Erfolgsgeschichte aus Unna

Urlaubsguru: Reise-Blog hat schon 60 Mitarbeiter

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Die gute Laune im Team ist nicht nur für das Foto gestellt: Eine mitarbeiterfreundliche Unternehmensführung ist die Basis beim Urlaubsguru.

UNNA - Die Idee entstand bei einem Bier auf seinem Balkon in Unna. Daniel Krahn dachte mit seinem Freund Daniel Marx über einen Reiseschnäppchenblog nach – aus privatem Interesse. Heute betreiben sie Internetseiten in elf Ländern, haben über 60 festangestellte Mitarbeiter und 1,3 Millionen Fans auf Facebook.

Die Resonanz auf ihr Schnäppchenportal hat den 32-jährigen Daniel Krahn und den 28-jährigen Daniel Marx überrollt. Sie sind seit 2012 der „Urlaubsguru“, durchstöbern das Internet nach preiswerten Reiseangeboten und veröffentlichen sie auf ihren Internetseiten. Wenn ein Leser den Urlaub bucht, zahlt der Reiseveranstalter eine Provision an das junge Unternehmen.

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Hier findet der Urlaubsguru Reise-Schnäppchen

So weit haben die beiden Unnaer anfangs gar nicht gedacht. „Wir sind aus persönlichem Interesse gestartet“, sagt Krahn. Der Internet-Blog sollte ein Hobby sein. „Es gab gar kein Geschäftsmodell.“ Ein gefundenes Super-Schnäppchen brachte die Lawine ins Rollen: Drei Tage Budapest mit zwei Übernachtungen in einem Drei-Sterne-Hotel für drei Euro – ohne Haken und versteckte Kosten. „Das ist durch die Decke gegangen“, erzählt Krahn.

Hunderttausende Internet-Nutzer stießen beim „Urlaubsguru“ auf dieses Angebot. Die wachsende Leserschaft fragte weitere Schnäppchen nach. Im Juli 2013 stellten Krahn und Marx ihren ersten Mitarbeiter ein – ein Jahr später sind es fast 70.

Daniel Marx (li.) ist gelernter IT-Ingenieur, Daniel Krahn bringt eine klassische kaufmännische Ausbildung mit.

Das Team arbeitet in drei Schichten und stellt am Tag 25 bis 30 Angebote online. Gerne auch auf Zuruf der Leser: „Wir bekommen viele Fragen nach Familienreisen. Also haben wir eine eigene Rubrik ‘Familienurlaub’ geschaffen.“ Faule Angebote versuchen die Schnäppchenjäger herauszufiltern. 80 Euro für eine Woche Türkei kam Krahn sehr preiswert vor. Er schickte einen Praktikanten ans Mittelmeer. Schlicht, aber völlig in Ordnung, urteilte der Test-Urlauber. Der „Urlaubsguru“ nahm das Schnäppchen auf der Seite auf.

Weil die Nachfrage nach Kreuzfahrten stieg, gründeten Krahn und Marx einen eigenen Blog: „Captain Kreuzfahrt“. Mit der „Schnäppchenfee“, „Prinz Sportlich“ und „Mein Haustier“ kamen weitere Schnäppchen-Portale hinzu. Den Urlaubsguru gibt es währenddessen schon als „Holidayguru“ in zehn weiteren Ländern. „Auch da suchen die Menschen offenbar nach preiswerten Urlauben“, lacht Krahn. „Und Europa ist noch groß“, kündigt der 32-Jährige weitere Expansionspläne an. In Deutschland gibt es rund 40 ähnliche Schnäppchen-Blogs – doch so viel Manpower wie der Urlaubsguru hat kaum eines der Portale.Den bisherigen Wachstumskurs haben Krahn und Marx bisher ohne externe Investoren gestemmt. „Wir haben immer nur das Geld investiert, das wir eingenommen haben.“ Darauf legen die „Urlaubsgurus“ ebenso viel Wert wie auf eine mitarbeiterfreundliche Unternehmensführung. Neben dem Großraumbüro mit Blick auf den Dortmunder Flughafen stehen Tisch-Kicker, Dartscheibe und Videospielkonsole. Abends gibt es ein Feierabendbier, künftig werden die Mitarbeiter mittags bekocht und in einigen Wochen nimmt ein „Feel-Good-Manager“ die Arbeit auf. Geprägt hat die Unternehmer ein Besuch im Silicon Valley bei Google, Facebook und Co. „An dieser Art der Mitarbeiterführung orientieren wir uns“, sagt Krahn.

Und nicht zuletzt die Erfahrunngen der beiden vergangenen Jahre haben sie geprägt. „Wir haben hier sieben Tage die Woche gesessen“, erzählt Krahn. Kein freies Wochenende und gedanklich immer beim „Urlaubsguru“. „Wir wollen uns hier wohlfühlen und das soll auch für die Mitarbeiter gelten.“ Die Zahl von Bewerbern bei Stellenausschreibungen zeigt: Sie machen einiges richtig.

Quelle: wa.de

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