Streit um Professorentitel von Leichenpräparator nicht vom Tisch

MÜNSTER - Im Streit um den Professorentitel von Leichenpräparator Gunther von Hagens hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster seine Entscheidung am Montag vertagt.

Der Erfinder der "Körperwelten" hatte vor dem OVG auf die Feststellung geklagt, dass er seinen Gastprofessorentitel aus China ohne Verweis auf die chinesische Herkunft tragen durfte. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte ihm das verboten. Daraufhin war von Hagens laut Gericht in den Medien "Hochstapler, Aufschneider oder Betrüger" genannt worden. Diese Vorwürfe will der 67-Jährige endgültig vom Tisch bekommen.

Vor dem OVG hatte von Hagens in dieser Sache schon einmal erfolgreich geklagt. Das Bundesverwaltungsgericht hatte die Entscheidung aus 2011 aber wegen eines formalen Fehlers kassiert: In Münster war ein Schöffe nicht vereidigt worden. Bei der neuen Verhandlung ließ sich von Hagens von seinem Rechtsanwalt Holger Schmitz vertreten. "Das Gericht hat zum Ausdruck gebracht, das es an seiner Auffassung festhält", erklärte Schmitz nach der mündlichen Verhandlung. Ein Urteil will das Gericht am 5. Juli verkünden.

Möglich ist aber auch, dass sich die Parteien gütlich einigen. In eine Mediation könnte dann ein weiteres Verfahren in dem jahrelangen Zwist einbezogen werden: Vor dem Landgericht Düsseldorf hat von Hagens das Land NRW auf 2,2 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. - lnw

Quelle: wa.de

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