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Unwetter war "mehr als ein Jahrhundertereignis"

[UPDATE, 16.36 Uhr] HAMM/KREIS UNNA/KREIS SOEST - Recht unerwartet, aber dafür umso heftiger wütete in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ein Unwetter in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes. Die Feuerwehr ist bei hunderten Einsätzen pausenlos im Einsatz, musste Anwohner teilweise mit Booten evakuieren.

16.36 Uhr: Für den Kreis Unna und Hamm hat der Deutsche Wetterdienst schon wieder eine Warnung vor Gewitter herausgegeben. Über Dortmund ist das Unwetter am Nachmittag bereits hinweg gezogen. Die Warnung gilt bis 18.30 Uhr.

In Hamm waren an der Hoppeistraße einige Häuser nur noch per Boot zu erreichen.

15:12 Uhr: "Das ist mehr als ein Jahrhundertereignis." Mit diesen Worten kommentiert Ilias Abawi, Sprecher des Lipperverbandes die Messwerte der Station in Herringen. Der für ihn entscheidende Wert ist der über zwei Stunden. Dabei fielen in der Spitze am gestrigen Abend 48,1 Liter pro Quadratmeter. Der Höchstwert für eine Stunde habe sogar bei 36,7 Litern gelegen. In sechs Stunden fielen an der Messstation 62 Liter. Über den gesamten Tag hinweg 67 Liter.

14:39 Uhr: Die Feuerwehr Bönen zieht Bilanz ihrer "Nachbarschaftshilfe" in Bergkamen: Seit 6.10 Uhr sind Kräfte des Löschzuges 2 im Rahmen der überörtlichen Hilfe in Bergkamen-Rünthe im Einsatz. Im Bereich der Overberger Straße wird der Gerätewagen-Logistik zusammen mit der auf einem Anhänger installierten Hochleistungspumpe eingesetzt, um gegen die großflächigen Überflutungen infolge der ergiebigen Niederschläge anzukämpfen. Neben der Bönener Wehr sind auch Kräfte des THW und weitere Feuerwehren im Nordkreis tätig, um mit zahlreichen Pumpen und kilometerlang verlegten Schlauchleitungen die überfluteten Areale abzupumpen. Für die Bönener Feuerwehr ist die heute eingesetzte Fahrzeug-Anhänger-Kombination eine Premiere: Der Gerätewagen-Logistik des Löschzuges 2 wird erstmals zur überörtlichen Hilfe eingesetzt - der Pumpenanhänger wurde bei früheren Einsätzen in der Regel zusammen mit dem Rüstwagen oder dem Gerätewagen-Logistik des Löschzuges 1 entsandt. 

14:34 Uhr: Für Hamm liegen erste Zahlen vor. Nach einer Hochrechnung über das Regenradar dürften in den letzten Stunden mindestens 30 Liter pro Quadratmeter gefallen sein. Lokal, wie beispielsweise an der Hoppeistraße, könne aber auch leicht die doppelte Menge zusammengekommen sein, teilte der Deutsche Wetterdienst auf Anfrage mit.

13:50 Uhr: Mit der Industriestraße ist eine der wichtigsten Bergkamener Verkehrsadern noch immer gesperrt. "Hier läuft von den Feldern weiter jede Menge Wasser nach", sagte Patrick Mersch, Zugführer des THW Werne. Mersch rechnet damit, dass an der Straße noch mindestens bis 17 Uhr gepumpt werden muss. Eine Umleitung ist eingerichtet.

12:51 Uhr: Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann ist in Herringen an der Hoppeistraße eingetroffen, um sich vort Ort ein genaues Bild zu machen.

12:48 Uhr: An der Hoppeistraße in Herringen ist die Situation dagegen noch immer recht angespannt, auch wenn der Lippeverband mittlerweile dafür gesorgt hat, dass das Wasser abfließen kann. Aber die Keller stehen noch immer komplett unter Wasser, die Stromversorgung ist unterbrochen und aus einem Tank soll Heizöl ausgelaufen sein.

12:45 Uhr: Die Lage in Hamm entspannt sich:Die Feuerwehr arbeitet derzeit die letzten zwei noch offene Einsätze im Stadtgebiet ab. An beiden Stellen wird jeweils eine Restmenge Wasser aus dem Keller gepumpt.

12:30 Uhr: Dortmund vom Unwetter nur gestreift: Während in vielen Städten die Feuerwehren noch immer ohne Pause im Einsatz sind, kam Dortmund in der Nacht relativ glimpflich davon. 17 wetterbedingte Einsätze waren zu verzeichnen.

In Herringen musste die Feuerwehr mit Booten anrücken, um einige Anwohner aus ihren Häusern zu retten.

12:28 Uhr: Mit Lünen war auch die Nachbarstadt von Werne stark vom Unwetter betroffen. Kannp 30 Einsätze verzeichnete die Feuerwehr. Meist mussten auch hier Keller ausgepumpt werden. Im Ortsteil Wethmar schlug ein Blitz in einen Dachstuhl ein. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar.

12:05 Uhr: Nur zwei Keller in Bönen vollgelaufen: Fast trockenen Fußes überstanden die Bönener das Unwetter in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Im ganzen Stadtgebiet musste die Feuerwehr nur zu zwei Einsätzen ausrücken. An der Schul- und an der Poilstraße stand jeweils ein keller unter Wasser. Arbeitslos waren die Werhrmänner aber auch in der Folge nicht. Seit 6:10 Uhr am Freitagmorgen ist ein Löschzug mit dem neuen Gerätewagen "Logistik 2" zur Unterstützung in Bergkamen. An Bord ist eine Hochleistungspumpe, die bis zu 8.000 Liter Wasser pro Minute pumpen kann. Hinzu kommen fast 2,5 Kilometer Schlauch.

11:56 Uhr: Drensteinfurt bleibt verschont: Eine ruhige Nacht verlebten Polizei und Feuerwehr in Drensteinfurt. Es gab keine wetterbedingten Einsätze.

10:37 Uhr: "Jahrhundertregen" in Bergkamen: Seit 23 Jahren ist Dietmar Luft als Wehrleiter der Bergkamener Feuerwehr tätig, was sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Stadtgebiet abspielte, hatte Luft in dieser Form aber noch nie erlebt: "Das war ein Jahrhundertregen, wir sind pausenlos im Einsatz."

Die Lage im gesamten Stadtgebiet ist teilweise katastrophal. Die ersten Notrufe bei der Leitstelle gingen am Donnerstagabend gegen 23 Uhr ein, seitdem ist die Zahl bis zum Freitagmorgen auf 83 angewachsen - und erhöht sich fast minütlich weiter.

Die Lage an der Hoppeistraße in Hamm.

"Einige Leute werden wach, gehen in den Keller und wundern sich, dass ihnen die Hausschuhe entgegenschwimmen. Dann werden wir gerufen", sagt Luft, der mittlerweile seit zwölf Stunden im Einsatz ist.

"Nach ersten Hochrechungen der Stadt hatten wir Niederschläge von 70 Litern pro Quadratmeter und Stunde. Das sind bisher nicht erreichte Werte", so Luft weiter.

Löschzüge aus den Nachbarstädten helfen

Mit ihm gilt dies für 124 weitere Helfer. Neben den Löschzügen der Feuerwehr Bergkamen und 18 Einsatzkräften vom THW, halfen auch Löschzüge aus Werne, Kamen, Bönen und Lünen sowie die Wehr des Bayer-Werkes aus, um die Masse der Einsätze zumindest irgendwie bewältigen zu können.

Industriestraße komplett gesperrt

Einer der Einsatzschwerpunkte ist aktuell die Industriestraße in Overberge, die auf Höhe des Gartencenters "Röttger" auf einer länge von gut 200 Metern komplett gesperrt ist. "Die Straße steht 70 Zentimeter unter Wasser. Das Wasser kommt in Massen von den angrenzenden Feldern. Wir haben hier eine riesige Seenplatte", beschreibt Luft die Situation.

Haus droht abzusaufen

In Bergkamen musste die Feuerwehr aus vielen Häusern das Wasser pumpen.

Ebenfalls in Overberge in der Mersch versucht die Feuerwehr ein Haus vor dem Wasser zu schützen. "Wir haben zwei Hochleistungspumpen im Einsatz, zudem viele Sandsäcke. Ansonsten würde das Gebäude wohl komplett absaufen", sagt Luft.

Viele Keller vollgelaufen

Als besonders stark betroffen bezeichnete Luft den Stadtteil Overberge allerdings nicht. "Die Einsätze waren und sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt", so der Wehrleiter. Hauptsächlich wurde die Feuerwehr zu vollgelaufenen Kellern gerufen. In einem Fall kam es zu einem Kabelbrand. Problematisch die Lage auch rund um den Kuhbach, der zu einem Fluss von gut zehn Metern Breite angeschwollen ist.

Großeinsatz in Oberaden

So wie bei einer Krankengymnastikschule in Oberaden, wo die Kanalisation den Wassermassen nicht mehr Herr werden konnte. "Wir wurden gerade alarmiert. Dort sollen bis zu 50.000 Liter Wasser in den Keller geflossen sein", berichtet Luft, der damit rechnet noch viele Stunden mit den Unwetterfolgen der Nacht beschäftigt zu sein. "Denn so einen Jahrhundertregen habe ich bisher noch nicht erlebt."

10:30 Uhr: Unwetter in Werne: Feuerwehr pumpt Keller leer und hilft aus: Die heftigen Gewittergüsse am Donnerstagabend sind an der Stadt Werne mit vergleichsweise mäßigen Folgen vorbeigezogen. Die Feuerwehr war dennoch bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Die Kameraden leisteten Nachbarschaftshilfe in Bergkamen. Die Feuerwehr dort kam mit dem Abarbeiten der zahlreichem Hilferufe nicht mehr nach.

Nach einer ersten Bilanz von Feuerwehrchef Thomas Temmann waren rund 60 Einsatzkräfte aus allen Löschgruppen beziehungsweise Löschzügen der Feuerwehr Werne gefordert. Um 2.45 Uhr forderte die Feuerwehr Bergkamen „Überörtliche Hilfe“ an, weil die Einsatzkräfte in der Nachbarstadt nicht ausreichten, um alle Einsatzstellen abzuarbeiten. Nachdem die meisten Einsätze in Werne erledigt waren, fuhren drei Fahrzeuge vom Löschzug Stadtmitte und die Löschgruppe Holthausen nach Bergkamen um dort auszuhelfen. Bis zum Morgengrauen waren dort 17 Kräfte aus Werne im Einsatz und pumpten Keller aus.

In Werne lief diee erste Alarmierung um 23.15 Uhr für den Löschzug Stadtmitte auf : Im Kirchhof-Mottenheim stand ein Keller unter Wasser

Um 23.45 Uhr wurde die Löschgruppe Langern alarmiert: Am Gerlingsbach musste ein Keller leergepumpt werden. Um 0.29 Uhr rückte auch der Löschzug Stadmittenach Langern aus. In der Straße „Am Sunderbach“ standen standen mehrere Keller unter Wasser, da alle Gräben überliefen und sich in einer Senke ein großer See gebildet hatte.

Da noch einige Einsätze folgten, wurde der Löschzug Stadtmitte komplett alarmiert und zur Verstärkung der Löschzug Stockum. Die Funkzentrale in der Wache Mitte wurde ab 01.15 Uhr besetzt. Keller mussten leer gepumpt werden in der Jahnstraße, Lütkeheide, Feldmark, verschiedene Gullis wurden gezogen, damit das Wasser von den Straßen ablief.

Um 03.40 Uhr musste ein umgestürzter Baum auf der Kamener Straße entfernt werden. Die Wachbesetzung wurde um 5 Uhr aufgehoben. Die Bergkamener Feuerwehr konnte da noch lange nicht verschnaufen. 

09:40 Uhr:  Mittlerweile rollt der Verkehr auf der Kamener Straße  in Hamm wieder ohne Einschränkungen. Das Wasser wurde von der Feuerwehr mit Schläuchen auf ein nahe gelegenes Feld gepumpt. "Jetzt ist die Straße wieder frei", teilte die Polizei auf Anzeiger-Nachfrage mit.

08:15 Uhr: Regennacht überflutet Autobahnen: Das östliche Ruhrgebiet hat in der Nacht zum Freitag besonders viel Regen abbekommen. Teilweise wurden dabei Autobahnen, Straßen und Unterführungen überflutet. Die Dortmunder Polizei sperrte nahe dem Kamener Kreuz vorübergehend Fahrstreifen auf der A 1 und der A 2. Mehrere Autos kamen bei Nässe ins Schleudern. Verletzte gab es aber nicht. Über Lünen ging ein heftiges Gewitter nieder, nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes fielen in den Nachtstunden 63 Liter Regen pro Quadratmeter. Ein Blitzeinschlag setzte einen Dachstuhl in Brand, die Bewohner konnten sich retten, teilte die Polizei mit.

Land unter in Herringen.

Für Freitag prognostizierte Meteorologin Jana Neuber erneut punktuell Unwetter mit Starkregen. Zum Wochenende nähmen die Schauer aber ab. Dazu bleibe es mit Temperaturen über 20 Grad angenehm. Erst ab Sonntag soll eine Kaltfront kühlere Luft nach Nordrhein-Westfalen bringen.

08:00 Uhr: Land unter in Hamm: Die Folgen des letzten Unwetters sind in Hamm kaum beseitigt, da wurde die Stadt in der Nacht von Donnerstag auf Freitag erneut heftig gebeutelt. Ab 23 Uhr sorgten starke Regenfälle für gut 50 Einsätze im gesamten Stadtgebiet.

Besonders betroffen war der Bereich der Hoppeistraße und Kamener Straße, die zeitweise ab Höhe Selbachpark für den Verkehr gesperrt war. "Dort sind wir komplett abgesoffen", erklärte Friedrich Wennig, Brandoberamtsrat der Hammer Feuwehr, auf Anfrage.

Unwetterchaos in Hamm

Teilweise habe das Wasser auf der Straße über einen Meter hoch gestanden. "Da kann man sich ja vorstellen, wie es dort in den Kellern aussieht. Die sind voll", so Wennig. Ein landwirtschaftliches Anwesen hab es besonders schlimm getroffen.

Anwohner werden mit Booten evakuiert

Aktuell sei die Feuerwehr an der Hoppeistraße damit beschäftigt die Leute mit Booten aus ihren Häusern zu evakuieren. "Anders bekommen wir die Menschen dort nicht weg", so Wennig. Zudem ist der Lippeverband bereits vor Ort und sucht eine Lösung, um das Wasser abfließen zu lassen.

Dies dürfte sich aber alles andere als einfach gestalten, weil durch die parkenden Fahrzeuge auf der Straße bereits ein deutlicher Ölfilm auf der Wasseroberfläche zu erkennen ist.

"Warum die Wassermassen in diesem Bereich nicht abgeflossen sind, können wir uns selbst noch nicht erklären. Vielleicht war etwas verstopft. Aber dafür haben wir Experten, die das ganz sicher klären werden", so Wennig.

Eventuell könnte der Hoppeibach über die Ufer getreten sein und die Überflutung verursacht haben. "Die Lage vor ort ist dramatisch. Der ganze Straßenzug ist abgesoffen, von den Autos sind nur noch die Dächer zu sehen, so hoch steht hier das Wasser", schilderte ein Augenzeuge.

150 Feuerwehrleute und THW im Einsatz

Die ganze Nacht über war die Hammer Feuerwehr mit gut 150 Kräften im Einsatz, wurde dabei zusätzlich vom THW unterstützt. "Jetzt sind wir immer noch mit 40 Leuten dabei die Liste abzuarbeiten, denn wir hatten über 120 Anforderungen", erzählt Wennig, dass aktuell noch immer Notrufe eingehen. "Die Leute werden wach und merken plötzlich, dass ihr Keller vollgelaufen ist."

Marienhospital: Wasser im Keller

Betroffen vom Starkregen war auch das Marienhospital, wo Wasser in den Keller eindrang. Ansonsten waren die Einsatzstellen laut Wennig über das gesamte Stadtgebiet verteilt, mit leichten Spitzen in Süd- und Norddinker.

"In diesem Jahr ist Hamm wirklich heftig betroffen. Natürlich gab es auch früher schon immer mal wieder Regenfälle. Dass es aber so heftig und in so kurzen Abständen passiert, daran kann ich mich kaum erinnern", sagte Wennig nach einer langen Einsatznacht, an deren Ende er nur eine gute Nachricht hatte: "Natürlich gibt es wieder Sachschaden, aber Personen sind nicht zu Schaden gekommen."

07:30 Uhr:  Erneut Überschwemmungen in Welver: Die Szenerie dürfte bei nicht wenigen Betrachtern ungute Erinnerungen geweckt haben: Im Laufe des Donnerstagabends setzten in Welver teils heftige Regenfälle ein, füllten Gräben und setzten Straßen unter Wasser.

Keine zwei Monate war es her, als insbesondere der Zentralort ein erstes Mal vom kräftigen Regen überrascht und die Keller ganzer Straßenzüge überflutet wurden. "So etwas hat es noch nie gegeben und wird es so schnell auch nicht wieder geben", war damals die vorherrschende Meinung, genährt von der Erfahrung, dass die Gemeinde nur äußerst selten von derartigen Wetterphänomenen betroffen ist.

Lange Nacht begann um 23:30 Uhr

In Vellinghausen wurde eine Böschung abgetragen, damit das Wasser ablaufen konnte.

Diese Meinung gilt es nun zu revidieren, auch wenn die Auswirkungen der jüngsten Regenfälle nicht so gravierend waren, wie jene Ende Juli. Dennoch reichte die Niederschlagsmenge auch dieses Mal aus, um den Einsatzkräften der Feuerwehr rund dreißg Einsätze zu bescheren. Um 23:30 Uhr begann die lange Einsatznacht in Dinker, wo die ersten eintreffenden Kräfte jedoch keine Gefahrenlage feststellten, den Einsatz entsprechend schnell beendeten.

Keller vollgelaufen

Anders die Situation keine Stunde später: In der Soester Leitstelle mehrten sich die Notrufe jener Welveraner, deren Keller überflutet wurden. Wie schon beim letzten Mal konzentrierten dieses sich auf den Zentralort und das nördlichste Gemeindegebiet mit dem Doppeldorf Vellinghausen-Eilmsen. Betroffenen waren meist diejenigen, die schon im Juli zu den Hochwassergeschädigten zählten. So begrenzte sich das Einsatzgebiet in Welver erneut auf die Bereiche rund um die Beckumer Straße/Bahnhofstraße sowie das angrenzende Baugebiet, in Vellinghausen standen große Teile der Schulstraße unter Wasser.

Lehren aus den vorherigen Überschwemmungen

Auch in Vellinghausen liefen einige Keller voll.

Dass es nicht schlimmer kam, hatte gleich mehrere Faktoren. Zum einen fiel weniger Niederschlag als im Juli, zum anderen hatten Verwaltung und Feuerwehr aus den Abläufen des letzten Großeinsatzes ihre Lehren gezogen. Mitarbeiter des Bauhofs kontrollierten beispielsweise bereits ab 0 Uhr alle Pumpwerke in den betroffenen Gebieten und sorgten mit einer Großpumpe für die Entlastung des für Dinker zuständigen Pumpwerks. Entlastung war auch das Stichwort für die Feuerwehr, die sich gleich zweier Aufgaben widmete. Neben der Hilfeleistung sorgten auch sie für eine Entlastung von Kanalisation und Pumpwerken, indem sie im Bereich der Straßen "Zur grünen Aue" und "Erlenstraße" konzentriert Wasser abpumpten und in das nahegelegene Regenrückhaltebecken umleiteten. "Wir hatten dort drei große Pumpen im Einsatz, welche die Situation entspannt haben", erläuterte Gemeindebrandinspektor Rüdiger Pannock.

Vielzahl an Einsatzkräften

Dieses Vorgehen benötigte eine Vielzahl an Einsatzkräften, gegen 1:45 Uhr wurde daher Wehralarm gegeben. Bis auf ein Fahrzeug der Löschgruppe Welver sowie die Mitglieder der Löschgruppe Borgeln, welche zur Grundsicherung in Reserve bleiben, waren nun alle Feuerwehrkräfte der Gemeinde im Einsatz. Da neben dem Personal jedoch auch das Equipment zur Neige ging, half die Feuerwehr Werl mit Tauchpumpen sowie einer Fahrzeugbesatzung aus.

Einsatz von schwerem Gerät in Vellinghausen

Ein überflutetes Feld bei Dinker.

Zum Einsatz kamen diese in Vellinghausen, wo es erst in den frühen Morgenstunden zur Entspannung der Lage kam. Große Flächen standen dort unter Wasser, welches keinen Unterschied machte, ob es nun Keller, Koppeln oder Straßen überschwemmte. Um das Abfließen zu ermöglichen, entfernten Mitarbeiter des Bauhofs mittels eines Baggers Teile einer Grabenböschung, wodurch das Wasser in einen Graben abgeleitete wurde. Zusätzlich wurde auch hier das zuständige Pumpwerk entlastet.

Gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Bauhof

Großes Lob erntete allerortens die gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Bauhof. Bauamtsleiter Markus Hückelheim und Claudius Tomorug organisierten den Einsatz der Gemeindemitarbeiter gemeinsam mit der Einsatzleitung der Feuerwehr, Bürgermeister Uwe Schumacher informierte sich noch in der Nacht über die aktuelle Lage. Zur Versorgnung der Einsatzkräfte wurden erneut die Betreuungsgruppe sowie Hilfsträfte von Maltesern und DRK herangezogen, welche die Einsatzkräfte in den frühen Morgenstunden mit Brötchen und Getränken versorgten.

Situation hat sich entspannt

Zu dieser Zeit entspannte sich die Situation. Ausbleibender Niederschlag und mehrere Stunden Hochbetrieb an den Pumpen ließen die Pegelstände sinken, neue Einsätze kamen bis zur Stunde nicht hinzu.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © Lothar Zimmermann

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