Seit dem frühen Morgen

Streikende Kontrolleure lähmen Flughafen Köln/Bonn

[UDDATE 8.50 Uhr] KÖLN - Am Flughafen Köln/Bonn sind am Freitag mehr als 90 Flüge gestrichen worden. Grund ist ein Streik des Sicherheitspersonals. Die Gewerkschaft Verdi will damit Druck im festgefahrenen Tarifkonflikt machen.

Durch den Streik der Fluggastkontrolleure am Flughafen Köln/Bonn sind am frühen Freitagmorgen nur vereinzelt Maschinen gestartet oder gelandet. Der Großteil des Flugbetriebs war aber lahmgelegt. Rund 100 Beschäftigte von privaten Sicherheitsfirmen haben nach Aufruf der Gewerkschaft Verdi mit Beginn der 4-Uhr-Schicht die Arbeit niedergelegt.

Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker sprach am Morgen von insgesamt 200 Mitarbeitern, die sich im Laufe des Freitags an den Streikmaßnahmen beteiligen wollten. Der Flughafen sagte einem Sprecher zufolge 39 Ankünfte und 54 Abflüge ab. Das entsprach etwa der Hälfte aller am Freitag geplanten Flüge.

Während nach Mitternacht noch zwei Flüge in die Türkei planmäßig abgefertigt worden waren und ebenso drei Maschinen aus Istanbul und Ankara in Köln landeten, ging ab 4.00 Uhr fast nichts mehr. Bei den Angaben zum Flugstatus auf der Internetseite des Airports war meistens "annulliert" zu lesen. Der Streik des Sicherheitspersonals ließ die Kontrollen zum Nadelöhr werden.

Viele Fluggäste mussten erhebliche Beeinträchtigungen in Kauf nehmen. Wartende standen vor der einzigen geöffneten Kontrollschleuse an. Allerdings seien viele Reisende vorab gut informiert gewesen, so dass der große Andrang ausblieb, sagte ein Flughafensprecher. Lange Schlangen wie in Hamburg, wo Verdi zum zweiten Tag in Folge zum Streik aufgerufen hatte, bildeten sich in Köln/Bonn am Morgen nicht.

Verdi fordert in dem festgefahrenen Tarifstreit 30 Prozent mehr Lohn für das private Sicherheitspersonal. Ziel der Gewerkschaft ist es nach eigener Aussage, die 34 000 Beschäftigten der privaten Sicherheitsbranche in NRW "aus dem Niedriglohnsektor zu befreien". Die Arbeitgeber bieten zwischen fünf und neun Prozent. Am Donnerstag hatten Beschäftigte des Sicherheitspersonals bereits den Düsseldorfer Flughafen bestreikt.

Für Streiks von Sicherheitspersonal wurden laut Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker bewusst Kontrolleure an Flughäfen ausgesucht. "Ich verhehle nicht, dass wir in unserer Streikplanung wussten: Das hat Druckpotenzial", sagte Becker im Deutschlandfunk. Es gehe insgesamt aber um Verbesserungen für die gesamte Branche. In Zukunft könnten auch Sicherheitskräfte aus anderen Bereichen in Streiks treten. - lnw

Quelle: wa.de

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