklärt. Sie arbeitete zur Tatzeit als Lehrerin in der JVA Schwerte und wollte dem Häftling kurz vor dem brutalen Übergriff auf dessen Wunsch hin einen Liedtext aus dem Internet ausdrucken. Nach der Bewertung der Richter war dies jedoch nur der Vorwand, sich Zutritt zu dem Büro der Frau zu verschaffen. Er habe sie schon seit längerem ausgespäht und ihre Vergewaltigung geplant.

Der Angeklagte behauptete in dem Verfahren, dass die sexuellen Übergriffe „spontan und nicht geplant“ erfolgt seien. Eigentlich habe er vorgehabt, sich durch das Überstülpen einer Tüte das Leben zu nehmen – die Justizangestellte hätte dabei zusehen sollen. Ihr Flehen „Ich tue alles, was du willst!“ habe ihn erst veranlasst, sich der Frau sexuell zu nähern.

Zur Tatzeit verbüßte der Mann eine im Mai 2010 vom Landgericht Bochum verhängte achtjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung. Er hatte eine Arbeitskollegin mit einem Gift heimtückisch betäubt und die wehrlose Frau vergewaltigt. - Lisa Moorwessel

Quelle: wa.de

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