Tausende demonstrieren heute in Soest gegen Neonazi-Aufmarsch

SOEST - Mehrere tausend Demonstranten aus ganz Westfalen wollen an diesem Samstag in Soest ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Anlass ist eine geplante Aktion von rund 100 Neonazis.

Die aus dem ganzen Land anreisenden Rechten wollen nach Einschätzung der Behörden mit einem Marsch in der Soester Innenstadt politisches Kapital aus dem noch immer nicht vollständig aufgeklärten gewaltsamen Tod eines 20-jährigen Schülers schlagen.

Die von den Rechtsextremen geplante Aktion wurde mutmaßlich unter anderem von Vertretern der Neonazi-Szene aus Hamm und dem Kreis Unna vorbereitet und gesteuert.

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Die Gegenveranstaltung soll ab 12 Uhr vor der Stadthalle in Soest stattfinden. Aufgerufen hat dazu das Soester Ratsbüro gemeinsam mit Kirchen, Schulen, Parteien und Kulturgruppen. Dabei sollen nach Angaben der Veranstalter mehrere tausend Soester Bürger, verstärkt durch anreisende Anti-Rechts-Demonstranten aus ganz Westfalen, ein Zeichen „für ein friedliches Miteinander“ setzen. Bürgermeister, Pfarrer, Ausländer-Vertreter und Schülersprecher wollen eindeutig gegen Nazi-Parolen wie „Ausländer raus!“ Stellung beziehen.

„Wir sind nicht das Publikum für rechte Parolen. Wir lehnen die Ideologie dieser Radikalen ab“, sagt der Soester Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer als Haupt-Organisator der Anti-Rechts-Kundgebung, zu der die Polizei der Stadt mindestens 2000 Teilnehmer erwartet.

Hintergrund: Vor zwei Wochen war ein 20-jähriger Soester Schüler auf einer Vorabi-Fete niedergestochen worden. Trotz schneller ärztlicher Hilfe erlag er seinen Verletzungen. Der genaue Tatablauf ist bis heute nicht restlos aufgeklärt; der zuständigen Staatsanwältin fehlen nach wie vor einige möglicherweise wichtige Zeugenaussagen.

Der Tat dringend verdächtigt wird ein 17-jähriger türkischstämmiger Schüler aus Soest, der noch in der Tatnacht festgenommen wurde und gegen den Haftbefehl erlassen wurde; seine Herkunft dürfte den Neonazis als ideologische Munition für ihren Aufmarsch dienen. Der 17-Jährige macht keine Angaben zu den Vorwürfen. - hs

Quelle: wa.de

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