Trotz Tunnel und Folie: Noch zu kalt für Spargel

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Landwirt Max-Josef Kallen auf seinem Feld bei Dormagen. Zwei Lagen Folie schützen die Dämme, unter denen der Spargel wachsen soll. Aber noch ist es einfach zu kalt.

DORMAGEN - Zu Ostern gibt es keinen Spargel aus dem Freiland. Es ist einfach zu kalt, da helfen auch die schützenden Folien nicht. Ein paar Tage nach den Festtagen könnte die Ernte losgehen. Falls es wärmer wird.

Ostern steht vor der Tür. Es ist Frühjahr. Aber es fegt ein eisiger Wind über das Land von Max-Josef Kallen in Dormagen-Stürzelberg. Zwei Lagen Folie schützen die Dämme, unter denen der Spargel wachsen soll. Und gibt es heimischen Spargel zu Ostern? "Können Sie vergessen", sagt Kallen knapp. Er kann sich an keinen so späten Saisonstart erinnern. "2012 war Ostern eine Woche später, und da hatten wir schon zehn Tage Spargel."

Auf seinen Feldern in der Nähe des Rheins zwischen Köln und Düsseldorf ist seit Anfang März der Spargelpflug unterwegs. Früher ging es nicht, es war zu regnerisch und zu kalt. Zwei große Schaufeln türmen nun die Erde über den empfindlichen Knospen auf und formen die 250 Meter langen Dämme. Darauf kommen zwei Lagen Folie. Damit wollen die Spargelbauern die wärmeliebende Pflanze zum frühen Wachsen verleiten.

In den vergangenen beiden Jahren habe die Spargelsaison aber auch außergewöhnlich früh begonnen, meint Carsten Wenke, Spargelberater der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen aus Münster. "Wir sind verwöhnt worden." Derzeit kommen allenfalls winzige Mengen des Edelgemüses aus dem Treibhaus oder vom beheizten Feld, sagt er.

Wenn das Wetter mitspielt, könnten gegen Ende der Osterwoche die ersten Mengen da sein, meint der Spargelberater. Die Liste der Voraussetzungen ist aber lang: Nachtfröste und der kalte Ostwind müssten ausbleiben und die Sonne scheinen. Derzeit kommt in den Spargeldämmen die Sonnenwärme nur in den oberen Schichten an. Tiefer im Boden, wo das Bleichgemüse sprießen soll, sind es nur ein paar Grad. Zum Wachsen müssten es 10 bis 12 Grad sein.

Auch Christa und Max-Josef Kallen tippen darauf, dass die ersten Stangen Ende der nächsten, Anfang der übernächsten Woche gestochen werden könnten. Weil Spargel traditionell nur bis zum 24. Juni geerntet wird, versuchen alle, das Beste aus der begrenzten Saison zu machen. Die Feiertage spielen dabei eine wichtige Rolle.

"Wir sind Wochen zurück", meint Bauer Kallen. Er kann nichts daran ändern. Landwirte sind den Launen des Wetters ausgeliefert. Auch auf anderen Feldern ist Ruh: Seine Frühkartoffeln sind noch nicht gepflanzt, bei den Erdbeeren tut sich nichts. Die wenigen Helfer, die schon da sind, müssen beschäftigt werden. In Polen und Rumänien stehen über 100 Saisonarbeiter in den Startlöchern; sie wollen zur Ernte kommen. -dpa/lnw

Quelle: wa.de

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