Verband: Nach Loveparade-Toten nur "Hyperaktivität und Hysterie"

+
Der Ort des Unglückes der Loveparade in Duisburg wird während der Arbeiten an einer Gedenkstätte mit einem Bauzaun abgesperrt. Bis zum dritten Jahrestag im Juli soll die Gedenkstätte fertig sein.

DUISBURG/FRANKFURT - Vor zweieinhalb Jahren starben bei der Loveparade in Duisburg 21 Menschen. Ein Verband meint jetzt: Es wurde viel über Schuld diskutiert, aber wenig darüber, was man künftig besser machen kann.

Die Genehmigungsbehörden haben aus der Loveparade-Katastrophe in Duisburg im Jahr 2010 die falschen Konsequenzen gezogen - dieser Ansicht sind die Organisatoren von Großveranstaltungen. Statt Sicherheitsauflagen bundesweit zu regeln, herrsche "Hyperaktivität und Hysterie", sagte Joachim König, Präsident des Europäischen Verbandes der Veranstaltungs-Centren (EVVC) am Mittwoch auf der Messe Prolight+Sound in Frankfurt. Er beklagte "unsinnige Auflagen, die teilweise zur Nichtfinanzierbarkeit von Veranstaltungen führen".

"Zweieinhalb Jahre nach den Todesfällen sind die Verantwortlichkeiten nicht klarer, sondern unklarer", sagte König. Im Bestreben, "die Verantwortung wegzudrücken", hätten manche Bundesländer Freiluft-Events mit fliegenden Bauten aus der Versammlungsstättenverordnung gestrichen. Sie gilt für Veranstaltungsstätten mit festen Tribünen und regelt unter anderem die Breite der Rettungswege. "Damit wird ein sicherheits- und rechtsfreier Raum geschaffen", kritisierte der Jurist Volker Löhr.

Der Verband fordert daher eine länderübergreifende Musterverordnung für alle Open-Air-Veranstaltungen. Der EVVC repräsentiert 700 Veranstaltungszentren in Deutschland, Österreich, Schweiz und dem angrenzenden Ausland.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare