DNA-Auswertung bestätigt Befürchtung

Trauerfeier für ermordete Liesa Schulte aus Werl

Liesa Schulte

WERL - Die Trauerfeier für die ermordete Liesa Schulte beginnt am übernächsten Samstag (10. November) um 17.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Cäcilia in Westönnen. Die Polizei sucht jetzt dringend Zeugen aus dem Bereich des Fundorts in Essen.

Im Anschluss an die Trauerfeier ist es nach Absprache mit den Eltern möglich, Blumen niederzulegen – entweder in der Kirche oder am Grab Liesas auf dem Westönner Friedhof. Für ausreichende Parkmöglichkeiten und Beleuchtung werde gesorgt, sagt Bestatter Lutz Langschmidt.

Derweil laufen die Ermittlungen in dem Mordfall mit großer Intensität weiter. Die Ergebnisse der DNA-Untersuchung bestätigten am Mittwochnochmittag die traurige Gewissheit, dass es sich bei der aufgefunden Leiche um Liesa Schulte handelt.

Ob sich der Tatverdächtige, Liesas Ex-Freund Richard O., vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung zu den Vorwürfen äußern wird, bleibt zunächst offen. Gleich zwei Anwälte beschäftigt der Afrikaner. Gesagt hat er bisher wenig, den Mord allerdings hat er bestritten.

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Erfahrene Juristen sagen: Wenn es einen taktisch guten Zeitpunkt für ein mögliches Geständnis gibt, dann hat O. ihn zunächst verpasst. Denn dann hätte er die Tat, so er denn der Mörder ist, zeitnah nach seiner Verhaftung gestehen sollen. Sollte er auf ein milderes Urteil hoffen, würden ihm seine Anwälte nun sicher empfehlen, den Mord zu Beginn der Hauptverhandlung zu gestehen, heißt es in Juristenkreisen.

Auf den gemieteten VW Polo konzentrieren sich die Ermittler im Großraum Essen, aber unverändert auch in Werl.

Die ermittelnde Kriminalpolizei bittet nun die Anwohner rund um das betreffende Waldgebiet in Essen-Werden um Mithilfe und fragt: Wer kann Angaben zu dem verdächtigen schwarzen Polo (siehe Fotos auf dieser Seite) machen, der sich möglicherweise in der Nacht vom 16. auf den 17. April 2012 im Bereich Essen-Werden befand? Darüber hinaus werden Zeugen gesucht, die am 17. April oder später einen Spaten oder eine Schaufel in der Nähe der Jugendherberge in Essen-Werden aufgefunden haben. Zeugen sollen sich unter der Rufnummer 0231/132-7999 beim Kriminaldauerdienst der Polizei Dortmund melden. Weitere Auskünfte erteilt ausschließlich die Staatsanwaltschaft Arnsberg unter der Rufnummer 02391/804898 oder 804887. Auch am Wohnort der familie Schulte bittet die Mordkommssion unverändert um Hinweise.

Die DNA-Untersuchungen nach dem Leichenfund konzentrieren sich übrigens zunächst nur auf Liesa. Natürlich hoffen die Ermittler auf verwertbare Spuren, die sie zum Täter führen. „Bis diese Untersuchungen ausgewertet sein werden, dauert es mindestens zwei Wochen“, sagt der ermittelnde Arnsberger Staatsanwalt Thomas Poggel.

Staatsanwalt und Mordkommission gehen davon aus, dass der 24-jährige Richard O. seine frühere Freundin aus Eifersucht erstickthat. Allerdings ändert dies nichts an der in Deutschland geltenden Unschuldsvermutung. In dieser Phase verbietet es sich für Journalisten, ungepixelte Bilder von Tatverdächtigen zu veröffentlichen. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die „Bild“-Zeitung darum nicht schert. In seiner Mittwochsausgabe veröffentlichte das Blatt ein großformatiges Farbfoto von Liesa und Richard O.

Geschockt zeigt sich auch Bestatter Lutz Langschmidt. Ihm wurden von Journalisten nennenswerte Geldbeträge geboten, wenn er ihnen den genauen Zeitpunkt von Liesa Schultes Beisetzung verrät. Monatelang hatten auch die boulevardesken Vertreter unserer Zunft Benehmen an den Tag gelegt – mit dem Auffinden der Leiche hat es mit dieser Zurückhaltung offenkundig ein Ende... - di/han

Quelle: wa.de

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