Sturm, Hagel, Blitz: Wie man sich schützen kann

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BONN - Unwetter mit Sturm, Starkregen, Hagelschlag und Blitzeinschlägen bergen viele Gefahren. Und nicht jeder weiß, wie er sich richtig verhält und wo er am besten Schutz sucht. Fragen und Antworten nach dem Unwetter von Nordrhein-Westfalen.

Wo suche ich Schutz?

In Düsseldorf hat sich gezeigt, dass ein Gartenhaus nicht unbedingt ein sicherer Zufluchtsort ist: Drei Menschen starben, als ein Baum auf die Laube stürzte. Wo kann man am besten Schutz finden? Was empfiehlt sich nicht?

In einer Stadt können öffentliche Gebäude, U-Bahn-Stationen oder auch Bushäuschen Schutz bieten. "Bushäuschen sind in der Regel fest verankert und somit recht sicher", sagt Ursula Fuchs, Sprecherin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK). Aber: "Es gibt nicht die ideale Lösung."

Parks und freie Flächen sind unsicher, bei heftigen Stürmen sind große Hallen ebenfalls nicht empfehlenswert. Wenn weit und breit kein geeigneter Unterschlupf in der Nähe ist, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK), sich bei Gewitter hinzuhocken - am besten in einer Mulde.

Und wenn man draußen ist, wenn das Unwetter beginnt?

 - Der Weg zum Unterschlupf sollte schnellstmöglich zurückgelegt werden.

- Fahrradfahrer sollten ihr Rad abstellen, allein schon wegen der Blitzgefahr. Auch Regenschirme bleiben aus diesem Grund besser geschlossen.

- Fußgänger sind vor Sturm geschützter, wenn sie nah an Häuserwänden vorbeigehen. Herunterfallende Dachziegel, Fassadenteile oder andere Bauteile können allerdings gefährlich werden. Daher: "Sich immer mit wachen Augen fortbewegen", betont Fuchs.

- Hohe Türme, Masten, Überlandleitungen sollten auf jeden Fall gemieden werden. Notfalls in ein Taxi steigen: Im Auto ist man zumindest vor Blitzeinschlägen sicher.

Was macht die Nähe von Bäumen so gefährlich?

Bei Gewitter sollten Bäume gemieden werden. Auch bei Sturm geht eine Gefahr von Bäumen aus: Sie können umknicken oder Äste brechen ab.

"Die häufigste Ursache für umknickende Bäume oder aus der Krone brechende Äste ist der Wind", erklärt Stefan Befeld, Sprecher des Landesbetriebs "Wald und Holz" in Nordrhein-Westfalen.

"Wenn der Baum bereits morsch oder faul ist, kann er dem Wind weniger entgegensetzen." Bei heftigem Sturm knicken aber auch gesunde Bäume einfach um, betont sein Kollege Michael Blaschke.

Wie ist jetzt die Situation in den Wäldern?

"Nach einem schwerem Sturm oder Gewitter hängen häufig noch viele losgebrochene Äste in den Baumkronen, oder es stehen Bäume schief, die nicht ganz entwurzelt wurden", erläutert "Wald und Holz".

"Diese Äste, oder eben ganze Bäume, können dann beim nächsten Gewitter, aber auch schon bei leichtem Wind, unvermittelt herabfallen." Die Behörde warnte vor dem Betreten von Wäldern in den Unwettergebieten. Im Vergleich zu Stürmen in früheren Jahren seien die Schäden in den Wäldern Nordrhein-Westfalens aber diesmal geringer.

Was passiert, wenn Menschen vom Blitz getroffen werden?

Vereinzelt trifft ein Blitz Menschen. Meist dringt er in den Kopf ein und fließt in die Erde ab. Dabei kommt es zu Verbrennungen unterschiedlichen Ausmaßes sowie zu Herz- und Atemstillstand. Ein Blitzschlag kann tödlich ausgehen.

Wie kann es zu so heftigen Hitzegewittern kommen?

Dazu müssen mehrere Bedingungen vorhanden sein, wie es beim Deutschen Wetterdienst (DWD) heißt. Eine wichtige Voraussetzung ist demnach eine große Temperaturdifferenz zwischen den hohen Luftschichten und dem Boden.

Außerdem muss die Luftfeuchtigkeit hoch sein. Vor einem Hitzegewitter wird die feuchte Luft am Boden von der Sonne aufgeheizt, steigt nach oben und kühlt ab. In mehreren Kilometern Höhe bilden sich Wolken, in denen elektrische Spannung entsteht, die sich plötzlich entladen kann - es gewittert.

Je größer der Temperaturunterschied zwischen dem Boden und den hohen Luftschichten ist, desto heftiger werde das Gewitter, heißt es beim DWD. Allerdings sind die Gewitter laut Meteorologen schwer vorhersagbar - während in einem Stadtteil Keller vollliefen, könne es in einem anderen Stadtteil keinen Tropfen geben. - dpa

Quelle: wa.de

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