Keime in Tausenden Wasserzählern in NRW

[UPDATE 16:30] DÜSSELDORF - Das Bakterium wird umgangssprachlich auch Pfützenkeim genannt: Stichproben in Köln und Düsseldorf haben eine geringe Anzahl in Wasserzählern nachgewiesen. Der Austausch der Geräte läuft bereits.

Wegen des Verdachts auf Bakterien werden in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens Tausende neue Wasserzähler ausgetauscht. Betroffen seien unter anderem Haushalte in Düsseldorf, Köln und Bonn, bestätigten die Versorger der Städte am Donnerstag. Grund für den Wechsel der gerade erst eingebauten Zähler ist die Sorge vor einem Keim, der sich in den Geräten selbst angesiedelt haben kann.

Drei verunreinigte Chargen mehrerer Hersteller sollen verantwortlich sein, berichtete die Funke Mediengruppe (Donnerstag). Für gesunde Erwachsene gilt der Keim nach Angaben eines Experten jedoch als unbedenklich.

Bei Stichproben in Köln und Düsseldorf sei nach Angaben der Versorger eine geringe Anzahl an Keimen mit dem Namen Pseudomonas aeruginosa gefunden worden - jedoch nur in den Zählern, nicht im Trinkwasser. In Düsseldorf sollen jetzt 3300, in Köln 3000 Geräte ausgetauscht werden. Mitarbeiter hätten bereits mit den Arbeiten begonnen, hieß es weiter. Wer die Kosten trage, sei noch unklar.

In Bonn hingegen gebe es keine Hinweise auf das Bakterium. Dennoch würden auch dort vorsorglich rund 60 Zähler ausgetauscht, sagte eine Sprecherin der Stadtwerke. In Essen wird noch geprüft, ob ein Wechsel überhaupt nötig ist.

Dass ausgerechnet neue Wasserzähler mit diesem Keim befallen sein können, war im August in Hamburg herausgekommen. Nach einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" war das Bakterium damals über Monate immer wieder im Trinkwasser einer neu gebauten Kindertagesstätte festgestellt worden. Nach umfangreichen Untersuchungen kamen Experten schließlich auf die Zähler, genauer gesagt auf das Restwasser darin: Die Geräte müssen vor der Benutzung geeicht und mit Wasser durchgespült werden. So sei der Keim in die Zähler gelangt.

"Der sogenannte Pfützenkeim etabliert sich überall dort, wo sich stehendes Wasser ansammelt", sagte ein Sprecher des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in NRW (Lanuv). Für gesunde Erwachsene sei er nicht gefährlich. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem könne er im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung führen. -lnw

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © Foto: dpa

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