Streik seit Mittwoch

Verdi lähmt Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen

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NRW - Wieder trifft es die Pendler in Nordrhein-Westfalen. Die meisten Busse und Stadtbahnen in Nordrhein-Westfalen bleiben in den Depots - die Gewerkschaft Verdi hat erneut zum Warnstreik aufgerufen. Eine Folge: mehr Staus auf den Autobahnen.

Stillstand bei Bussen und Stadtbahnen: Mit einem erneuten Warnstreik im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes hat die Gewerkschaft Verdi wieder große Teile des Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen lahmgelegt. "Wir haben eine annähernd hundertprozentige Streikbeteiligung", sagte der Sprecher des Verdi-Bezirks NRW, Günter Isemeyer, am Mittwochmorgen.

Der Stillstand im Nahverkehr machte sich mit Beginn des Berufsverkehrs auf den Autobahnen in NRW bemerkbar. "Wir beobachten auf den Stadtzufahrten seit 8 Uhr um einiges mehr an Verkehr", sagte Jens Scheifgen, Schichtleiter der Verkehrszentrale von Straßen.NRW in Leverkusen. Betroffen seien insbesondere die Straßen rund um Köln und Düsseldorf sowie im Ruhrgebiet. Auch die Staus seien länger als gewöhnlich.

An den Hauptbahnhöfen in Düsseldorf und Köln blieben die meisten Pendler dagegen gelassen. Viele von ihnen gingen zu Fuß zur Arbeit oder stiegen aufs Fahrrad um, nachdem die diesmal zweitägigen Streiks seit längerem angekündigt waren. Die Deutsche Bahn und die privaten Bahngesellschaften sind nicht von dem Warnstreik betroffen. Regionalzüge und S-Bahnen fahren am Mittwoch wie gewohnt, bestätigte ein Bahnsprecher. Manche S-Bahnen seien etwas voller, weil die Pendler von den Stadtbahnen auf die Züge der Bahn umsteigen würden.

Verdi-Sprecher Isemeyer rechnete damit, dass sich landesweit voraussichtlich 12.000 Beschäftigte am Streik beteiligen. In den großen Städten in Nordrhein-Westfalen sollten am Mittwoch nur Linienbusse von privaten Unternehmen fahren. So wollte die Rheinbahn in Düsseldorf den Verkehr auf 17 Busstrecken aufrechterhalten.

Verdi will mit den Aktionen Druck vor der dritten Tarifverhandlungsrunde am kommenden Montag machen. In der zweiten Runde hatte es zwar eine Annäherung in einzelnen Punkten, aber insgesamt keinen Durchbruch gegeben. Die Gewerkschaften fordern, dass die Einkommen der 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen.

An diesem Donnerstag sollen sich Mitarbeiter von Kindertagesstätten, Stadtverwaltungen und der Müllabfuhr dem Warnstreik anschließen. Auch an Flughäfen - etwa in Düsseldorf und Köln/Bonn - sind Arbeitsniederlegungen geplant.

Nordrhein-Westfalen ist in dieser Tarifrunde zum zweiten Mal von Warnstreiks betroffen. Am Dienstag vergangener Woche hatten nach Verdi-Angaben landesweit rund 50 000 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Darunter waren auch rund 10.000 Beschäftigte im Nahverkehr. Die meisten Menschen hatten sich auf den Streiktag eingestellt, ein Chaos war ausgeblieben. - lnw

Quelle: wa.de

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