Umfrage: NRW-Bürger weiter für Energiewende

+

DÜSSELDORF - Die Energiewende findet nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im "Kohleland NRW" weiter großen Rückhalt in der Bevölkerung.

88 Prozent der Befragten nannten den Atomausstieg und die Umstellung auf umweltfreundlichen Wind- und Sonnenstrom "völlig richtig" oder "eher richtig", teilte die Verbraucherzentrale NRW als Auftraggeberin am Samstag mit - und das, obwohl in NRW viele tausend Arbeitsplätze an der Kohleförderung- und Verstromung hängen. Befragt wurden gut 2100 Menschen in NRW im Oktober 2014.

Kritik gab es kaum an der grundsätzlichen Ausrichtung, sondern vor allem am geringen Reformtempo und an den finanziellen Zusatzbelastungen der Bürger. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Befragten fand die politische Umsetzung nicht oder "eher nicht" richtig. 46 Prozent der Befragten wünschten sich eine schnellere Umsetzung.

Eine bezahlbare Energieversorgung bezeichneten die meisten Befragten (74 Prozent) als "sehr wichtig", auf Platz zwei folgte die Zuverlässigkeit (61 Prozent), erst mit einigem Abstand kommt auf Platz vier (41 Prozent) eine umweltfreundliche Energieerzeugung. "Die Verbraucher stehen weiterhin klar hinter der Energiewende und erhoffen sich langfristige Vorteile. Die Unzufriedenheit mit der Umsetzung sollte aber für die Politik 2015 ein Ansporn sein", forderte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW.

Der Strompreis ist bundesweit seit 2010 um mehr als ein Viertel gestiegen, auch wenn es im kommenden Jahr bei vielen Versorgern eine leichte Entlastung geben wird. Ein Hauptgrund sind die Zusatzkosten für die Energiewende, die über die EEG-Umlage auf den Preis aufgeschlagen werden.

Nordrhein-Westfalen mit Deutschlands größtem Braunkohlerevier und den zahlreichen Steinkohlekraftwerken unter anderem im Ruhrgebiet deckt nach einer Studie vom November dieses Jahres nur 3,8 Prozent des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien. Hauptträger der Landesversorgung seien 2011 Steinkohle mit einem Anteil von 19,2 Prozent, Braunkohle mit 19 Prozent sowie Erdgas mit 18 Prozent gewesen. NRW beklagt regelmäßig Netto-Milliardenabflüsse durch die Energiewende nach Bayern und Norddeutschland, weil die dortigen Wind- und Sonnenstromanlagen hohe Förderungen bekommen, die NRW über die Strompreise mitfinanziert. - lnw

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare