Zoodirektoren gegen Menschenrechte für Menschenaffen

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KÖLN - Der Verband Deutscher Zoodirektoren lehnt die Initiative von Tierschützern für Grundrechte großer Menschenaffen im Grundgesetz ab.

"Wir halten nichts von Menschenrechten für Menschenaffen, wir halten aber sehr viel davon, dass man sich für den Erhalt von Menschenaffen einsetzt", sagte Verbandspräsident Theo Pagel, der Direktor des Kölner Zoos ist, dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitagausgabe). Den Vorwurf katastrophaler Haltungsbedingungen in vielen Zoos wies Pagel zudem entschieden zurück.

Die Tierschutzorganisation Great Ape Projekt Deutschland hat eine Initiative zur Aufnahme von Grundrechten großer Menschenaffen wie Schimpansen, Gorillas oder Orang-Utans auf persönliche Freiheit, Leben und körperliche Unversehrtheit im Grundgesetz gestartet. Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind nach ihrer Auffassung die Haltungsbedingungen in deutschen Zoos katastrophal.

Alle 38 deutsche Zoos mit großen Menschenaffen erfüllten die Anforderungen aus dem Jahr 1996, betonte der Verband Deutscher Zoodirektoren. Die neuen Standards des Landwirtschaftsministeriums zur Haltung von Säugetieren könnten Tieren sogar schaden. Das überarbeitete "Säugetier-Gutachten" entbehre teilweise einer wissenschaftlichen Grundlage. Das Great Ape Projekt hatte festgestellt, dass 60 Prozent der 38 deutschen Zoos mit Großen Menschenaffen die neuen Anforderungen nicht erfüllten.

Der Zoo in Münster gibt nach eigenen Angaben im Sommer seine Schimpansen ab, damit die Gorillas mehr Platz bekommen. Die acht Tiere wechseln in den Zoo nach Magdeburg, nachdem der Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Schimpansen dem Schritt am Donnerstag zugestimmt hatte. Zoodirektor Jörg Adler zeigte sich erleichtert. "Uns war aber von Anfang an klar: Wenn wir die Schimpansen abgeben, dann nur als komplette Gruppe. Schimpansen leben in einer sozialen Struktur, die wir nicht einfach trennen dürfen." - lnw

Quelle: wa.de

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