Schwere Schäden

Tornado sorgt für Verwüstungen

+

Mehrere abgedeckte Häuser, entwurzelte Bäume und ein Auto, das wie ein Spielzeug durch die Luft flog: In Bocholt hat in der Nacht ein vermeintlicher Tornado gewütet. 

Bocholt - Eine Windhose hat in der Nacht zu Mittwoch erhebliche Schäden hinterlassen. Meteorologen prüfen nun, ob der Sturm sogar als Tornado eingestuft werden kann.

Während des Sturms sei ein Auto zehn Meter weit durch die Luft gewirbelt und ein Dach komplett abgedeckt worden. Insgesamt seien neun Häuser beschädigt und 100 Bäume entwurzelt worden. "Da hat eine Windhose massiv gewütet", so ein Sprecher der Stadt Bocholt.

Während des Sturms sei auch eine Person leicht verletzt worden. Rund 90 Feuerwehrleute waren über Stunden im Einsatz. Auch am Morgen setzten sie die Aufräumarbeiten weiter fort. Die Stadt richtete einen Krisenstab ein. 

"Der Tornado erreichte nach ersten Einschätzungen von Experten die Stärke F2 auf der Fujita-Skala. Dies entspricht Windgeschwindigkeiten von etwa 180 bis 250 Kilometern/Stunde", sagt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. 

Was ist ein Tornado?

"Tornados, die heftigsten Windsysteme der Erde, sind im Unterschied zu den bis zu 1000 Kilometer Durchmesser erreichenden 'Hurrikans' oder auch 'Taifunen', sehr kleinräumige Wirbelstürme, die nur selten einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer erreichen", erklärt Habel. "Ihr schlauchartig von Gewitterwolken bis auf den Erdboden herabreichender Sturmrüssel erinnert vom Aussehen an den rotierenden Wasserstrudel über einem Badewannenabfluss. Wegen den enormen Windgeschwindigkeiten, die innerhalb der kreisenden Luftsäule bis über 500 km/h erreichen können, hinterlassen Tornados entlang ihrer Zugbahn oft eine Schneise der Verwüstung.“

Im Video: So entsteht ein Tornado

Zerstörerische Windhosen haben zuletzt mehrfach für Aussehen gesorgt: Im Mai 2018 fegte ein Tornado durch einen Ortsteil von Viersen am Niederrhein und richtete einen Millionenschaden an. Vor knapp drei Monaten schlug ein Tornado eine Schneise der Verwüstung im Eifel-Örtchen Roetgen. Im Jahr 2018 verzeichnete der DWD bundesweit 17 Tornados, davon vier in NRW. 

Matthias Habel erklärt: " Experten schätzten die Zahl der Tornados in Deutschland lange Zeit nur auf 10 bis 20 Fälle pro Jahr. Die Menge der in den vergangenen Jahren gesicherten Beobachtungen deutet heute auf mindestens 30 bis 40 Fälle jährlich hin.“

So wird das Wetter in Ihrer Stadt

Insgesamt war das Gewitter, das in der Nacht über Nordrhein-Westfalen zog, jedoch schwächer als erwartet. In der Nacht auf Donnerstag könnten dann aber von Südwesten her wieder neue Unwetter aufziehen. - dpa/eB

Die Situation in Deutschland im Wetter-Ticker

Lesen Sie auch:

Unwetter im Kreis Soest: Mehr als 110 Einsätze für die Feuerwehr

Richtiges Verhalten bei einer Überschwemmung im Haus

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare