Feuerwehr im Dauereinsatz

Unwetter-Walze trifft Werl besonders heftig

WERL - Die Unwetter-Walze, die in der Nacht zu Mittwoch über das Werler Stadtgebiet hinweg fegte, hat alles übertroffen, was Feuerwehrleute bisher an Einsätzen dieser Art kannten.

Von Matthias Dietz

Zahllose Hilferufe erreichten die Leitstelle, viele von ihnen konnten die Wehrmänner beim besten Willen nicht bearbeiten, obwohl das gesamte verfügbare Personal auf den Beinen war. Der Schaden: hoch, exakt aber nicht zu beziffern.

Es ist Dienstag, 18.55 Uhr. Der Deutsche Wetterdienst gibt bundesweit in vielen Landesteilen erste behutsame Entwarnungen. Das für diesen Abend prognostizierte Unwetter, es werde möglicherweise nicht so drastisch ausfallen wie zunächst befürchtet, heißt es in einer Mitteilung. Mit Ausnahmen - und eine betrifft den Kreis Soest zunächst mal ganz pauschal.

Hier seien durchaus noch schwere Gewitter, schwere Sturmböen, örtlich begrenzt auch orkanartige Böen und heftiger Starkregen zu befürchten. Als es kurz vor Mitternacht ist, sind die meisten Menschen längst beruhigt zu Bett gegangen. Draußen ist es ruhig, wenngleich noch unangenehm schwül. Dass es die buchstäbliche Ruhe vor dem Sturm ist, weiß zu diesem Zeitpunkt niemand.

Vier Stunden und genau 23 Minuten nach Mitternacht ist es mit der Ruhe vorbei. Da reißen Blitz und Donner viele Werler aus dem Schlaf - und in Holtum wird die Feuerwehr zum ersten Einsatz gerufen. "Seither geht das Schlag auf Schlag", formuliert Wehrchef Karsten Korte eine Zwischenbilanz. Im Minutentakt gehen weitere Meldungen ein. Aus Büderich, aus Westönnen, die meisten aus der Stadtmitte.

Kanäle fassen diese gewaltigen Wassermengen nicht, zumal große Hagelkörner viele Gullys verstopfen. Also sucht sich diese eklige Mixtur aus Wasser und Schlamm ihren Weg in viele, viele Keller. Dort, wo sich die Bewohner selbst mit Flitsche, Kehrblech und Eimer helfen können, fährt die Feuerwehr gar nicht erst hin. Weil es Wichtigeres zu tun gibt.

Schnell summiert sich die Zahl der ernsthaften Einsätze auf mehr als 30. Zu allem Überfluss spielen auch einige Brandmelder verrückt. Das bindet Kräfte, wo sie doch anderswo viel dringender gebraucht würden.

Spektakulär: Zwischendrin läuft die Unterführung an der Schützenstraße voll, da gibt es eiligen Handlungsbedarf.

Natürlich hat Karsten Korte zu diesem Zeitpunkt lange schon die Funkzentrale besetzen lassen. Ab jetzt greift wieder die perfekte Routine. Und gegen 9 Uhr ist der Großteil der wichtigen Einsätze erledigt. Nun folgen Meldungen nur noch in größeren zeitlichen Abständen. Aus Westönnen etwa, wo der Schulhof unter Wasser steht, es auch im Keller feucht ist. Übel, aber nicht so schlimm, dass der Unterricht ausfallen müsste.

Für mehr als 60 Feuerwehrmänner ist die Nacht zum Tag geworden.

Quelle: wa.de

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