110 Flüge gestrichen

Frühschicht-Streiks an Flughäfen in NRW beendet

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[Update 11:50 Uhr] KÖLN/DÜSSELDORF - Annullierte Flüge, Warteschlangen und Verspätungen: Wieder streikten die Sicherheitsleute an den großen NRW-Flughäfen. Verdi droht, die Streikschraube noch weiter anzuziehen.

Ein Streik der Frühschichten des Sicherheitspersonals hat den Betrieb an den beiden großen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen wieder gründlich durcheinandergewirbelt. Am größten NRW-Flughafen in Düsseldorf mussten am Donnerstag 73 Flüge von 147 geplanten Verbindungen gestrichen werden. Am Flughafen Köln/Bonn fielen 21 von 43 Flügen aus. Insgesamt rund 260 Sicherheitsleute machten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sechseinhalb Stunden bis 10 Uhr die Kontrollstellen weitgehend dicht.

Verdi drohte in dem festgefahrenen Tarifkonflikt mit einer "neuen Streiktaktik", sollten die Verhandlungen mit den Arbeitgebern der privaten Sicherheitsbranche in NRW nicht bald wieder aufgenommen werden. Die Gewerkschaft setzt nach den Worten ihres NRW-Sprechers Wolfgang Isemeyer aber "große Hoffnung" auf Kontakte bei den Luftsicherheitstagen des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) in Potsdam. "Wir gehen davon aus, dass es am Rand der Luftsicherheitstage zu einer Kontaktaufnahme und gegebenenfalls zu Gesprächen kommen könnte", sagte Isemeyer.

An den beiden Airports in NRW traf der Streik mehrere tausend Reisende. An den Sicherheitsschleusen bildeten sich Warteschlangen. In Düsseldorf kam es zu Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden. 51 Abflüge und 22 Ankünfte wurden gestrichen. Wartende Fluggäste wurden mit Wasser und Snacks versorgt. Auch nach dem Ende des Streiks müssten Passagiere noch mit Verspätungen rechnen, teilte der Flughafen mit. Ursprünglich waren am Airport Düsseldorf am Donnerstag 580 Flugverbindungen mit mehr als 50 000 Passagieren geplant.

In Köln/Bonn waren nach Ende des Ausstands wieder 15 Kontrollstellen geöffnet, während des Streiks waren es nur drei. 13 Abflüge und 8 Ankünfte wurden annulliert. In Köln waren nach Angaben des Flughafens mehr als 2000 Fluggäste betroffen. Verglichen mit dem ganztägigen Streik in der vergangenen Woche, der rund 10 000 Reisende getroffen habe, halte sich der Schaden in Grenzen, sagte eine Sprecherin. "Die Leute sind sensibilisiert und informieren sich vorab." In Düsseldorf dürften nach Schätzungen rund 7000 Passagiere Opfer des Streiks geworden sein.

Der Tarifkonflikt zwischen Verdi und den Arbeitgebern der privaten Sicherheitsbranche in NRW steckt in einer Sackgasse. Verdi fordert für die 34 000 Beschäftigten bis zu 30 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber bieten zwischen 5 und 9 Prozent. Sie verlangen Zugeständnisse von Verdi oder ein Schlichtungsverfahren, bevor sie ein neues Angebot abgeben. Beides lehnt die Gewerkschaft ab. "Die Beschäftigten haben für die Arbeit, die sie hier leisten, einen Lohn verdient, von dem sie ihre Existenz bestreiten können", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker im ZDF-"Morgenmagazin".

"Es hilft nichts, wenn am Tisch nur eine Partei sitzt", ergänzte Isemeyer. Wenn die Arbeitgeber weiter nicht verhandeln wollten, werde sich Verdi eine "neue Streiktaktik" überlegen. Möglicherweise werde dann der Objektschutz und das Bewachungspersonal stärker einbezogen. Angestellte dieser Branche gehörten zur unteren Lohngruppe.

In dem Tarifkonflikt hatten bereits am Dienstag erstmals einige hundert Objektschützer, Fahrkartenkontrolleure und Personenschützer in NRW die Arbeit niedergelegt. Nach Schätzungen von Verdi arbeiten über 70 Prozent der Beschäftigten für 8,23 Euro brutto und bekommen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden weniger als 1000 Euro netto im Monat. - lnw

Quelle: wa.de

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