Verbraucher aus NRW schmeißen Lebensmittel zu früh in die Tonne

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Genießbare Lebensmittel landen oft voreilig in der Abfalltonne.

DÜSSELDORF - Rund drei Viertel der Verbraucher in Nordrhein-Westfalen werfen Lebensmittel nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit weg. Dabei wüssten sie, dass die Lebensmittel auch nach diesem Datum noch gut seien, berichtete das NRW- Verbraucherschutzministerium gestern in Düsseldorf.

Anlass war die Vorstellung einer Studie zur Verringerung von Lebensmittelabfällen. Die Fachhochschule Münster hatte sie in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale NRW im Auftrag des Ministeriums erstellt.

Laut der Studie werden in NRW jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, knapp die Hälfte davon von Verbrauchern. „Mangelnde Wertschätzung ist eine Ursache der Verschwendung“, sagte Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne).

Ohne Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) landeten besonders Obst, Gemüse und Brot schneller im Müll, sagte die Leiterin der Studie, Prof. Petra Teitscheid. Laut der Studie wissen die Verbraucher sehr gut, was das MHD bedeutet. Einen Grund für das voreilige Wegwerfen sehen die Forscher darin, dass viele Verbraucher durch den alltäglichen Arbeits- und Lebensstress nicht mehr zum Kochen kommen. Das MHD habe eine „Entlastungsfunktion“. Dadurch könnten Verbraucher leichter wegwerfen.

Für die Studie wurden alle Stationen von der Landwirtschaft bis zum Verbraucher nach Ursachen für das Wegwerfen noch genießbarer Lebensmittel untersucht. „In der gesamten Kette entstehen Abfälle“, sagte Teitscheid. Ein Problem seien die strengen Vermarktungsregeln. Entsprechen Gurke und Apfel nicht der Norm, werden sie aussortiert. „Zudem erwarten Verbraucher zu jeder Zeit, in jeder Menge frische Lebensmittel“, sagte die Forscherin. So entstehe ein Überangebot von Nahrungsmitteln. Allein der Handel in NRW werfe pro Jahr knapp 68 000 Tonnen Lebensmittel weg.

Minister Remmel forderte, die strengen gesetzlichen Vermarktungsregeln zu überarbeiten und „wenn nötig, zu ändern“. Zudem will Remmel die Verbraucher für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln sensibilisieren. „Sie sollen die Hemmschwelle verlieren und untereinander über moderne Kommunikationsmittel Lebensmittel tauschen können“, sagte Remmel. - dpa

Quelle: wa.de

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