Auto des Herscheiders hängt 1,5 cm über dem Boden

"Wie ein Schneepflug": Polizei zieht extrem tiefergelegten Golf aus dem Verkehr

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Der Spoiler berührte fast den Boden

Lüdenscheid - Platt wie eine Flunder: Die Polizisten staunten nicht schlecht, als sie den extrem tiefergelegten VW Golf eines 20-Jährigen aus dem Verkehr zogen. Auf dem Prüfstand zeigte sich: Der Tuner war ein Stümper.

Die Polizisten stoppten die frisierte "Flunder" eines 20-jährigen Herscheiders am Samstagvormittag an der Herscheider Landstraße in Lüdenscheid. Als sie sich den Golf genauer betrachteten, staunten sie über die abenteuerlichen Veränderungen an dem Auto, die sie in dieser Form noch nicht gesehen hatten.

Die Bodenfreiheit des Pkw betrug am Kontrollort nur 1,5 Zentimeter! Zum Vergleich: Ein Daumen ist etwa 2 cm dick. "Das Auto war wie ein Schneepflug", sagte Polizeisprecher Dietmar Boronowski. Erst im Juni hatte die Polizei einen tiefergelegten Golf GTI in Lüdenscheid aus dem Verkehr gezogen.

Bei dem minimalen Luftpolster zwischen Spoiler und Asphalt war es kein Wunder, dass die Kiste beim Fahren Aufsetz- und Schleifgeräusche machte. Ein Unterschied in der Fahrbahnhöhe von nur einem Zentimeter führte laut Polizeibericht zum Aufschlagen des Unterbodens. Der Luftfilter war zudem komplett ausgebaut.

In Polizeibegleitung zum TÜV

Der 20-Jährige aus Herscheid musste den Golf unter Polizeibegleitung langsam zur nächsten TÜV-Prüfstelle fahren. Das Urteil des erfahrenen Sachverständigen zum Zustand des Autos: das Werk eines Dilettanten.

Obwohl der Bremsenprüfstand umfahren wurde, weil ein Festfahren befürchtet wurde, setzte der Pkw bei einem Höhenunterschied von 1,5 cm auf. Erst unter der Hebebühne zeigten sich dann die massiven Aufsetzspuren und Beschädigungen vollständig. Das Fahrzeug wurde für verkehrsunsicher erklärt und durch die Polizei stillgelegt.

Handtellergroße Löcher wurden mit Fiberglasmatten kaschiert

Dem 20-Jährigen bleiben nun zwei Möglichkeiten. Entweder, er zahlt viel Geld, um die teuren Umbauten rückgängig zu machen. Oder er lässt den Golf verschrotten. Außerdem muss er rund 500 Euro Bußgeld abdrücken. Die Punkte in Flensburg sind dafür gratis.

"Einige Tuner wissen gar nicht, welchen Gefahren sie sich und andere aussetzen, wenn sie mit solchen Autos unterwegs sind", so Boronowski. "Die Kiste war ganz einfach nicht verkehrstauglich; außerdem können bei jedem Aufsetzen Teile absplittern, die andere verletzen." 

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Quelle: wa.de

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