Dicker Fisch vorm Hagener Landgericht

Unternehmer aus Altena gekidnappt - DNA führt nach Iserlohn

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Altena - Um ein vor der Öffentlichkeit bisher verborgenes Kapitalverbrechen geht es in den kommenden Wochen vor dem Hagener Landgericht. Einem 45-jährigen Iserlohner wird vorgeworfen, einen Altenaer Unternehmer gekidnappt zu haben.

Die Anklage lautet auf erpresserischen Menschenraub und versuchte besonders schwere räuberische Erpressung. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 45-Jährige am 11. Dezember 2016 mit einem unbekannten Mittäter in eine Wohnung eines Unternehmers in Altena eingedrungen ist, um dort Wertgegenstände zu stehlen, insbesondere aus einem in der Wohnung vermuteten Tresor. 

Als sie weder einen Tresor noch Bargeld vorgefunden hätten, sollen die Täter beschlossen haben, auf den Unternehmer zu warten, der gegen 3 Uhr nachts nach Hause gekommen sei. Vier Stunden lang sollen die beiden Täter dann versucht haben, an Geld zu kommen.

Martyrium dauert vier Stunden

Sie sollen den Unternehmer mit vorgehaltener Waffe dazu aufgefordert haben, das Versteck seines Bargeldes und seines Tresors zu verraten. Im weiteren Tatverlauf sollen sie damit gedroht haben, ihrem Opfer einen Finger abzuschneiden. 

Als der Unternehmer angab, sein Geld befinde sich auf seinem Firmenkonto, zwangen ihn die Täter laut Anklageschrift zu einer Online-Überweisung. Als diese fehlgeschlagen sei, sollen sie ihn unter der Drohung wiederzukommen aufgefordert haben, ihnen drei Tage später 150.000 Euro Bargeld zu übergeben und künftig jeweils ein Drittel seiner Firmeneinnahmen als Schutzgeld zu bezahlen.

Schutzgeld gefordert

Der Unternehmer kam dieser Aufforderung nicht nach, sondern schaltete die Polizei ein, die in der Wohnung DNA-Spuren des Angeklagten sicherstellte. Sie führten lange nach der Tat zur Festnahme des tatverdächtigen Iserlohners. Der Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft. Er soll heroinabhängig und deswegen erheblich vorbestraft sein, auch wegen wegen ähnlicher Delikte. 

Zuletzt wurde er Ende 2012 vom Landgericht Hagen wegen schwerer räuberischer Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten sowie der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt verurteilt, weil er im Jahre 2012 die Mitarbeiter einer Aldi-Filiale in Menden unter Vorhalt einer Waffe zur Öffnung des Tresors zwang und aus diesem knapp 4.000 Euro erbeutete.

Tresor öffnen

Für erpresserischen Menschenraub sieht das Strafgesetzbuch im Regelfall eine Freiheitsstrafe zwischen fünf und 15 Jahren vor. Für das Verfahren sind insgesamt fünf Verhandlungstage vorgesehen. Der erste findet am Donnerstag, 7. Mai, ab 13 Uhr im Saal 201 des Landgerichtes statt. Zuständig für das Verfahren ist die erste große Strafkammer.

Quelle: wa.de

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