Urteil: Im Linienbus immer gut festhalten

BONN - Wer mit dem Linienbus fährt, sollte sich auch dann gut festhalten, wenn er einen Sitzplatz ergattert hat. Das geht aus einem Urteil des Bonner Landgerichts vom Freitag hervor, wonach die Bonner Stadtwerke nicht für die Folgen eines schweren Sturzes eines Fahrgastes in einem ihrer Linienbusse haften.

Im November 2009 hatte der Bus scharf bremsen müssen. Eine 61-jährige Frau war dabei vom Sitz geschleudert worden und mit dem Gesicht gegen eine Metallstange geprallt. Dabei hatte sie Verletzungen in Gesicht und Nacken erlitten und war sechs Wochen arbeitsunfähig.

In der Berufungsverhandlung argumentierten die Richter, die Passagierin habe den Unfall überwiegend selbst verschuldet, da sie in einem Buch gelesen, sich nicht ausreichend festgehalten und auch nicht auf den Verkehr geachtet habe. Dazu aber sei sie als Fahrgast nach den allgemeinen Beförderungsbestimmungen verpflichtet. Der Passagier müsse jederzeit mit unvorhersehbaren Fahrmanövern, einschließlich einer Vollbremsung rechnen.

Der Arbeitgeber der Frau hatte Klage gegen das städtische Busunternehmen eingereicht und über 3000 Euro für den sechswöchigen Arbeitsausfall gefordert. Das Amtsgericht Bonn hatte zunächst in erster Instanz der Klage stattgegeben, da der Platz, auf dem die Frau gesessen und gelesen hatte, keine ausreichende Möglichkeit zum Festhalten geboten habe. - lnw

Quelle: wa.de

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