Update 18.25 Uhr / "Niklas" lässt nach

DB Regio NRW nimmt Verkehr wieder auf

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Am Hammer Bahnhof warteten viele Fahrgäste auf ihre Anschlusszüge.

[UPDATE 18.25 UHR] WESTFALEN - Die DB Regio NRW nimmt nach und nach den Verkehr wieder auf. Alle NRW-Fernverkehrshalte werden wieder angefahren. Im nördlichen NRW wurden die Unwetterwarnungen aufgehoben, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Im Sieger- und Sauerland warnten Meterologen weiterhin vor orkanartigen Böen.

DB Regio NRW teilt um 18 Uhr mit:

DB Regio nimmt ab sofort den Verkehr in Nordrhein-Westfalen nach und nach wieder auf. Aufgrund der angekündigten Witterungsbedingungen fahren alle Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Fahrgäste müssen sich weiterhin auf Verspätungen und Ausfälle einstellen.

Im Fernverkehr werden ab sofort alle Strecken und Haltestationen in NRW angefahren. Alle zuvor gesperrten Fernverkehrsrelationen sind wieder befahrbar. Reisende müssen auch im Fernverkehr weiterhin mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

Die Deutsche Bahn arbeitet mit Hochdruck daran, auch die letzten Schäden noch zu beheben, um alle Strecken für den Bahnverkehr wieder freizugeben.

Der Tag des Orkantiefs "Niklas" in der Nachlese

Die DB Regio zieht die Notbremse: "Aufgrund der Auswirkungen des Sturms wird der Zugverkehr der DB Regio in Nordrhein-Westfalen für heute eingestellt", teilte das Unternehmen mit. Auch Straßen.NRW berichtet von Störungen, Sperrungen und Unfällen.

Tausende Reisende und Pendler sitzen an den Bahnhöfen unter anderem in Düsseldorf, Bielefeld, Dortmund und Köln fest. Züge verspäteten sich zunächst stark, bevor der Nahverkehr der Bahn schließlich komplett eingestellt wurde.

"Wir hoffen den Nahverkehr mit Betriebsbeginn am Mittwoch wieder aufnehmen zu können", sagte eine Bahnsprecherin in Düsseldorf. Das hänge aber von der weiteren Entwicklung des Sturms ab.

Ersatzverbindungen mit Bussen zu organisieren, sei wegen die Vielzahl der Zugausfälle "schier unmöglich", sagte die Bahnsprecherin. "So viele Busse hat niemand auf dem Hof."

Gut zu wissen

In der Nacht wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 99 Kilometern pro Stunde in Aachen und 94 Kilometern pro Stunde in Wuppertal gemessen.

Der bisherige Höchstwert wurde auf dem Kahlen Asten gemessen mit knapp 116 Stundenkilometern. Ansonsten gibt es verbreitet Windgeschwindigkeiten zwischen 80 und 90 Stundenkilometern.

Eine Warnung vor Unwetter und orkanartigen Böen veröffentlichte der Wetterdienst für das Bergland sowie den Norden und Osten von NRW. Für Mittwoch ist Schauerwetter angekündigt.

Lange Schlangen bildeten sich vor den Schaltern und den Abfahrtstafeln. Bahnreisende im pendlerstärksten Bundesland NRW reagierten teils verärgert, teils aber auch verständnisvoll auf die Entscheidung der Deutschen Bahn, keine Züge mehr fahren zu lassen.

Das Bahnchaos fällt mitten in die Urlaubszeit: Viele Betroffene zum Beispiel in Köln planten längere Reisen oder waren auf dem Weg zu Flughäfen. Lediglich einige Fernzüge sollten am Dienstag noch ihr Ziel erreichen. Auch Privatzüge stellten ihren Verkehr zunächst nicht komplett ein.

"Teilweise nutzen wir andere Strecken", hieß es bei Keolis Deutschland, dem Betreiber der Eurobahn. "Es gab aber auch schon schlimmere Stürme. Wir fahren vorsichtig, können deshalb auch nicht alle Fahrpläne einhalten." In ganz NRW mussten Reisende vielerorts auf Taxis oder Busse ausweichen.

Die Bahn hatte laut einem Sprecher zunächst nur den Fernverkehr zwischen Dortmund und Köln eingestellt. Gegen 11 Uhr kam dann die Nachricht von der Kompletteinstellung des Nahverkehrs. 

"Wir empfehlen allen Reisenden sich im Internet über Ihre Reise zu informieren. Weitere Informationen gibt es auch unter der Hotline 0180-6996633 (20 ct/Anruf a d Festnetz, Mobil max. 60 ct/Anruf)", teilt die Bahn mit.

Hier gibt es aktuelle Infos der Bahn

Fernzüge konnten am Dienstagmorgen aufgrund von Oberleitungsschäden von Dortmund aus weder über Wuppertal noch über Duisburg und Düsseldorf fahren. Der Regionalverkehr war über Nebengleise zunächst mit Mühe aufrecht erhalten worden.

Die Eurobahn teilte um 11.24 Uhr über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: "Aufgrund des Sturmtiefs Niklas kommt es derzeit im Bereich Nordrhein-Westfalen zu erheblichen Behinderungen im Bahnverkehr."

Zur Zeit sind folgende Strecken, die von der Eurobahn bedient werden, gesperrt: Duisburg - Düsseldorf (RE 3) und Dortmund - Holzwickede - Unna - Soest (RB 59).

Laut einer Eurobahn-Sprecherin ist die Bahsntrecke zwischen Werne und Münster wieder freigegeben. Trotz der Freigabe könne es zu Verspätungen kommen, weil die Züge nicht mit voller Geschwindigkeit unterwegs sind. Die Route war wegen umgestürzter Bäume ab 11.30 Uhr gesperrt, der Betrieb läuft jetzt wieder an.

Hier gibt es aktuelle Infos der Eurobahn

Auch auf den Straßen behinderten umgefallene Bäume den Verkehr. So stürzten Bäume auf Fahrbahnen der Autobahnen 2 bei Essen und 52 bei Marl.

Umgestürzte Lkw sorgen für Behinderungen

Zwei ebenfalls sturmbedingt umgestürzte Lastwagen sorgten am Morgen auf den Autobahnen A45 bei Hagen und der A2 bei Beckum für erhebliche Verkehrsbehinderungen.

Auf der A45 stürzte um 6.56 Uhr auf der Talbrücke "Brunsbecke" der Anhänger eines Lastwagens um. Daher war zwischen Schwerte-Ergste und Hagen Süd die Fahrbahn in Richtung Frankfurt bis kurz vor 12 Uhr gesperrt.

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Bei Beckum stürzte um 8.28 Uhr ein Lastwagen mit Anhänger auf der A2 um. In Richtung Oberhausen war die Fahrbahn bis etwa 9.30 Uhr gesperrt, der Verkehr wurde über die Anschlussstelle Beckum abgeleitet.

Baustelle Lennetalbrücke: Gerüst verletzt Bauarbeiter

Zu einem schweren Unfall kam es auf der Baustelle für die neue Lennetalbrücke auf der Sauerlandlinie A45. Ein Gerüst ("Treppenturm") unterhalb der alten Brücke wurde dort vom Sturm umgeweht und riss zwei Arbeiter (61/33) rund 20 Meter mit sich in die Tiefe, die mit Schweißarbeiten beschäftigt waren.

Gut zu wissen

Etwa 1,3 Millionen Reisende nutzen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen täglich die Busse und Bahnen der Deutschen Bahn. Mehr als 3700 S-Bahnen und Personenzüge sind jeden Tag für die DB zwischen 700 Bahnhöfen unterwegs. Hinzu kommen rund 2000 Züge anderer Verkehrsbetriebe.

Das Schienennetz in NRW ist ein Dreh- und Angelpunkt für Deutschland und Europa: Es umfasst laut Landesverkehrsministerium eine Länge von rund 6000 Kilometer. Die Deutsche Bahn gehört mit mehr als 31.000 Mitarbeiter nach eigenen Angaben zu den landesweit größten Arbeitgeber. - dpa

Beide Männer kamen schwer verletzt ins Krankenhaus, der 61-Jährige per Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik, der 33-Jährige per Rettungswagen in ein Hagener Krankenhaus.

Im Bereich Bottrop sind auf der A2 ebenso drei Bäume umgestürzt wie auf der A52 bei Essen sowie in Teilen auf der A33 und A44 sowie auf der A1 bei Lengerich. Zu größeren Sperrungen ist es dort nicht gekommen.

Auf der A4 bei Overath und im Oberbergischen Kreis lagen ebenfalls Bäume auf der Fahrbahn, die auch ohne größere Verkehrsbehinderungen entfernt werden konnten. Die B1 bei Schieder-Schwalenberg musste für 30 Minuten gesperrt werden, weil sie überflutet war. Ein Abfluss war verstopft.

Im Raum Südwestfalen wurden vorsorglich Straßen wegen "Windbruchgefahr" gesperrt. Betroffen sind die L903 zwischen Richstein und Puderbach, die L904 und die B54 bei Wilgersdorf, die K44 zwischen Laibach und Schwarzenau, die K47 zwischen Rinhe und Berghausen sowie die K49 zwischen Birkefehl und Berghausen.

Bei Euskirchen ist die L119 zwischen Flamersheim und Rheinbach gesperrt worden, sie verläuft durch ein Waldgebiet. Gesperrt ist auch die K42 zwischen Erndtebrück und Schmallenberg.

Im Münsterland kam es zu kleineren Schäden an einer Ampelanlage und an Schutzplanken: Betroffen waren die L510/L574 in Gronau sowie die L555 bei Lengerich. Die Straßen- und Autobahnmeistereien bei Straßen.NRW waren bereits am Montagabend wegen des aufziehenden Sturms in Bereitschaft versetzt worden.

Flugzeug aus München umgekehrt

Am Flughafen Paderborn-Lippstadt musste wegen des Sturms eine Maschine aus München mit 35 Menschen an Bord kurz vor der Landung kehrt machen und zurück nach München fliegen. Die Passagiere konnten erst mit der nächsten Maschine am Mittag in Paderborn landen.

Laut einer Sprecherin des Flughafens habe es ansonsten außer einigen kleineren Verspätungen keine weiteren Beeinträchtigungen im Flugverkehr gegeben.

Kran in der Nacht in ein Kieswerk gekippt

In Kerpen bei Köln kippte in der Nacht durch den Sturm ein Kran in einem Kieswerk. Er blieb jedoch an einem Hausdach hängen. Der Kranführer erlitt zwar keine Verletzungen. Der Mann musste aber von der Feuerwehr befreit werden, weil sich die Tür des Krans verkeilt hatte.

Hier gibt es Infos des Deutschen Wetterdienstes

In Köln lief eine Unterführung voll Wasser. In Mettmann und Neuss - aber auch anderswo im ganzen Land - wehte der heftige Wind Mülltonnen und Verkehrsschilder um.

In Ostwestfalen behinderte in der Nacht Schnee den Verkehr. Auf der Autobahn 44 bei Warburg gab es eine geschlossene Schneedecke, sagte ein Polizeisprecher. Streufahrzeuge waren deshalb im Einsatz.

Die Stadt Dortmund hat mitgeteilt, dass der Westfalenpark und der Zoo geschlossen bleiben. - dpa/eB

Quelle: wa.de

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