Tödliche Messerstiche: Gewalt in Neujahrsnacht eskalierte in Siegen und Köln

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Rettungskräfte bringen in Siegen das Opfer einer Messerstecherei zu einem Krankenwagen.

KÖLN - Zwei tödliche Messerstechereien in Köln und Siegen und viele Schlägereien. Die Polizei in hatte in der Neujahrsnacht mit fast 3000 Einsätzen deutlich mehr zu tun als im Vorjahr. Ein Grund: Die warmen Temperaturen zum Jahreswechsel.

In Köln erstach eine 47 Jahre alte Frau ihren drei Jahre jüngeren Freund, möglicherweise aus Notwehr. Der Beziehungsstreit war am Sonntagmorgen in der Wohnung der Frau eskaliert. Nach Angaben von Zeugen habe der 44-Jährige zunächst seine Partnerin angegriffen, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Daraufhin habe sich die 47-Jährige mit einem Messer zur Wehr gesetzt.

In Siegen kam es bei einer privaten Silvesterfeier zu einer tödlichen Messerstecherei. Zwei 55 und 56 Jahre alte Männer hätten gemeinsam mit einer 65-jährigen Frau gefeiert, berichteten Staatsanwaltschaft und Polizei. Noch vor Mitternacht seien die Männer in Streit geraten. Dabei habe der 55-Jährige den älteren Mann mit mehreren Messerstichen verletzt. Das Opfer starb am Neujahrsmorgen im Krankenhaus. Der 55-Jährige wurde festgenommen.

Ebenfalls in Siegen hat ein hat ein 39 Jahre alter Mann nach einem Ehestreit seinen eigenen Schäferhund erstochen. Er war am Silvesterabend mit seiner Frau (40) zu einem befreundeten Ehepaar gekommen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Dabei hatten sie auch ihren sieben Jahre alten Hund mitgebracht. Während der Silvesterfeier kam es zu einem heftigen Streit zwischen dem Paar: Die Frau erklärte, dass sie sich von ihrem Gatten trennen wolle. Der Mann verließ daraufhin die Feier. Unbemerkt von den in der Wohnung zurückgebliebenen Personen erstach er vor der Haustür den Schäferhund. Danach beschädigte er den Pkw der Gastgeber, setzte sich in sein Auto und fuhr davon.

In Wuppertal endete für fünf Polizisten ein Silvestereinsatz schmerzhaft. Den Beamten sei es nur massiven Einsatz von körperlicher Gewalt und Pfefferspray gelungen, Streithähne zu trennen, berichtete die Polizei. 50-Jahrer alter Beamter musste zur Behandlung ins Krankenhaus, die anderen vier Polizisten seien durch Bisse, Tritte und Schläge leicht verletzt worden, aber dienstfähig geblieben.

Ebenfalls in Wuppertal ist ein 20 Jahre alter Mann lebensgefährlich verletzt worden. Der Mann war nach einer Silvesterparty mit dem 19-jährigen Tatverdächtigen aneinandergeraten, als am Sonntagvormittag in seiner Wohnung aufgeräumt werden sollte. Dabei zog der 19-jährige Gast das Messer und stach zu. Der Gastgeber wurde lebensgefährlich verletzt. Nach einer Behandlung in einem Krankenhaus stabilisierte sich sein Zustand. Der mutmaßliche Täter flüchtete zunächst, stellte sich aber am Mittag der Polizei. Nach Polizeiangaben standen Täter und Opfer zum Tatzeitpunkt noch erheblich unter dem Einfluss von Alkohol.

In Krefeld sabotierte ein Anwohner den Löscheinsatz der Feuerwehr. Dort wollte die Feuerwehr am Samstagabend einen Wohnungsbrand löschen. Aus dem dritten Stock seiner Wohnung bewarf der 19-Jährige die Rettungskräfte mit Feuerwerkskörpern.

Die Einsatzzahlen der Polizei hätten höher gelegen als beim Jahreswechsel vor zwölf Monaten, sagte ein Sprecher der Landesleitstelle. Landesweit habe die Polizei gut 1000 Körperverletzungen gezählt, etwa 100 Delikte mehr als in der Neujahrsnacht 2011. Die Zahl der Ruhestörungen habe mit gut 900 um knapp 200 über dem Vorjahreswert gelegen. Die Polizei führt den Anstieg auf die hohen Temperaturen in der Neujahrsnacht zurück. Es seien mehr Menschen auf den Straßen gewesen als vor einem Jahr. Damals habe Frost die Feiernden gebremst. - dpa

Quelle: wa.de

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