Geistlicher soll kinderpornografisches Material heruntergeladen haben

Schlimmer Verdacht: Pastor aus MK (55) vom Bistum suspendiert

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Ein Priester aus dem Märkischen Kreis steht im Verdacht, Kinderpornos auf seinen Computer heruntergeladen zu haben. 

Die Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen einen 55-jährigen Geistlichen aus dem Märkischen Kreis wegen des Verdachts auf den Besitz kinderpornografischen Materials.

Märkischer Kreis - Der Pastor aus dem Bistums Essen soll Informationen unserer Zeitung zufolge zuletzt in Halver/Schalksmühle und Altena/Nachrodt tätig gewesen sein. Nach der Bischöflichen Verfahrensordnung des Bistums Essen bei Missbrauchsfällen wurde der beschuldigte Priester von seinem Dienst freigestellt. 

In Halver und Schalksmühle wurden die Gemeindemitglieder der Pfarrei Christus König durch Pfarrer Claus Optenhöfel in den Gottesdiensten am Wochenende über die Beurlaubung informiert. Auch in der Pfarrei St. Matthäus Altena-Nachrodt-Wiblingwerde erfuhren die Kirchenbesucher am Wochenende von der Suspendierung. 

Kinderpornos aus dem Computer

Bis auf Weiteres sind dem Verdächtigen alle priesterlichen Dienste untersagt. Der Geistliche soll sich laut Bistum Dateien mit kinderpornografischen Material aus dem Internet auf seinen Computer geladen haben. Im Rahmen der Ermittlungen sei auch die Wohnung des Beschuldigten durchsucht worden, um mögliches Beweismaterial sicherstellen zu können, teilt das Bistum Essen offiziell mit. 

Die Staatsanwaltschaft Hagen bestätigt auf Anfrage das laufende Verfahren. Nähere Angaben zur Person wollten aus datenschutzrechtlichen Gründen weder deren Sprecher Dr. Gerhard Pauli noch Ulrich Lota machen. Der Beschuldigte selbst war für eine Stellungnahme am Montag nicht zu erreichen.

Strafmaß von Geldstrafe bis Haft

Bei dem Material, dass es nun auszuwerten gilt, gehe es um elektronische Medien, und zwar um „Dienstliches wie Privates“, sagte Pauli weiter. Ermittelt wird mit Verdacht auf den Besitz kinderpornografischer Schriften nach Paragraf 184 b des Strafgesetzbuchs, bewehrt mit einem Strafmaß von einer Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsentzug. 

Ob es tatsächlich zur Anklage und einem Verfahren kommt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen. Zudem arbeiten die Ermittlungsbehörden mit knappen Auswertekapazitäten. Bis zu einem Jahr könne es durchaus dauern, bis die Medien entsprechend gesichtet und ausgewertet seien.

"Transparent mit dem Thema umgehen"

„Für uns besteht die Notwendigkeit, deutlich zu machen, dass wir transparent mit dem Thema umgehen, wenn wir davon wissen“, begründet Ulrich Lota die frühe Veröffentlichung des Vorgangs. Nach den zurückliegenden Missbrauchsskandalen fährt die Katholische Kirche eine deutlich offensivere Linie, wenn es um solche Verdachtsfälle geht. Sowohl auf Ebene des Bistums Essen wie auch in den Gemeinden ist das Vorgehen standardisiert und klar festgelegt. 

Klare Vorgaben im Bistum Essen 

Beim Bistum Essen gilt Folgendes: „Erhärten sich die Anhaltspunkte auf einen sexuellen Missbrauch wird 

1. der Fall bei der Staatsanwaltschaft angezeigt (wünscht der oder die Betroffene ausdrücklich keine Mitteilung an die Staatsanwaltschaft, geschieht dies nur, wenn durch den Beschuldigten weitere Gefährdungen zu befürchten sind)

2. Bischof Franz-Josef Overbeck informiert

3. suchen die Missbrauchsbeauftragten des Bistums, Angelika von Schenk-Wilms oder Karl Sarholz, das Gespräch mit dem Beschuldigten. 

Unabhängig vom Ergebnis der staatsanwaltlichen Untersuchung wird anschließend eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eröffnet. Auch über das Ergebnis dieser Untersuchung wird der oder die Beschuldigte informiert. Nach Abschluss aller Verfahren bietet Bischof Franz-Josef Overbeck dem Beschuldigten ein Gespräch an."

Missbrauchsskandal erreichte Märkischen Kreis

Im Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid wurdenim Zuge des Missbrauchsskandals acht Missbrauchsfälle durch sechs Geistliche aktenkundig

Zudem wurde ein Priester nach Lüdenscheid versetzt, gegen den Missbrauchsvorwürfe erhoben worden sind.  

Quelle: wa.de

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