Tauziehen um Nationalpark Teutoburger Wald

DETMOLD - Pünktlich zur heißen Phase der Koalitionsverhandlungen in Düsseldorf haben sich Gegner und Befürworter des Nationalparks Teutoburger Wald zu Wort gemeldet. Angeblich will die SPD nicht so wie der grüne Koalitionspartner.

Das Tauziehen um den geplanten Nationalpark Teutoburger Wald geht weiter. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderten Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Mittwoch auf, grünes Licht für einen zweiten Nationalpark in Nordrhein-Westfalen zu geben. Gegner des Projekts, die Bürgerbewegung "Unser Teutoburger Wald", kündigten zugleich an, Kraft in der kommenden Woche 33 000 Unterschriften gegen den Nationalpark zu übergeben.

SPD und Grüne gingen am Mittwoch in die Feinabstimmung des Koalitionsvertrages. Am kommenden Montag soll es bereits die letzte Verhandlungsrunde geben. Schon nächste Woche Freitag sollen Sonderparteitage über die Einigung beschließen. In den Kreisen Lippe, Paderborn und Höxter soll ein Nationalpark mit einer Größe von mehr als 8500 Hektar entstehen. Nach Medienberichten bremst allerdings die SPD die Pläne von Umweltminister Johannes Remmel (Grüne).

Ein Nationalpark Teutoburger Wald wäre ein wichtiger Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt, heißt es in dem offenen Brief des NABU-Präsidenten Olaf Tschimpke und des BUND-Vorsitzenden Hubert Weiger an Kraft. Zu dem Gebiet gehörten mehr als 5000 Hektar mit Buchenwald. "Alte und naturnahe Buchenwälder, wie der Teutoburger Wald, gehören zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen der Welt", unterstrich Weiger. Nationalparkgegner versuchten, mit vielfach unzutreffenden Argumenten die Menschen in der Region zu verunsichern.

Die Bürgerinitiative "Unser Teutoburger Wald" betonte, 33 000 Unterschriften würden dokumentieren, "dass die Mehrheit der Bevölkerung in der Region gegen den Nationalpark ist". Auch zwei der drei betroffenen Kreise sowie acht von neun Kommunen hätten sich dagegen ausgesprochen. Private Eigentümer, deren Waldflächen 75 Prozent des angedachten Nationalpark-Gebiets ausmachten, wollten oder - wie im Fall des Landesverbandes Lippe - dürften ihre Waldflächen aus gesetzlichen Gründen nicht zur Verfügung stellen. - lnw

Quelle: wa.de

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