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Strom-Kündigung: Viele Dortmunder trifft jetzt der Preis-Schock

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Von: Malin Schneider-Pluppins, Tobias Schneider

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Kurz vor Jahresende kündigte der Energie-Discounter Stromio seinen Kunden kurzfristig den Vertrag. Auch in Dortmund sind tausende Menschen betroffen – sie erwarten ungeahnte Kosten.

Dortmund/NRW – Ende Dezember 2021 kam der Energielieferant Stromio mit einer „unerfreulichen Nachricht“ auf seine Kunden zu: Bereits zum 21. Dezember sei der Stromliefervertrag gekündigt, die Belieferung mit Strom vonseiten Stromios eingestellt*. Wie RUHR24* weiß, wurden die Verbraucher fortan automatisch durch Ersatzversorger mit Strom beliefert – so auch in Dortmund. Für viele ehemalige Stromio-Kunden ein Preisschock.

UnternehmenStromio
SitzKaarst (NRW)
Gründung19. Februar 2009

NRW: Tausende Stromio-Kunden ohne Stromvertrag – Dortmunder rutschen in Grundversorgung

Allein in NRW, so berichtet es die Bild, sahen sich rund 150.000 Kunden mit der plötzlichen Vertragskündigung durch den Stromanbieter konfrontiert. Bundesweit sollen es knapp eine Million Verbraucher gewesen sein. In Dortmund sind laut Ruhr Nachrichten ebenfalls tausende Menschen betroffen.

Wie die meisten ehemaligen Kunden des Energiediscounters erhielten auch sie die Benachrichtigung von Stromio offenbar erst Tage, nachdem der Vertrag bereits gekündigt worden war.

Stromio in Kaarst
Das Gebäude, in dem sich die Räume des Stromanbieters Stromio befinden. © Henning Kaiser/DPA

Dortmund: Stromio-Kunden werden von DEW21 grundversorgt

Ohne Strom blieben Stromio-Kunden durch die Kündigung zwischen Weihnachten und Silvester zwar nicht, doch viele Verbraucher tappten durch die Kündigung oft unwissentlich in eine Kostenfalle. Denn nach dem Lieferstopp durch Stromio rutschten sie automatisch in die Ersatzversorgung – in Dortmund wird diese durch die DEW21 gewährleistet. Und die fällt für die Kunden deutlich teurer aus, als die gewohnte Versorgung.

66,50 Cent (Stand 1.1.2022) kostet die Kilowattstunde im Ersatzversorgungstarif, berichtet die Zeitung aus Dortmund. Der Tarif sei deshalb so teuer, weil zum einen die Organisation dafür vorgehalten und der Strom am Markt gekauft werden müsse, heißt es weiter. Laut einer DEW-Sprecherin könnten Kunden allerdings sofort in einen günstigeren Tarif wechseln – dieser sei allerdings der einzige Tarif für Neukunden.

Stromio-Kündigung: Abmahnungen in NRW für Stromanbieter

Die Verbraucherzentrale NRW mahnte kürzlich drei Grundversorger ab, weil sie Stromio-Kunden aufnahmen und von ihnen mehr Geld verlangten, als bei Bestandskunden. Namentlich wurden die Unternehmen Rheinenergie, Stadtwerke Gütersloh und die Wuppertaler WSW Energie & Wasser abgemahnt, berichtet der WDR.

Müssen sich Stromkunden denn einfach so abspeisen lassen? Können Stromverträge einfach so gekündigt werden? „Nein“, sagt die Verbraucherzentrale. Man habe das Recht auf Belieferung. Gegenüber dem MDR sagt eine Vertreterin der Verbraucherzentrale Sachsen: „Die Verträge sind zu halten. Die Erhöhungen der Strom- und Gaspreise auf dem Weltmarkt* sind nicht zum Risikobereich des Kunden zuzuordnen, sondern gehören zum unternehmerischen Risiko.“

Was können Verbraucherinnen und Verbraucher denn jetzt tun? Die Verbraucherschützerin empfiehlt, sich schriftlich gegen die Kündigung zu wehren und den Anbieter zur Weiterbelieferung auffordern. Mehrkosten könnten zudem als Schadensersatz angedroht werden *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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