OVG-Urteil zu Flughafen

Paderborn/Lippstadt darf Startbahn verlängern

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MÜNSTER - Bringt eine längere Landebahn mehr Krach für die Anwohner eines Flughafens? Das mussten Richter nach einem jahrelangen Rechtsstreit jetzt abschließend klären.

Der Flughafen Paderborn/Lippstadt darf seine verlängerte Start- und Landesbahn in Betrieb nehmen. Das hat das Oberverwaltungsgericht in Münster am Freitag entschieden. Anwohner hatten gegen den Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Münster für die Bahnverlängerung geklagt. Sie befürchten einen Lärmanstieg. Nordrhein-Westfalens kleinster Regionalflughafen hatte bereits im Jahr 2006 beantragt, die rund 2,2 Kilometer lange Startbahn um 390 Meter zu verlängern, um die bestehenden Kapazitäten besser nutzen zu können. Seit 2009 ist die verlängerte Bahn auch fertig, bislang aber noch nicht für den Flugverkehr freigegeben. ((Az.: 20 D 45/09.AK)

Das Gericht schloss sich in seiner Urteilsbegründung mehreren Gutachtern an. Diese hatten durch eine Verlängerung keine Gefahr für einen Lärmzuwachs gesehen. Erst ab ca. 3000 Meter Länge könnten Großraumflugzeuge landen, die dann auch eine höhere Lärmbelastung verursachten, erläuterten die Experten.

Der Flughafen hat die Verlängerung der Start- und Landebahn damit begründet, die bisherigen Flüge besser auslasten zu können. Auf der kürzeren Piste könnten Flugzeuge aus Sicherheitsgründen nur mit weniger Passagieren starten als eigentlich möglich. Oder sie müssten weniger Kerosin tanken, was zum Beispiel auf dem Flug zu den Kanarischen Inseln einen Zwischenstopp erforderlich macht.

Neben der Verlängerung der Landebahn stören sich die Anwohner an der Nachtflugregelung. Bislang gibt es kein Nachtflugverbot in Paderborn. Die Bezirksregierung Arnsberg hatte in Abstimmung mit dem Flughafen im Planfeststellungsverfahren 2009 zum Schutz der Anwohner Starts und Landungen zwischen 22 Uhr am Abend und 6 Uhr am Morgen stark eingeschränkt, obwohl es dafür keine gesetzliche Vorgabe gibt. Den Anwohnern ging die Schritte aber nicht weit genug. Das Gericht wies das zurück.

Das OVG ließ keine Revision zu. Die Kläger wollen jetzt das schriftliche Urteil abwarten, um dann über eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht zu entscheiden. So lange ist das Urteil nicht rechtskräftig.- lnw

Die Flughäfen in NRW

Sechs große Flughäfen gibt es in Nordrhein-Westfalen. Von ihnen starteten 2013 rund 18 Millionen Passagiere - 0,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zahlen für die einzelnen Airports:

- Düsseldorf: 10,6 Mio. Passagiere (plus 1,8 Prozent)

- Köln/Bonn: 4,5 Mio. Passagiere (minus 2,5 Prozent)

- Niederrhein/Weeze: 1,2 Mio. Passagiere (plus 12,2 Prozent)

- Dortmund: 948.000 Passagiere (plus 1,1 Prozent)

- Münster/Osnabrück: 421.300 Passagiere (minus 16,0 Prozent)

- Paderborn/Lippstadt: 392.000 Passagiere (minus 9,1 Prozent)

Damit startete 2013 von den 101,4 Millionen in Deutschland beförderten Fluggästen beinahe jeder fünfte (17,8 Prozent) von einem der sechs großen Flughäfen in NRW. Den größten NRW-Anteil hat Düsseldorf mit 58,4 Prozent, gefolgt von Köln/Bonn (25,0), Weeze (6,8), Dortmund (5,2), Münster/Osnabrück (2,33) und Paderborn/Lippstadt (2,2).

Quelle: wa.de

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