Trotz Großfahndung ist der Schwerverbrecher Feldhofer noch immer auf Flucht

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Mit diesem Foto fahndet die Polizei bundesweit nach Thomas Feldhofer.

DÜSSELDORF - Der europaweit gesuchte Bankräuber Thomas Feldhofer aus Krefeld ist nach seinem Banküberfall in Sachsen-Anhalt wie vom Erdboden verschluckt. Feldhofer wird inzwischen auch wegen versuchten Polizistenmordes gesucht, wie die Polizei in Düsseldorf bestätigte.

An der Rezeption gibt er ordentlich die Zimmerschlüssel zurück. Nichts deutet auf dem Video aus der Überwachungskamera eines Frankfurter Hotels auf eine dunkle Seite dieses Gastes hin. Doch nach Überzeugung der Ermittler ist es der 46 Jahre alte Thomas Feldhofer, ein gefährlicher Schwerverbrecher, der kurz vor Weihnachten die Polizei auf Trab hält.

Tatort Arendsee in Sachsen-Anhalt. Es ist nicht viel los in der idyllischen 3000-Seelen-Gemeinde direkt am Ufer des gleichnamigen Sees. Bis ein stämmiger Mann mit Oberlippenbart und Rucksack die Filiale der Sparkasse betritt, plötzlich die Mitarbeiter bedroht und Geld verlangt. Mit mehreren tausend Euro flüchtet er nach der Tat am Dienstag in einem gestohlenen Wagen. Wenig später erkennen Zeugen ihn auf Fotos der Polizei wieder: Es war der gesuchte Thomas Feldhofer.

So problemlos ging es für Feldhofer nicht immer ab. Am 9. Dezember bemerkt eine Zivilstreife in Krefeld sein gestohlenes Auto. Zwei Streifenwagen rasen heran, ein Hubschrauber wird gerufen. Aber Feldhofer gibt Vollgas, lässt sich auch vom Kugelhagel der Polizei nicht stoppen, demoliert auf seiner Flucht fünf Autos. Dann ist er wieder wie vom Erdboden verschluckt. Zwei Tage später überfällt er ein älteres Ehepaar auf seinem Gehöft bei Krefeld. Er raubt die Haushaltskasse, fesselt die Opfer und flüchtet.

Wenige Tage später schlägt er im Taunus zu. In der Kleinstadt Kronberg kapert er einen Linienbus. Die sieben Fahrgäste lässt er aussteigen, doch der Fahrer muss ihn Richtung Wiesbaden fahren. Auf halber Strecke steigt Feldhofer aus und nimmt einem Autofahrer dessen Wagen ab. Damit flüchtet er dann. Ermittlungen ergeben, dass der Mann kurz vorher ein Elektrogeschäft überfallen hatte.

Die Düsseldorfer Polizei fahndet nach Feldhofer seit Wochen mit Haftbefehl. Den ersten Überfall soll er am 17. August in Voerde bei Kleve verübt haben. Doch für die Beamten ist es schwierig, den Tatverdächtigen zu fassen. Schwierig wird die Suche auch, weil man so wenig von Feldhofer weiß. Der gebürtige Krefelder soll eine Elektrikerlehre zumindest angefangen haben, heißt es vage aus Düsseldorfer Fahndungskreisen. „Er hatte ein sehr dünnes soziales Umfeld“, sagt ein Beamter. Wovon er in den vergangenen Jahren lebte, was er denkt und warum die Überfälle – noch ranken sich viele Geheimnisse um den Mann.

Ein möglicher Ansatz der Polizei für die Fahndung sind Tankstellen und Hotels. Denn für seine Hunderte Kilometer langen Reisen braucht er immer wieder auch Benzin. Und wie die Videoüberwachungskamera aus Frankfurt zeigt, nutzt Feldhofer für die Nacht auch gerne eine warme Unterkunft. Der Mann habe sich früher aber auch schon in Wälder zurückgezogen, heißt es.

Die Fahndung läuft inzwischen europaweit. Die Polizei warnt eindringlich davor, sich mit dem Gewalttäter anzulegen: „Der Mann ist gefährlich, er hat eine Waffe.“ - dpa

Quelle: wa.de

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