Gericht geht von Totschlag aus

Getöteter Schüler in Wenden: Landgericht fällt deutliches Urteil

+

Im Prozess gegen einen Teenager, der aus nicht erwiderter Liebe einen Mitschüler in Wenden erwürgt haben soll, hat das Gericht am Donnerstag das Urteil gefällt. Das Gericht blieb dabei unter dem, was die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, aber über der Forderung der Verteidigung.

Wenden/Siegen - Es war Totschlag. Davon geht das Landgericht Siegen bei seinem Urteil aus. Gerichtssprecherin Silvia Sünnemann erklärte nach der Urteilsverkündung: „Die Kammer hat den Angeklagten wegen Totschlags zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt. Weiterhin hat die Kammer die Unterbringung des Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.“

Der Prozess hatte im April begonnen und lief unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zu den durch das Gericht festgestellten Tatumständen und den Gründen für die Unterbringung in einer Psychiatrie wollte die Gerichtssprecherin unter Verweis auf den Jugendschutz keine Angaben machen.

Das Gericht blieb beim Urteil unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese wirft dem zur Tatzeit 14-Jährigen vor, im Oktober 2018 in Wenden seinen zwei Jahre älteren Mitschüler mit bloßen Händen gewürgt und getötet zu haben. Sie hatte eine Freiheitsstrafe von acht Jahren gefordert, hielt den Angeklagten zum Tatzeitpunkt jedoch nicht für voll schuldfähig. Daher forderte die Staatsanwaltschaft die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.

Die Nebenkläger - die Eltern des Opfers - hatten sich dieser Forderung angeschlossen. Das Plädoyer der Verteidigung des angeklagten Teenagers lautete jedoch auf „gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge.“ Die Forderung: eine Haftstrafe von sechs Jahren. Die Anklage indes lautete auf Totschlag. Der Angeklagte hatte bereits zu Prozessbeginn gestanden, für den Tod des 16-Jährigen verantwortlich zu sein. 

Fall sorgt bundesweit für Entsetzen

Der verstörende Fall aus dem Oktober 2018 hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Laut Anklageschrift war der heute 15-Jährige in den Mitschüler verliebt und hatte am Tag der Tat auf sexuelle Handlungen gehofft. In der Nähe der Schule soll er ihn am 30. Oktober 2018 mit bloßen Händen erwürgt und die Leiche zu einem Waldstück in der Nähe der Gesamtschule Wenden geschleppt haben. Dort fand ein Feuerwehrmann die Leiche am Abend des nächsten Tages bei einer großangelegten Suchaktion. Der Vater hatte seinen Sohn zuvor als vermisst gemeldet.

Daraufhin wurde der damals 14-Jährige als Zeuge vernommen, dabei verstrickte er sich jedoch immer weiter in Widersprüche. Schließlich legte er ein Geständnis ab. Daraufhin wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

Hier geht‘s zu unserer Berichterstattung zum Thema

Leiche eines 16-jährigen Schülers in Wenden gefunden

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare