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Dortmunder U-Turm leuchtet trotz Energiekrise weiter – aber anders als vorher

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Von: Daniele Giustolisi

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Trotz extrem steigender Energiepreise bleibt die Beleuchtung des U-Turms in Dortmund eingeschaltet. Die Stadt begründet das mit einem Gesetzes-Passus.

Dortmund – Um Energie zu sparen, hat die Stadt Dortmund beschlossen, die Beleuchtung an vielen städtischen Gebäuden auszuschalten. Damit reagiert die Verwaltung auf eine Verordnung der Bundesregierung. Der U-Turm, das wohl bekannteste Wahrzeichen in Dortmund, bleibt von der Regelung aber fast unangetastet, erfuhr RUHR24 nun.

AnlassEnergiekrise
Verordnung des Bundes gilt seit1. September
MaßnahmenStadt Dortmund schaltet Außenbeleuchtung aus

U-Turm-Beleuchtung in Dortmund bleibt trotz Energie-Verordnung eingeschaltet

Grund dafür sei der Wortlaut in der „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen“, sagte ein Sprecher der Stadt Dortmund nun gegenüber den Ruhr Nachrichten. So heißt es in Paragraf 8 des Papiers wörtlich: „Die Beleuchtung von Gebäuden und Baudenkmälern von außen mit Ausnahme von Sicherheits- und Notbeleuchtung ist untersagt. Ausgenommen sind kurzzeitige Beleuchtungen bei Kulturveranstaltungen und Volksfesten.

In der Folge müssen die „fliegenden Bilder“ sowie das „U“ selbst nicht ausgeschaltet werden, weil sie nicht angestrahlt werden, sondern von sich aus leuchten (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Ganz unangetastet von der Regelung bleibt der U-Turm aber nicht. Zumindest die Fassaden werden seit dem 1. September nicht mehr von außen angestrahlt.

„Fliegende Bilder“ am U-Turm Dortmund laufen derzeit „auf Sparflamme“

Überlegungen, auch das „U“ und die „Fliegenden Bilder“ freiwillig auszuschalten, gebe es laut Stadt Dortmund bislang nicht, wie ein Sprecher gegenüber RUHR24 angab. Die „Fliegenden Bilder“ hatten in 2021 rund 150.000 kWh verbraucht, also in etwa so viel, wie 75 Zwei-Personen-Haushalte im Schnitt pro Jahr in einem Mehrfamilienhaus verbrauchen.

Der U-Turm in Dortmund und die fliegenden Bilder. Dortmunder U.
Der U-Turm in Dortmund soll weiterhin leuchten – trotz Energiekrise. © Imago

Das Problem bei den „Fliegenden Bildern“: Umso heller es draußen ist, desto heller müssen die LED-Wände leuchten. Der Verbrauch ist also auch vom Sonnenschein über Dortmund abhängig – und davon gab es 2022 reichlich. Nachts, so ein Sprecher zu RUHR24, würden die Bilder nur ein Zehntel von dem verbrauchen, was tagsüber verbraucht werde.

Diesen Aspekt habe der Erfinder der „Fliegenden Bilder“, Adolf Winkelmann, jetzt genutzt. So fahre in den Mittagsstunden derzeit das Programm „Sparflamme“. Die Anlage werde gedimmt, sodass weniger LEDs leuchten. „Nach Berechnungen von Adolf Winkelmann können durch dieses Programm 30 Prozent der Energie im nächsten Jahr eingespart werden - abhängig aber auch von den Sonnenstunden“, so ein Stadtsprecher.

Stadt Dortmund schaltet Außenbeleuchtung vieler Gebäude aus – wegen Energiekrise

Derweil hat die Stadt Dortmund die Außenbeleuchtung an folgenden Gebäuden bereits komplett ausgeschaltet:

Laut einer Mitteilung prüfe die Stadt Dortmund zudem, ob weitere Gebäude und Objekte durch das Inkrafttreten der Verordnung der Bundesregierung nicht mehr beleuchtet werden dürften.

600.000 Bürger von Energiesparmaßnahmen der Stadt Dortmund betroffen

Während das Ausschalten der Außenbeleuchtung die Dortmunder Bürger eher marginal trifft, spüren die 600.000 Einwohner andere Energiesparmaßnahmen der Stadt schon deutlicher. So senkt die Stadt unter anderem die Temperaturen in städtischen Gebäuden sowie in Schwimmbädern.

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