Umweltzonen in NRW: Meist darf nur noch "Grün" rein

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NRW - Die Feinstaubgrenzen werden in Nordrhein-Westfalen noch zu oft überschritten. Die meisten Städte mit Umweltzonen verbannen daher bald Fahrzeuge mit gelber Plakette.

Die Luft in den nordrhein-westfälischen Städten soll besser werden. Auf Autofahrer kommen deshalb im Jahr 2014 strengere Richtlinien in den Umweltzonen zu. Von Juli an dürfen in fast allen NRW-Umweltzonen nur noch Autos mit grüner Plakette fahren - Ausnahme bleiben Münster und möglicherweise Remscheid.

40 Euro Bußgeld muss ein Autofahrer berappen, wenn er keine oder die falsche Plakette an der Windschutzscheibe kleben hat. Auch ein Punkt in Flensburg droht derzeit noch. Der soll nach der Reform der Verkehrssünderkartei im Mai wegfallen, aber dann wird eine Strafe von 80 Euro fällig.

Zu häufig wurden bisher die Grenzen für die Feinstaubbelastung in NRW durchbrochen. Laut EU-Richtlinie soll ein Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht öfter als 35 Mal pro Jahr überschritten werden. Bis zum 12. Dezember gelang es sieben Städten nicht, unter diesem Wert zu bleiben, hieß es vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Gelsenkirchen als Spitzenreiter kam auf 55 Überschreitungen.

Durch die Umweltzonen in Bonn, Düsseldorf, Hagen, Köln, Langenfeld, Mönchengladbach, Neuss, Wuppertal und im Ruhrgebiet sollen von Juli an nur noch Fahrzeuge mit grünem Aufkleber rollen dürfen. Für gelbe Zeichen blieben dann nur noch Münster und möglicherweise Remscheid übrig, heißt es von den zuständigen Bezirksregierungen. In Krefeld und Dinslaken darf bereits seit 2012 nicht mehr mit gelben Plaketten gefahren werden.

Ob in Münster die grüne Umweltzone ebenfalls kommen wird, steht derzeit noch nicht fest. Dies werde sich erst im Laufe des neuen Jahres klären. Ausgedehnt werden soll die Umweltzone allerdings nicht.

In Düsseldorf hatte man die Umweltzone bereits im Februar vergangenen Jahres auf 38 Prozent des Stadtgebietes ausgeweitet. Umweltamtsleiter Klaus von Zahn erklärt, dass neben Feinstaub auch Stickstoffdioxid ein großes Problem sei. "Unsere kommunalen Möglichkeiten sind nahezu erschöpft. Jetzt ist die EU gefordert, neue Vorgaben zu machen", sagt von Zahn.

Die gesundheitlichen Folgen können schwerwiegend sein: Feinstaubteilchen sind so klein, dass sie nicht in Nase und Rachen hängenbleiben, sondern ungehindert in die Lunge gelangen. Dort können sie Entzündungen, Wucherungen, Asthma, Bronchitis oder Krebs auslösen. In bestimmten Konzentrationen führen die Teilchen auch zu Herzinfarkten.

Der Automobilclub ADAC bezweifelt, dass Umweltzonen die richtige Lösung sind. "Wir halten die Umweltzonen nach wie vor für wirkungslos, da sie nicht zu einer nennenswerten Verbesserung der Luftqualität beitragen", sagt Gabriele Schön vom ADAC in Köln. Auch eine Ausweitung bringe nichts. Für wirkungsvoller hält sie eine Nachrüstung bei Dieselfahrzeugen, eine Verminderung von Staus, die Förderung von alternativen Antrieben oder ein attraktives öffentliches Verkehrsnetz.

Das Bundesumweltamt zeigt sich hingegen zufrieden und spricht von Verbesserungen der Luftreinheit durch die Umweltzonen. Der Fachgebietsleiter für Fragen zur Luftreinhaltung, Marcel Langner, sieht darin auch den Vorteil, dass generell schadstoffarme Wagen unterwegs sind: "Es fahren fast nur noch Autos mit grüner Plakette. Dass es so ist, ist auch ein Verdienst der Umweltzonen. Sonst wären noch viel mehr schädliche Fahrzeuge unterwegs."

Quelle: wa.de

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