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Tornados in NRW: Verwüstung und Fassungslosigkeit - „Nach einer Minute war alles vorbei“

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Von: Marcel Guboff, Tobias Lawatzki, Hannah Decke, Kristina Köller

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Unwetter am Freitag in NRW: In Paderborn und Lippstadt haben Tornados gewütet. Über 40 Menschen wurden teils schwer verletzt. Es sind Millionenschäden entstanden. News im Ticker. 

Update vom 22. Mai, 13.53 Uhr: Es herrscht Fassungslosigkeit bei den Betroffenen des Unwetters von Freitag. Am Sonntag gehen die Aufräumarbeiten in Paderborn, Lippstadt und Höxter weiter. Die Tornados haben die Städte regelrecht verwüstet. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) spricht am Samstag bei einem Paderborn-Besuch von einem kleinen Wunder, „dass Stand jetzt niemand zu Tode gekommen ist bei diesen großen Schäden“. 

Einige Betroffene stehen vor den Trümmern ihres Hab und Guts. Wohnungen sind unbewohnbar, Auto nur noch Schrott. In Paderborn wurden mehr als 40 Menschen verletzt. Etwa 300 Meter breit und fünf Kilometer lange ist laut kommunalen Behörden die Schneise der Verwüstung quer durch die Großstadt.

Anwohner ausgestattet mit Eimer und Besen gehen über eine Straße. Ein Tornado hat in Paderborn und Lippstadt am Freitagnachmittag massive Schäden verursacht.
Die Verwüstung in Paderborn ist groß - die Hilfsbereitschaft aber auch. Alle Anwohner packen mit an. © Friso Gentsch/dpa

Anwohner Michael Lohl erzählt einem dpa-Reporter: „Wir waren zu Hause. Unser Enkel war zu Besuch. Plötzlich wurde es stockdunkel, als der Tornado kam. Nach ungefähr einer Minute war alles vorbei. Unvorstellbar.“ Dann habe er noch einem Verletzten geholfen, der vor seinem Haus gegen die Mauer geschleudert worden war. Auf der Rückseite sei ein Baum auf seine Terrasse gekracht.

Tornados in NRW: Warnung vor Katastrophentourismus - Wüst: „Das fasst einen an“

Update vom 21. Mai, 17.52 Uhr: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich am Samstag gemeinsam mit Innenminister Herbert Reul und Heimatministerin Ina Scharrenbach in Lippstadt und Paderborn ein Bild von der Lage gemacht. Wüst zeigte sich tief betroffen: „Es sind erschreckende Bilder, die man hier sieht. Ein enormes Ausmaß der Zerstörung. Und es ist ein kleines Wunder, dass Stand jetzt niemand zu Tode gekommen ist bei diesen großen Schäden.“

Nach seiner Ansicht zeigen die Tornados in Nordrhein-Westfalen einmal mehr, dass mit häufigeren Extremwetter-Ereignissen gerechnet werden muss. Als er am Freitagabend die ersten Videos gesehen habe, sei auch sein erster Gedanke gewesen, dass man das nur aus den USA kennt, sagte Wüst am Samstag in Paderborn.

„Wenn man heute diese Schneise der Verwüstung hier sieht, dann fasst das einen schon an. Dann sieht man, dass das eben auch bei uns leider möglich ist und wir müssen uns darauf einrichten, dass so etwas hier häufiger passiert“, erklärte der Ministerpräsident. Man müsse auf solche Extremwetterereignisse vorbereitet sein. „Es zeigt natürlich auch die Bedeutung des Klimaschutzes, das sieht man auch an einem solchen Unglück“, betonte der CDU-Politiker.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst spricht in Lippstadt mit einem Anwohner, dessen Auto durch den Tornado zerstört wurde.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst sprach in Lippstadt unter anderem mit einem Anwohner, dessen Auto durch den Tornado zerstört wurde. © Lino Mirgeler/dpa

Update vom 21. Mai, 15.27 Uhr:  In Lippstadt sind die Aufräumarbeiten nach den erheblichen Schäden durch einen Tornado laut Bürgermeister Arne Moritz (CDU) bei großer Hilfsbereitschaft weiterhin in vollem Gang. „Uns erreichen unendlich viele Beispiele gegenseitiger Hilfe, Unterstützung und tätiger Solidarität! Allen Lippstädterinnen und Lippstädtern vielen Dank dafür!“, schrieb er am Samstag auf Facebook und fügte hinzu, dass die Aufräumarbeiten „in vollem Gange“ seien.

Nach wie vor sei der Aufenthalt in der Innenstadt gefährlich. „Katastrophentourismus behindert Rettungskräfte und Aufräumarbeiten. Bitte bleiben Sie da, wo Sie sind!“, appellierte der Bürgermeister.

Tornados über Lippstadt und Paderborn: Eine Frau in Lebensgefahr

Update vom 21. Mai, 11.55 Uhr: Unter den 43 Verletzten nach dem Tornado in Paderborn ist auch eine lebensgefährlich verletzte Frau. Laut Polizei wird sie in einem Krankenhaus in Bielefeld behandelt. Sie sei noch in der Nacht operiert worden. „Es geht ihr etwas besser, aber sie schwebt noch in Lebensgefahr“, sagte der leitende Polizeidirektor Ulrich Ettler.

13 Personen seien zudem schwer verletzt, sagte Bürgermeister Michael Dreier (CDU) bei einer Pressekonferenz. Über 400 Einsatzkräfte seien unterwegs gewesen. In ganz NRW waren bei dem schweren Unwetter insgesamt 7500 Einsatzkräfte vor Ort. Das sagte Innenminister Herbert Reul (NRW). „Das Ausmaß der Zerstörung, das die Tornados in Lippstadt und Paderborn hinterlassen haben, macht mich traurig“, fügte er hinzu.

Tornados über Lippstadt und Paderborn: Wüst besucht Orte

Ministerpräsident Hendrik Wüst besucht heute Lippstadt und Paderborn, die beiden am stärksten vom Unwetter betroffenen Orte in NRW. Wie die Düsseldorfer Staatskanzlei mitteilt, werde Wüst gegen 15.30 Uhr in Paderborn erwartet. Vorher werde er Lippstadt besuchen, „um sich dort ein Bild der Schäden zu machen“, heißt es von der Staatskanzlei. Wüst wolle „auch mit Hilfskräften zusammentreffen und sich für ihren Einsatz bedanken.“

Update vom 21. Mai, 9.54 Uhr: Auch am Tag nach dem Tornado in Paderborn appelliert die Polizei an die Bevölkerung, die Innenstadt weiter zu meiden. „Gefahren bestehen weiterhin auch für Fußgänger, die die Schadenbereiche meiden
sollten. Jede Behinderung der Einsatzkräfte ist auszuschließen“, teilte die Polizei Paderborn mit.

Tornados über Lippstadt und Paderborn: Aufräumarbeiten laufen

In der Stadt laufen die Aufräumarbeiten. Viele Straßen müssten zweitweise, teilweise auch längerfristig, gesperrt werden, so die Polizei. „ Wer nicht zwingend in die Stadt fahren muss, sollte die Gebiete weiträumig umfahren, um Platz für die vielen Arbeitskräfte vorzuhalten.“

In Lippstadt besteht ebenfalls weiter Gefahr für die Menschen. Weiterhin könnten Dachziegeln sowie Äste und Bäume herabfallen, heißt es in einer Warnung der Behörden. „Vermeiden Sie deshalb den Aufenthalt im Freien und bleiben Sie zu Hause“, so die Aufforderung.

Tornados über Lippstadt und Paderborn: 43 Menschen verletzt

Update vom 21. Mai, 8.07 Uhr: Am Morgen nach dem schweren Unwetter in NRW hat der Deutsche Wetterdienste (DWD) bestätigt, dass es drei Tornados gegeben hat. In Paderborn, Lippstadt und in Lütmarsen, einem Ortsteil der Stadt Höxter, seien solche Stürme aufgetreten.

In Paderborn sind 43 Menschen verletzt worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Einige darunter schwer, sagte ein Sprecher. In der Stadt stehen jetzt umfangreiche Aufräumarbeiten an. Die Einsatzkräfte haben es laut Polizei mit losen Dachziegeln, umgestürzten Baugerüsten und Ästen, die in Fenster gekracht sind, zu tun.

Auch in Lippstadt hat der Tornado am Freitagabend viele Schäden hinterlassen. Allerdings hat es nach Angaben der Polizei dort keine Verletzten gegeben. Die Schäden beschäftigen die Einsatzkräfte in Lippstadt aber auch am Samstagmorgen: „Nach so einem Chaos muss alles aufgeräumt werden“, sagte eine Polizeisprecher. Es gehe vor allem um Schäden an Dächern und Bäumen. In der Innenstadt von Lippstadt seien auch Bereiche noch sicherheitshalber abgesperrt.

Eine Kirche in Lippstadt-Hellinghausen ist durch den Tornado abgedeckt worden. Der komplette Turmhelm wurde herunter gerissen.
Eine Kirche in Lippstadt-Hellinghausen ist durch den Tornado abgedeckt worden. Der komplette Turmhelm wurde herunter gerissen. © Daniel Schröder

Tornados über Lippstadt und Paderborn: Riesiges Ausmaß der Zerstörung

Update vom 20. Mai, 23.12 Uhr: Wir fassen an dieser Stelle zusammen, was Tornados am Freitag in Lippstadt und Paderborn angerichtet haben: In Paderborn sind bis zu 40 Menschen verletzt worden - mindestens zehn von ihnen schwer. Sie wurden von Dachziegeln oder umstürzenden Bäumen getroffen. Bislang gibt es keine Kenntnisse zu Todesopfern, die das Unwetter auch hätte fordern können.

Das Ausmaß der Zerstörung ist in beiden Städten riesig - in Paderborn wird schon jetzt von einem Millionenschaden gesprochen. Dort wurden in einem Gewerbegebiet ganze Hallendächer abgerissen, Bleche flogen kilometerweit. Im Internet kursieren etliche Videos von der Windhose und der Verwüstung, die diese hinterließ. Bilder zeigen fassungslose Menschen.

Auch in Lippstadt unfassbare Bilder: Im Ortsteil Hellinghausen wurde eine Kirche regelrecht abgedeckt, Autos wurden an diversen Stellen der Stadt unter Bäumen begraben und regelrecht zermalmt. Deren Besitzer konnten nur hilflos zusehen, und trotz allem froh sein, dass nach bisherigen Erkenntnissen in der Stadt niemand verletzt wurde. Die Landrätin Eva Irrgang sagte am späten Abend: „Wie viel hier innerhalb kürzester Zeit kaputt gegangen ist, macht mich sehr betroffen. Gott sei Dank, und das ist schon beinahe erstaunlich, sind uns zum jetzigen Zeitpunkt keine Personenschäden gemeldet worden.“ 

Tornados rasen über Lippstadt und Paderborn - Warnung an alle Bürger

Der Kreis Soest rief eine Großeinsatzlage aus - und warnte alle Bürger davor, nach draußen zu gehen. Nach einem solchen Unwetterereignis - ein Experte des Deutschen Wetterdienstes hatte den Tornado in Lippstadt bestätigt - sind herabfallende Dachziegeln und Äste brandgefährlich. Allein in Lippstadt sind nach Angaben des Kreises Soest inzwischen 800 Einsatzkräfte der Feuerwehren, von Polizei, Hilfsorganisationen und des Technischen Hilfswerks (THW) vor Ort - ein Großteil aus anderen Städten und Gemeinden im Rahmen der überörtlichen Hilfe. Auch eine Nachbarschaftshilfe lief sofort an.

Ähnlich massive Schadensereignisse wie in Lippstadt und Paderborn sind nach Angaben eines Sprechers des NRW-Innenministeriums an anderen Orten am Freitag nicht eigetreten. Und so ist am Freitag das passiert, was Wetter-Experten prophezeit hatten: Unvorhersehbar und örtlich begrenzt kam es wie aus dem Nichts zu Tornados mit gewaltiger Wucht.

Tornados über Paderborn und Lippstadt - Unwetter in NRW mit Folgen für die Bahn

Update vom 20. Mai, 21.33 Uhr: Infolge der schweren Unwetter müssen sich Reisende derzeit auch auf Einschränkungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn einstellen. Insbesondere in Nordrhein-Westfalen entfallen mehrere Halte, wie der Konzern am Freitagabend mitteilte. Demnach werden etwa auf der Strecke Köln - Wuppertal - Dortmund/Hamm die ICE- und IC-Züge zwischen Köln und Dortmund über Düsseldorf umgeleitet. „Die Halte Solingen, Wuppertal und Hagen entfallen“, hieß es. Empfohlen wird der Umstieg auf Regionalzüge.

Auf der Fernverkehrsstrecke zwischen Köln/Düsseldorf und Berlin verkehren derzeit aufgrund eines Notarzteinsatzes keine ICE zwischen Bielefeld und Hannover. Ob der Einsatz mit dem Unwetter zusammenhängt, wurde zunächst nicht bekannt. Die Züge warten laut Bahn derzeit die Dauer des Einsatzes in benachbarten Bahnhöfen ab.

Intercity-Züge fahren darüber hinaus derzeit nicht zwischen Hamm und Kassel-Wilhelmshöhe. „Ein Busverkehr ist in Planung“, teilte die Bahn weiter mit.

Tornados über Paderborn und Lippstadt: Landrätin ruft Großeinsatzlage aus

Update vom 20. Mai, 21.04 Uhr: Die Landrätin des Kreises Soest, Eva Irrgang, hat nach dem Unwetter, das mit einem Tornado über Lippstadt fegte, die örtliche Großeinsatzlage ausgerufen. 400 Kräfte sind in Lippstadt im Einsatz. Die Feuerwehr spricht laut soester-anzeiger.de von bis zu 800 Einsatzkräften von Feuerwehr, THW und anderen Hilfsorganisationen.

Ein Tornado hat in Lippstadt zahlreiche Bäume umgerissen. Und die stürzten auch auf Autos.
Ein Tornado hat in Lippstadt zahlreiche Bäume umgerissen. Und die stürzten auch auf Autos. © Daniel Schröder

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde - anders als in Paderborn - bislang niemand verletzt. Dennoch spricht der Kreis Soest eine mehr als eindringliche Warnung aus: „Aufgrund der erheblichen Schäden besteht aktuell im Bereich der Innenstadt von Lippstadt sowie in den westlichen Ortsteilen jedoch Gefahr für Leib und Leben aufgrund von herabfallenden Dachziegeln und Ästen sowie umstürzenden Bäumen.“ Die Einsatzleitung appelliert an alle Bürger, den Aufenthalt im Freien zu meiden sowie Autofahrten zu vermeiden.

Die Stadt hat angesichts der dramatischen Lage für Hilfsangebote ein Bürgertelefon eingerichtet - unter Tel. 02941/980551. 

Unwetter in NRW: Tornado in Lippstadt und Paderborn - eine Schneise der Verwüstung

Update vom 20. Mai, 19.50 Uhr: Auch in Paderborn liegt der Verdacht nahe, dass es sich um einen Tornado gehandelt haben muss, der für regelrechte Zerstörung sorgte. Die Polizei Paderborn berichtet, dass im Zuge eines Gewitters eine Windhose eine Schneise der Verwüstung von West nach Ost mitten durch Paderborn in Richtung der östlichen Stadtteile zog. Auf dem Portal nw.de ist die Rede von einem Tornado.

„30 bis 40 Verletzte, davon mindestens 10 schwer, forderte der Sturm“, so die schreckliche Zwischenbilanz der Polizei. „Die angerichteten Schäden sind noch nicht überschaubar“. Viele Straßen seien nicht passierbar. Einige Unfälle behinderten den Verkehr zusätzlich.

Tornado in Lippstadt und Paderborn - Polizei berichtet von schweren Schäden

Die Innenstadtparks sind demnach gesperrt und nicht passierbar. In einem Gewerbegebiet seien Dächer von Hallen abgerissen worden. „Bleche, Dämmung und andere Materialien sind Kilometerweit geflogen. Unzählige Dächer sind abgedeckt oder schwer beschädigt. Viele Bäume liegen noch auf zerstörten Autos. Der Busverkehr ist stark behindert und auf einigen Strecken nicht mehr möglich. Die Bahnstrecke von Paderborn nach Altenbeken ist blockiert“, so die Polizei.

Im Internet kursieren zudem Videos. Eine Filiale des Möbelhändlers Roller in Paderborn soll durch den Sturm verwüstet worden sein. Ein Twitter-Nutzer veröffentlichte diesen Tweet:

Ein weiteres Video, veröffentlicht auf der Facebook-Seite Wetter - Unwetter Deutschland zeigt die Situation auf einem Parkplatz - dem Posting zufolge ebenfalls in Paderborn.

Update vom 20. Mai, 19.25 Uhr: Ein Experte hat bestätigt, dass es ein Tornado war, der in Lippstadt gewütet hat. Andreas Friedrich, Tornado-Beauftragter des Deutsche Wetterdienstes sagte dem Soester Anzeiger: „Ja, ich gehe davon aus, dass es sich in Lippstadt um einen Tornado gehandelt hat.“ Videoaufnahmen von Augenzeugen, die er gesehen habe, seien eindeutig. Man könne auf den Videos die für einen Tornado typische Rotation sehr gut erkennen.

Update vom 20. Mai, 18.48 Uhr: Das Unwetter hat auch in Paderborn große Schäden angerichtet. Es gebe nach ersten Erkenntnissen mehrere Verletzte, sagte ein Feuerwehrsprecher am frühen Abend. Er berichtete von abgedeckten Dächern und entwurzelten Bäumen. Bäume seien auf Autos gestürzt, berichtete ein dpa-Reporter. „Hier ist gerade Chaos“, sagte eine Polizeisprecherin.

Unwetter-Folgen in NRW: Mutmaßlicher Tornado verwüstet Lippstadt

Update vom 20. Mai, 18.42 Uhr: 77 Einsätze innerhalb der ersten Stunde nach dem Unwetterereignis in Lippstadt - so fasst der Kreis Soest die Ausnahmesituation in der Stadt im östlichen Kreisgebiet zusammen. Aufgrund des erhöhten Koordinierungsbedarfs hat der Kreisbrandmeister die Einsatzleitung übernommen.

Unwetter Lippstadt
Hier hat es ein Schaufenster der Volksbank in Lippstadt erwischt. © Daniel Schröder

Nachdem der Mitteilung des Kreises zufolge eine Windhose durch Lippstadt gefegt ist - die Feuerwehr hatte von einem mutmaßlichen Tornado gesprochen -, sind dort Straßen nicht befahrbar, Bäume umgestürzt und Dächer abgedeckt. Wie Kreisbrandmeister Thomas Wienecke berichtet, waren zwischenzeitlich 120 Personen in einem Schwimmbad eingeschlossen. Diese konnten befreit werden. Doch zahlreiche andere Einsatzstellen sind noch offen. In Lippstadt setzt man auf überörtliche Hilfe von Einsatzkräften aus anderen Städten und Gemeinden des Kreises.

Unwetter-Folgen in NRW: Tornado-Verdacht in Lippstadt

Update vom 20. Mai, 18.23 Uhr: Ein Bild der Verwüstung und Tornado-Verdacht in Lippstadt - wie soester-anzeiger.de berichtet, sind reihenweise Bäume abgeknickt und Schaufensterscheiben zerstört. An vielen Stellen bedecken Dachziegel Straßen und Bürgersteige. In Lippstadt-Hellinghausen hat der Sturm den kompletten Turmhelm einer Kirche heruntergerissen.

Unwetter Lippstadt
Die Feuerwehren sind auf etlichen Straßen in Lippstadt im Einsatz. Aber auch den Rettern selber versperren vielerorts zunächst umgestürzte Bäume den Weg. © Daniel Schröder

Update vom 20. Mai, 17.44 Uhr: Während das Unwetter in den meisten Bereichen von NRW bislang nicht so stark gewütet hat wie befürchtet, hat es die Stadt Lippstadt im Kreis Soest heftig erwischt - es gibt den Verdacht, dass es ein Tornado war, der durch die Stadt fegte. Die Feuerwehr im Kreis Soest berichtet, dass es im gesamten Stadtgebiet sowie in den Ortsteilen zu schweren Schäden gekommen sei. Der Einsatzstab im Soester Rettungszentrum ziehe aktuell Kräfte aus den anderen Städten und Gemeinden in Lippstadt zusammen. Die Feuerwehr schreibt in ihrer Meldung sogar, es sei „vermutlich ein Tornado durchgezogen“. Klar ist bislang laut soester-anzeiger.de, dass mehrere umgestürzte Bäume auf der Einsatzliste stehen - ein Baum krachte etwa auf den Rathausplatz in Lippstadt.

Unwetter Tornado Lippstadt
Möglicherweise hat ein Tornado in Lippstadt binnen kürzester Zeit enorme Schäden verursacht. © Daniel Schröder

Update vom 20. Mai, 17.25 Uhr: Nachdem das mit Sorge erwartete Unwetter am Freitagnachmittag über weite Teile Nordrhein-Westfalens bereits hinweggezogen ist, zieht das Lagezentrum im Innenministerium eine erste vorsichtige Zwischenbilanz. Wie eine Sprecherin sagte, wurden bis 16.30 Uhr keine massiveren Schäden bekannt.

Dennoch liefen Keller voll Wasser, viele Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Besonders heftig fiel der Sturm der dpa zufolge in der Eifel im äußersten Südwesten an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz aus. Zuvor hatte der DWD bereits amtliche Unwetterwarnungen für die südwestlichen Gebiete Nordrhein-Westfalens - einem Streifen von Aachen bis zum Ruhrgebiet - herausgegeben. Größere Einsätze meldeten die Einsatzkräfte dort aber zunächst nicht.

Unwetter-Folgen in NRW: Vollgelaufene Keller - kurze Störung an Flughafen

Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller meldete am Nachmittag die Feuerwehr Neuss. Die Stadt Krefeld räumte wie schon am Vortag vorsorglich eine Unterkunft mit Leichtbauhallen für Geflüchtete aus der Ukraine, wie die Westdeutsche Zeitung berichtete.

Am Düsseldorfer Flughafen wurde wegen des Sturms von 15.11 bis 15.37 Uhr die Abfertigung der Koffer auf dem Flugfeld unterbrochen, wie ein Sprecher mitteilte. Das habe aber keine größeren Auswirkungen gehabt, Flüge mussten nicht umgeleitet werden. „Die Maschinen fliegen planmäßig.“

Unwetter-Folgen in NRW: Veranstalter von Elektro-Festival lassen Platz räumen

Update vom 20. Mai, 16.52 Uhr: Die Veranstalter des Elektro-Festivals „Electrisize“ in Erkelenz am Niederrhein haben wegen der Gewitter in NRW den Platz evakuiert. „Als das Gewitter eben losgegangen ist, wurden alle zu ihren Autos geschickt, weil Bauzäune und Planen durch die Gegend fliegen können“, berichtete eine Reporterin am Freitag im Radiosender 1LIVE. Bei lauter Musik hätten die Besucher in und an ihren Autos mit Regenponchos weitergefeiert. „Hier auf dem Festivalparkplatz, da lässt man sich trotz Blitz und Donner die Stimmung nicht vermiesen.“ 

Unwetter-Folgen in NRW: Leichtes Hochwasser in diesem Bereich möglich

Update vom 20. Mai, 15.45 Uhr: Nach Einschätzung des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) könnte es angesichts der Wetter-Prognosen im Bereich der Erft heute zu leichtem Hochwasser kommen. Im Laufe des Abends könnte der Hochwasser-Informationswert 1 an manchen Nebenläufen der Erft überschritten werden, hieß es am Nachmittag in einer Vorab-Information zur hydrologischen Situation in NRW. Auch andere Gebiete im Land könnten betroffen sein. Eine genaue räumliche Vorhersage der betroffenen Gebiete ist nach Angaben des LANUV nicht möglich. Durch den voraussichtlich lokal begrenzten, kleinräumig vorkommenden Starkregen könnten vor allem an kleineren Bächen rasche und deutliche Anstiege der Wasserstände die Folge sein.

Update vom 20. Mai, 13.45 Uhr: Rückblickend haben viele Schulen den Unterricht wegen der drohenden Unwetter-Lage in NRW früher beendet und die Schüler eher nach Hause geschickt. Im Regierungsbezirk Köln endete der Unterricht nach Angaben der Bezirksregierung um 11.30 Uhr, damit die Schülerinnen und Schüler sicher nach Hause kommen konnten. In den Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold, Münster und Düsseldorf lag die Entscheidung bei den Schulen oder den einzelnen Kommunen. Viele Schulen handelten aber ähnlich. Die für Freitag angesetzten Abitur-Nachschreibklausuren und Prüfungen an den Berufskollegs sollte es laut Schulministerium aber wie geplant geben.

Unwetter-Folgen in NRW: Schulen schicken Kinder eher nach Hause - Reul: „Bleiben Sie bitte zu Hause“

Update vom 20. Mai, 11.51 Uhr: Herbert Reul (CDU), Innenminister von NRW, hat die Bevölkerung angesichts der Unwetter-Warnungen des Deutschen Wetterdienstes zu besonderer Vorsicht aufgerufen. „Bleiben Sie bitte zu Hause. Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien. Halten Sie insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen! Gehen Sie nicht in Keller oder tiefer gelegene Geschosse“, sagte Herbert Reul der Deutschen Presse-Agentur. Er appellierte: „Nehmen Sie die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes sehr ernst.“

Update vom 20. Mai, 11.03 Uhr: Anders als in Köln, dürfen die Schulen im Regierungsbezirk Arnsberg wegen des drohenden Unwetters in NRW selbst entscheiden, ob sie die Schülerinnen und Schüler heute vorsichtshalber früher von der Schule nach Hause schicken. Die Schulleitungen und Schulämter seien am Freitagmorgen darüber informiert worden, „dass die Schulleitungen in eigener Zuständigkeit und nach Rücksprache mit dem Schulträger unter Berücksichtigung der lokalen Wetterlage über eine mögliche vorzeitige Beendigung des Unterrichts in Präsenz entscheiden können“, hieß es auf Anfrage der dpa.

Auch die Bezirksregierung Münster hat es laut WDR den Schulen überlassen, den Unterricht wegen der angekündigten Gewitter frühzeitig zu beenden.

Unwetter-Folgen in NRW: Erste Bezirksregierung schließt Schulen vorzeitig - Probleme bei der Bahn

Update vom 20. Mai, 10.55 Uhr: Die Veranstalter haben den geplanten Weihnachtsmarkt auf Schloss Burg wegen der Unwetter-Warnung in NRW für Freitag kurzfristig abgesagt. Der Markt sollen am Samstag und Sonntag jedoch wie vorgesehen stattfinden, teilte die Stadt mit. Der Weihnachtsmarkt war im Dezember wegen der Corona-Pandemie ausgefallen und soll an diesem Wochenende nachgeholt werden.

Update vom 20. Mai, 10.38 Uhr: Die Bezirksregierung Köln hat entschieden, dass der Unterricht in allen Schulen in Köln wegen der drohenden Unwetter-Lage um 11.30 Uhr. Über das Unwetter in Köln berichtet 24RHEIN ausführlich. Das Gleiche gilt auch für den Rhein-Sieg-Kreis. Mit diesem Schritt sei gewährleistet, dass die Schülerinnen und Schüler sicher nach Hause kommen. Die vorzeitige Schulschließung betreffe demnach sowohl die Grund- als auch die weiterführenden Schulen. Neben der Stadt Köln gehören zu den betroffenen Regionen auch die Regionen um Heinsberg Aachen, Bonn und Siegburg.

Schriftliche Nachschreibprüfungen im Abitur sowie Prüfungen in den Berufskollegs sollen laut einer Mitteilung der Bezirksregierung allerdings weiterhin stattfinden. Den Schulleitungen stehe jedoch frei, mündliche Prüfungen auf einen anderen Tag zu verschieben.

Unwetter-Folgen in NRW: Zoo geschlossen - Landesregierung klärt wegen Schulen auf

Update vom 20. Mai, 10.32 Uhr: Der Zoo in Dortmund bleibt wegen der Unwetter-Warnung heute komplett geschlossen. Auch in Hamm schließt unter anderem der Tierpark vorzeitig.

Update vom 20. Mai, 10.17 Uhr: Wegen des angekündigten Unwetters in NRW hat das Erzbistum Köln die Dankfeier mit Kardinal Rainer Maria Woelki für Helfer der Flutkatastrophe in Bad Münstereifel kurzfristig abgesagt. „Diese Entscheidung fällt uns nicht leicht. Dennoch sehen wir aufgrund unserer Verantwortung für den Schutz der Teilnehmenden keine andere Möglichkeit“, teilte das Erzbistum mit. Es soll zeitnah ein Ersatztermin gefunden werden.

Update vom 20. Mai, 8.58 Uhr: In NRW müssen die Menschen auch am Freitag mit ungemütlichem Unwetter rechnen - vor allem ab dem Nachmittag. Daher wird es seitens der Landesregierung keine landesweiten Schließungen der Schulen geben, wie das Schulministerium auf Anfrage mitteilte.

Jede Bezirksregierung entscheidet „in eigener Zuständigkeit und unter Berücksichtigung der regionalen Wetterlage über einen möglichen Ausfall des Unterrichts in Präsenz“, heißt es weiter. Auch die angesetzten Prüfungen - darunter schriftliche Nachschreibprüfungen im Abitur und Prüfungen in Berufskollegs - finden am Freitag wie geplant statt.

Unwetter-Folgen in NRW: Probleme bei der Bahn auch am Freitag - Mann von Blitz getroffen

Update vom 20. Mai, 6.59 Uhr: Aufgrund des Unwetters gibt es auf der Bahnstrecke zwischen Köln und Wuppertal Reparaturarbeiten. Daher kommt es zu Verspätungen und Ausfällen bei der Bahn. Betroffen sind die Linien des Fernverkehrs. Laut Deutscher Presse-Agentur ist der Streckenabschnitt nur teilweise befahrbar. Einzelne Züge werden daher umgeleitet und verspäteten sich. Die Halte Hagen, Wuppertal und Solingen entfallen teilweise sogar komplett.

Reisenden wird geraten, ihre Verbindung vor der Fahrt zu prüfen. Die Reparatur sollte nach ersten Schätzungen bis Ende des Tages dauern. Reisende könnten alternativ S-Bahnen und Regionalzüge nutzen.

Update vom 19. Mai, 20.58 Uhr: Nach dem Unwetter ist vor dem Unwetter: Für morgen, Freitag (20. Mai), sagte der DWD zunächst einzelne Schauer und Gewitter voraus. Am Nachmittag geht es dann richtig los. Meteorologen sprechen von einer „extremen Gefahrenlage“ in Nordrhein-Westfalen. Da nicht vorhersehbar sei, zu welcher Uhrzeit und in welchen Landesteilen das vorhergesagte Unwetter auftreten wird, sei kein genereller Ausfall des Unterrichts an den Schulen in NRW geplant, hieß es am Abend aus dem Schulministerium.

Unwetter in NRW: Probleme im Zugverkehr

Update vom 19. Mai, 19.09 Uhr: Der Zugverkehr zwischen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden ist aktuell nur eingeschränkt möglich. Laut Bahn ist die Strecke zwischen Köln und Amsterdam betroffen. Derzeit würden die Züge über Venlo umgeleitet, hieß es auf Twitter. Wie lange die Störung anhält, war noch unklar. 

Update vom 19. Mai, 18.58 Uhr: Das Unwetter verzieht sich langsam aus NRW. Gewitterzellen gibt es aktuell noch in den östlichen Landesteilen - vom Hochsauerland bis Ostwestfalen-Lippe. Der Flughafen in Düsseldorf hat am Nachmittag aus Sicherheitsgründen für rund 30 Minuten seinen Betrieb eingestellt. In der Zeit hätten keine Maschinen landen oder starten können, teilte ein Flughafensprecher mit.

Unwetter Nordrhein-Westfalen
Feuerwehrleute beseitigen in Ahaus einen durch Gewitterböen umgestürzten Baum von einem Auto. © Bernd März/B&S/dpa

Unwetter in NRW: Blitz schlägt in Schiff ein - Mann verletzt

Update vom 19. Mai, 18 Uhr: Wieder kam es zu einem Blitzeinschlag in NRW: Während des Unwetters in NRW schlug ein Blitz auf dem Dreck eines Frachtschiffs in Duisburg ein. Eine Person wurde schwer verletzt. Es handle sich vermutlich um einen Beschäftigten auf dem Schiff, sagte ein Feuerwehrsprecher. Zuvor hatte die WAZ über den Blitzeinschlag berichtet.

Erst beim Unwetter am Montag kam es zu einem Blitzeinschlag in Essen, bei dem ein Mann lebensgefährlich verletzt wurde. Wer sich inmitten eines Gewitters befindet, der kann sich mit einigen Tricks vor Blitzeinschlägen schützen. Skurril, aber wirksam: Hüpfen statt wegrennen.

Update vom 19. Mai, 17.12 Uhr: Das Unwetter scheint kurz und schmerzlos gewesen zu sein - und hat vor allem nicht alle Landesteile erwischt. So in einigen Regionen nur der Himmel schlagartig dunkel, es grummelte und nach einem kurzen Schauer lichteten sich die Wolken wieder. Grund für den schnell Abgang der Gewitter waren die teils stürmischen Böen mit Geschwindigkeit bis 100 km/h.

In den Regionen, in denen das Unwetter kurzzeitig wütete, hinterließ es Stand jetzt keine großen Schäden. Die Deutsche Bahn sperrte mehrere Strecken, unter anderem weil Bäume auf den Gleisen lagen. Vor allem im Südwesten von NRW, etwa in Kleve und im Kreis Borken stürzten Bäume um.

Unwetter in NRW: Mehrere Bahnstrecken gesperrt - Bäume stürzen um

Update vom 19. Mai, 16.14 Uhr: Der Bahnverkehr in NRW ist bereits deutlich eingeschränkt. Wegen des Unwetters kommt es zu Streckensperrungen und Ausfällen. So ist zum Beispiel die Bahnstrecke zwischen Duisburg und Xanten gesperrt. Auch zwischen Gladbeck Ost und Dorsten ist der Verkehr durch einen umgestürzten Baum gestört.

Mehrere Bahnstrecken sind vom Unwetter betroffen. Reisende und Pendler sollten sich unter zuginfo.nrw über die aktuellen Entwicklungen informieren.

Update vom 19. Mai, 16.05 Uhr: Der Zoo Dortmund hat aufgrund des Unwetters bereits um 16 Uhr geschlossen. „Ob der Zoo morgen öffnen kann, wird am Morgen entschieden werden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Tiere seien vorsorglich in die Innengehege gebracht.

Unwetter in NRW: Heftige Gewitter ziehen übers Land - den Südwesten trifft es zuerst

[Erstmeldung] Am Mittwoch genossen die Menschen in Nordrhein-Westfalen noch sommerliche Temperaturen mit bis zu 30 Grad. Mit dem schönen Wetter ist es jetzt vorbei: Am Donnerstag und Freitag könnte es vielerorts ordentlich knallen. Schwere Gewitter und gar Unwetter sind angesagt.

In ganz NRW müssen sich die Menschen ab dem Donnerstagnachmittag auf Unwetter mit Starkregen, schweren Sturmböen und Hagel einstellen. Ab 14 Uhr treten erste Schauer auf, ab 17 Uhr kann es dann heftiger werden. Die Menschen im Südwesten müssen als erste im Land mit schweren Gewittern rechnen. Das Unwetter zieht dann über NRW Richtung Osten.

Am Freitag besteht nach Angaben des DWD noch einmal ein deutlich höheres Unwetter-Potenzial. Dann bestehe sogar ein geringes Risiko für die Bildung von Tornados in NRW, sagte Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

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