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Urlaub in Deutschland: Jugendherbergen in NRW kämpfen mit den Folgen des Coronavirus

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Von: Katharina Küpper

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Der Urlaub 2020 steht unter keinem guten Stern: Wegen des Coronavirus ist die Planung unsicher, lange war eine Reisewarnung ausgesprochen. Die Hoffnung liegt auf dem Urlaub in Deutschland - doch die Jugendherbergen in NRW haben zu kämpfen.

Es gibt weniger Möglichkeiten für einen Urlaub in Deutschland, denn: In der Region Westfalen-Lippe in NRW werden zwölf von 29 Jugendherbergen im Jahr 2020 nicht mehr öffnen. Erst 2021 solle es wieder losgehen, das teilt das Deutsche Jugendherbergswerk in einer Mitteilung mit. Der Geschäftsführer der Jugendherbergen Westfalen-Lippe, Guido Kaltenbach berichtet: „Aufgrund der Krise kommen kaum Schulklassen und Gruppen, die an den betroffenen Standorten bis zu 80 Prozent der Belegung ausmachen.“ Er betont, dass es sich dabei ausdrücklich um vorübergehende Schließungen handele.

Deutsches Jugendherbergswerk (DJH)
Gründung:1909
Sitz:Detmold
Mitglieder:2,46 Millionen (Stand: 2020)
Motto:Gemeinschaft erleben

Kaum Gruppenreisen, keine Klassenfahrten: Wegen des Coronavirus sieht die Buchungslage bei Jugendherbergen eher mau aus, berichtet wa.de*. Aber Kaltenbach blickt optimistisch gen Zukunft: „Die Buchungen für 2021 sehen bisher gut aus. Wir gehen fest davon aus, im nächsten Jahr wieder durchzustarten.“

Coronavirus in den Jugendherbergen: Zwölf Stätten in Westfalen-Lippe geschlossen

2020 sei der Betrieb von zwölf Jugendherbergen in der Region Westfalen-Lippe aber leider wirtschaftlich nicht mehr darstellbar. Dabei handelt es sich um folgende Standorte: Reken, Cappenberger See, Glörsee, Burg Altena*, Rüthen, Paderborn, Bad Driburg, Porta Westfalica, Soest, Rheine, Sorpesee und Horn-Bad Meinberg. Zwar sind die Jugendherbergen Sorpesee und Horn-Bad Meinberg noch geöffnet, werden allerdings wegen mangelnder Buchungen ab spätestens dem 30. September für den Rest des Jahres pausieren. Während die Möglichkeiten für einen Urlaub in Deutschland abnehmen, bangen Touristen aus Risikoländern um ihre Rückkehr: Es gibt klare Regeln, ob Reisende nach ihrem Urlaub in Quarantäne müssen.

Die Jugendherbergen Biggesee, Bielefeld und Tecklenburg werden noch mindestens bis Oktober dieses Jahres von den Bezirksregierungen in NRW Arnsberg, Detmold und Münster als alternative Unterkünfte genutzt. Die drei Herbergen bieten geflüchteten Menschen mit Vorerkrankungen einen besonderen Schutzraum vor dem Coronavirus, heißt es in der Mitteilung.

Coronavirus in den Jugendherbergen: Hoffnung auf 2021 - zwei bleiben länger geschlossen

Bleiben die aktuellen Bedingungen bestehen, sollen die Jugendherbergen im Januar 2021 wieder geöffnet werden - mit zwei Ausnahmen: Soest ist von den stornierten Gruppenreisen besonders betroffen und schließt bis einschließlich März 2021. In Rheine war vor der Corona-Krise eine umfangreiche Baumaßnahme geplant, sodass dort bis zum Frühjahr nächsten Jahres keine Buchungen möglich waren.

Teppich mit der Aufschrift „Die Jugendherbergen“ sowie dem Logo des DJH. Ein Mensch geht gerade über den Teppich.
Die Jugendherbergen in NRW haben wegen des Coronavirus zu kämpfen. Der Landesverband Westfalen-Lippe berichtet von vorübergehenden Schließungen. © Friso Gentsch/dpa

„Wir bedauern die temporären Schließungen natürlich sehr“, sagt Geschäftsführer Guido Kaltenbach. „Gleichzeitig sind wir aber auch froh, dass trotz Corona immerhin fast die Hälfte unserer Standorte wahrscheinlich durchgehend geöffnet bleiben kann.“ Dabei handelt es sich um die Jugendherbergen Bochum, Brilon, Burg Bilstein, Dortmund, Detmold, Freusburg, Hagen, Haltern am See, Münster, Möhnesee, Nottuln, Petershagen, Winterberg und Wewelsburg. Angesichts der Coronavirus-Krise haben die Jugendherbergen in NRW auch ihre Zielgruppe erweitert: Der Landesverband spricht vor allem jetzt in den Sommerferien Corona-gestresste Familien an. Für diese gibt es auch ein extra angefertigtes Angebot. Manche Herbergen haben auch noch Kapazitäten für einen Spontanurlaub.

Coronavirus in den Jugendherbergen: Rettungsschirm federt schlimme Verluste ab

Die Einnahmeverluste der Jugendherbergen werden aktuell durch den Rettungsschirm des Landes NRW abgefedert. Dieser wurde Mitte Mai für Träger der Jugend- und Jugendsozialarbeit gespannt und umfasst insgesamt 72 Millionen Euro, wie das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen erklärt. Aktuell deckt er noch den Zeitraum bis Ende August 2020 ab.  

Am Wochenende hatte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Jugendherbergen Julian Schmitz im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur über die besondere Notlage vieler Jugendherbergen in NRW wegen des Coronavirus berichtet. Einige Standorte stünden vor dem Aus, wenn sich die Lage nicht verbessere. Der DJH-Verband Rheinland (zwölf von 35 sind derzeit geschlossen) hatte sich am Sonntag ähnlich geäußert wie nun die Träger der westfälisch-lippischen Herbergen. Aktuelle Entwicklungen zum Coronavirus in NRW sind in unserem News-Ticker*. - *wa.de und come-on.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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